Veröffentlicht am 27. Dezember 2019

Silvester und Neujahr: Die meisten Feuerwerksverletzten minderjährig

Vivantes Rettungsstellen stellen sich zum Jahreswechsel auf 500 zusätzliche Notfälle ein

Die Rettungsstellen von Vivantes sind für den Jahreswechsel gerüstet: An Neujahr und Silvester stellen sich die Rettungsstellen von Spandau bis Neukölln auf insgesamt etwa  500 zusätzliche Patientinnen und Patienten ein. Daher wird auch mehr Klinikpersonal als sonst im Einsatz sein. Vivantes versorgt insgesamt etwa jeden dritten Notfall in Berlin.

5 % der Krankenhaus-Notfälle an Silvester durch Feuerwerk
 
Die Verletzten durch Feuerwerk und Knaller sind allerdings voraussichtlich wieder in der Minderheit. Das zeigt eine interne Erhebung der Vivantes Rettungsstellen vom Jahreswechsel 2018/2019: Gut 5 Prozent aller Notfallpatientinnen und -patienten hatten eine so genannte pyrotechnische Verletzung. Insgesamt wurden 62 Menschen mit Feuerwerksverletzungen behandelt. Die meisten von ihnen, nämlich 35 Silvesterverletzte, versorgte im letzten Jahr das Vivantes Klinikum Neukölln (56%).

53% der Silvesterpatienten unter 18 Jahre

Auffällig ist: 33 von 62 Feuerwerksverletzten (53%) 2018/2019 waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Der "durchschnittliche" Silvester-Verletzte in Berlin 2018/2019 ist männlich und 21 Jahre alt. Vivantes hat zwei der größten Kinderrettungsstellen Berlins, und zwar an den Standorten in Neukölln und im Friedrichshain.

Dr. Philipp Kellner, Chefarzt der Rettungsstelle des Vivantes Klinikum im Friedrichshain: „Als Notarzt kann ich vor dem leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerkskörpern nur warnen, denn man kann sich verbrennen, Hörverlust erleiden, erblinden oder sogar Gliedmaßen verlieren. Besonders bestürzt mich, dass am letzten Jahreswechsel jeder zweite Feuerwerksverletzte bei Vivantes ein Kind oder ein Jugendlicher war – verletzt durch Unfälle oder durch Angriffe anderer.“

Böller-Verletzungen: Hände, Gesicht und Ohren am häufigsten betroffen

Zumeist hatte ein „Silvesterpatient“ leichte (48 %) oder mittelschwere (27%) Verletzungen und dies am häufigsten an den Händen (35%) oder im Gesicht (29%). Bei der Art der Verletzungen handelte es sich meist um eine Verbrennung (47%) oder ein Knalltrauma (32%) - oder manchmal auch um beides. Es gab zwei schwere Verletzungsfälle, bei denen sogar Gliedmaßen zum Teil oder ganz abgerissen wurden. Die Verletzungen wurden oft mit einem Böller/Knallkörper (44%) oder einer Rakete (34%) verursacht. Es gab auch zwei Unfälle mit Wunderkerzen.

Interview im Vivantes Blog

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