Veröffentlicht am 27. April 2015

Schwerelos operieren – Vivantes setzt als erstes Krankenhaus in Deutschland schwebende Röntgenschürzen ein

„Zero-Gravity“ heißt das neuartige Strahlenschutzsystem, das Klinikärzten erlaubt, buchstäblich unbeschwert zu operieren. Das Vivantes Klinikum Neukölln ist das erste deutsche Krankenhaus, das dieses System seit Anfang April in Betrieb genommen hat.

Der von CFI Medical entwickelte und seit Ende 2014 in Deutschland zugelassene Körperschild mit Kopfvisier schützt die behandelnden Ärzte besser als zuvor: Er vermindert Ermüdungserscheinungen und orthopädische Belastungen bei Ärzten und bietet besseren Strahlenschutz als herkömmliche Röntgenschürzen.

Das System hängt an einer Schiene, die an einem fahrbaren Sockel befestigt ist. So kann sich der Arzt im Katheterlabor ohne Gewicht am Körper bewegen, ermüdet nicht so schnell und vermeidet orthopädische Belastungen. Zusätzlich wird die Strahlenbelastung der Untersucher erheblich reduziert. Eine herkömmliche Bleischürze wiegt bis zu 10kg und wird von Ärzten zum Teil bis zu sechs Stunden täglich getragen.

Prof. Dr. Harald Darius, Chefarzt der Vivantes Klinik für Kardiologie, Angiologie, Nephrologie und konservative Intensivmedizin im Vivantes Klinikum Neukölln: "Ich freue mich, dass wir unseren Mitarbeitern "Zero-Gravity" sozusagen als Vivantes Pilotklinik anbieten können. Durch die Anschaffung verbessern wir die arbeitsmedizinischen Bedingungen maßgeblich und haben gleichzeitig eine größere Arbeitssicherheit im Katheterlabor. Davon profitieren auch die Patienten."

Dr. med. Genia Diner, Leitende Betriebsärztin am Vivantes Institut für betrieblichen Gesundheitsschutz (IfbG): "Die Arbeitsplätze in der interkonventionellen Medizin gehen mit einer hohen körperlichen Belastung gerade des muskuloskelettalen Systems einher. Dabei werden sehr anspruchsvolle kognitive Tätigkeiten mit einer hohen Verantwortung durchgeführt. Jede ergonomische Optimierung an derartigen Arbeitsplätzen ist betriebsärztlich zu begrüßen und wird auch zu einer besseren Compliance zum Anwenden des persönlichen Schutzes beitragen."

Vermarktet wird das Strahlenschutzsystem von dem Berliner Medizintechnikhersteller BIOTRONIK. Mit seinen 2.400 Mitarbeitern am Firmenhauptsitz in Neukölln und 5.600 Mitarbeitern weltweit zählt das Unternehmen zu den führenden Herstellern kardio- und endovaskulärer Medizintechnik.

Udo Tegtmeyer, Geschäftsführer von BIOTRONIK: "Wir gehen davon aus, dass Zero-Gravity zum neuen Standard in interventionellen Katheterlaboren in Europa und auf der ganzen Welt wird. Dieses Strahlenschutzsystem unterstreicht unser Anliegen, Technologien anzubieten, die den Bedürfnissen von Patienten und auch Ärzten gerecht werden. Zero-Gravity wird die Arbeit in den Katheterlaboren revolutionieren und das Strahlenrisiko deutlich senken."

Hintergrund:

Strahlen- und Gewichtsbelastung können die Berufsausübung auf Dauer belasten oder sogar frühzeitig die interventionelle Berufstätigkeit beenden. Interventionell arbeitende Ärzte der Kardiologie sind noch stärker betroffen als Orthopäden oder Rheumatologen. Laut dem Open Journal of Radiology (2013) bietet das neuartige System eine um mindestens 87% verringerte Strahlenbelastung als konventionelle Schürzen, weil es den Körper besser abdeckt und einen besseren Bleigleichwert (Maß für den Grad der Schwächung von ionisierenden Strahlen durch ein absorbierendes Material) hat.

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