Veröffentlicht am 02. Oktober 2019

Optimale Versorgung von Schlaganfällen und anderen Hirngefäßerkrankungen

Erstes Neurovaskuläres Netzwerk (NVN) in Berlin-Brandenburg zertifiziert

In Berlin-Brandenburg ist jetzt das erste Neurovaskuläre Netzwerk (NVN) von 3 neuromedizinischen Fachgesellschaften und dem TÜV-Rheinland zertifiziert worden. In dem interdisziplinären NVN haben sich sechs Kliniken zusammengeschlossen, um eine Behandlung von Schlaganfällen und sämtlichen anderen Gefäßerkrankungen von Gehirn und Rückenmark auf höchstem Niveau sicherzustellen. Koordinierendes Zentrum ist das Vivantes Klinikum Neukölln. Partnerkliniken sind das Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, das Vivantes Humboldt-Klinikum, das Vivantes Klinikum Spandau, die DRK Kliniken Berlin Köpenick sowie die Ruppiner Kliniken Neuruppin.

Neben dem akuten Schlaganfall gibt es eine Vielzahl höchst komplexer Gefäßerkrankungen des zentralen Nervensystems. Um die optimale Versorgung von Patienteninnen und Patienten mit dem gesamten Spektrum an neurovaskulären Erkrankungen nach definierten Qualitätskriterien standortübergreifend und in der Fläche zu gewährleisten, wurde in 2017 ein Zertifizierungsverfahren für sogenannte Neurovaskuläre Netzwerke (NVN) etabliert. Beteiligt waren die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft sowie die Deutschen Gesellschaften für Neurochirurgie und Neuroradiologie in Zusammenarbeit mit der LGA InterCert, einer Tochtergesellschaft des TÜV Rheinland.

Schlaganfall – Flächendeckend hohe Versorgungsqualität durch Vernetzung

Ein solches Netzwerk setzt sich aus einem koordinierenden Zentrum und mehreren Netzwerkpartnern zusammen. Für eine erfolgreiche NVN-Zertifizierung sind, neben der speziellen Expertise der Behandlungsteams und der apparativen Ausstattung, eine enge Kooperation auf der Basis gemeinsamer Behandlungsstandards und Qualitätsmaßnahmen notwendig. Bislang sind nach diesem Verfahren in Deutschland 7 Netzwerke zertifiziert.

Prof. Dr. Darius Nabavi, Chefarzt für Neurologie am Vivantes Klinikum Neukölln und 1. Sprecher des NVN:"Wir freuen uns sehr, dass mit dem Zertifikat die hohe medizinische Qualität unserer gemeinsamen Behandlungen anerkannt und dokumentiert wird. Wichtig ist uns vor allem die enge interdisziplinäre Kooperation. Diese Vernetzung wurde durch den Zertifizierungsprozess noch intensiver.“ Ähnlich sieht dies

Prof. Dr. Robert Stingele, Chefarzt für Neurologie an den DRK Kliniken Berlin Köpenick und 2. Sprecher des NVN:Wir arbeiten seit vielen Jahren in diesem Netzwerk eng zusammen. Daher war es nur logisch und konsequent, den Schritt der gemeinsamen Zertifizierung zu gehen. Die enge Verzahnung stärkt unser Team in hohem Maße, gerade bei schwierigen Behandlungsentscheidungen.“

Das Neurovaskuläre Netzwerk Berlin-Brandenburg behandelt jährlich rund 5.500 Schlaganfallpatientinnen und Patienten sowie weitere mit seltenen Gefäßerkrankungen wie z.B. Hirnarterienaneurysmen, Fisteln und arteriovenöse Gefäßanomalien. Durch den strukturierten Austausch und die Kooperation innerhalb des NVN gelangen innovative Diagnostik und Therapie überregional und flächendeckend zum Einsatz.