Veröffentlicht am 29. April 2022

Vivantes erreicht 2021 ausgeglichenen Jahresabschluss

Digital, ambulant, spezialisiert und individuell – so gestaltet Vivantes die Zukunft

Vivantes hat das Jahr 2021 mit einem ausgeglichenen Ergebnis von 3,3 Mio. Euro abgeschlossen, bei einem Umsatz von knapp 1,6 Mrd. Euro. Investiert wurden auch unter Corona-Bedingungen insgesamt 156,9 Mio. Euro in moderne und zeitgemäße Infrastruktur und Neubauprojekte. Einen besonderen Fokus legte das Unternehmen zudem auf die Bereiche Digitalisierung und Fachkräftegewinnung.

Vivantes versorgte fast eine halbe Million Patient*innen

Die Zahl der ambulanten Patient*innen ist leicht auf 312.000 gestiegen. Im stationären Bereich ging die Zahl der Behandlungsfälle auf knapp 174.000 zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter*innen (Köpfe) auf mehr als 18.000 in 2021. Mehr als eine Milliarde Euro hat Vivantes 2021 für Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter*innen aufgebracht.

Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Vivantes Geschäftsführung (komm.): „Auch im vergangenen Jahr prägte Corona den Alltag in Kliniken, Pflegeheimen sowie Medizinischen Versorgungszentren und wir konnten noch nicht wieder zum Regelbetrieb übergehen. Seit zwei Jahren stehen unsere Teams zusammen und geben alles für Berlin. Trotz dieser enormen Dauerbelastung haben wir wichtige Weichen für die Zukunft gestellt und die Erneuerung unserer Prozesse und Infrastruktur vorangetrieben, um die Herausforderungen zu meistern und neue Versorgungsangebote etabliert. Vor uns liegt eine Dekade der Investitionen und des Neudenkens von Versorgungsstrukturen. Gemeinsam mit den anderen Klinikträgern haben wir Berlin durch die Pandemie geholfen. Jetzt muss Berlin seinen Krankenhäusern helfen, um die Gesundheitsversorgung der Stadt auch künftig zu sichern.“

Ein starkes Netzwerk für die Gesundheit in Berlin

Vivantes trug auch im Jahr 2021 einen erheblichen Teil der Last bei der Behandlung von Covid-Patient*innen aus Berlin und dem Berliner Umland: 4.800 waren es im vergangenen Jahr, mehr als 11.000 seit Beginn der Pandemie. Nicht nur zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gründete Vivantes das Berliner Zentrum für Infektionsmedizin, in dem die Infektiologie eng mit dem Vivantes eigenen Institut für Hygiene und Umweltmedizin zusammenarbeitet. Wichtigstes Ziel: Der wirksame Einsatz gegen nosokomiale, also im Krankenhaus erworbene Infektionen sowie die Verbreitung multiresistenter Erreger.

Im letzten Jahr kamen in den sechs Vivantes Geburtskliniken mehr als 11.000 Kinder zur Welt. Trotz der Pandemie ermöglichte Vivantes dabei die Anwesenheit einer Begleitperson. Mütter, die selbst an Covid erkrankt waren, wurden umfassend medizinisch betreut.
Obwohl 2021 immer wieder planbare Eingriffe verschoben werden mussten, um Betten für Covid-Patient*innen bereit zu halten, wurden in den Vivantes Klinika rund 79.800 Operationen durchgeführt, davon mehr als 13.000 ambulant.

Vivantes ist mit rund 3.600 Behandlungen auch bei Schlaganfällen eine der tragenden Säulen in Berlin. So versorgte 2021 alleine die Neurologie im Vivantes Klinikum Neukölln knapp 1.100 Schlaganfälle. Im vergangenen Jahr wurde sie als eine der deutschlandweit größten Einrichtungen ihrer Art von der European Stroke Organisation (ESO) als Stroke Center zertifiziert.

Mit der Eröffnung des „Tagesklinikzentrum Helle Mitte“ hat Vivantes zudem das psychiatrische Angebot in Berlin nochmals deutlich erweitert. Die Einrichtung bietet drei spezialisierte Bereiche u.a. mit niedrigschwelligen Therapieangeboten für junge Erwachsene.

Bei künstlichen Gelenken und Behandlungen des Bewegungsapparats ist Vivantes in seinen Orthopädien und Unfallchirurgien Vorreiter. So wurde z.B. die Klinik im Vivantes Auguste-Viktoria Klinikum von der europäischen Fachgesellschaft Eurospine als Europäisches Exzellenzzentrum für Wirbelsäulenchirurgie zertifiziert.

Vivantes arbeitet als eines der größten Krankenhausunternehmen Deutschlands selbstverständlich daran, Krankenhausaufenthalte zu reduzieren und Behandlungen ambulant durchzuführen, wo dies möglich ist. Ein gutes Beispiel dafür ist das Pilotprojekt „Cardiolotse“: Speziell geschulte Gesundheitsfachkräfte arbeiten an der Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Bereich, beraten Patient*innen individuell zu Ernährung, Bewegung und Rauchentwöhnung und unterstützen niedergelassene Ärzt*innen. Auch in anderen Fachgebieten sollen Patient*innenlotsen zukünftig durch persönliche Betreuung Krankenhausaufenthalte reduzieren.

28 Zertifizierungen in 2021 stehen für Qualität bei der Patientenbehandlung

Qualität ist messbar – beispielsweise durch die Kriterien der medizinischen Fachgesellschaften, die bei Vivantes im vergangenen Jahr 28 Zertifizierungen durchgeführt haben. Um Fehler, Verwechslungen oder andere Vorfälle wie Stürze oder falsche Medikation zu vermeiden, nimmt Vivantes die Patientensicherheit stetig in den Blick. Auch 2021 hat Vivantes erneut das DEKRA Siegel Patientensicherheit erhalten – seit 2013 als erstes Krankenhausunternehmen ununterbrochen. Ein Zeichen für die Qualität der Versorgung.

Besonders hervorzuheben sind unter den Zertifizierungen die der onkologischen Zentren. Oft sind bei Patient*innen mit Krebserkrankung gleich mehrere Organe betroffen. Deshalb bietet Vivantes neun zertifizierte Organzentren, in denen alle Fachrichtungen sowie stationäre und ambulante Versorgungspartner eng zusammenarbeiten.
So wurden zum Beispiel die Vivantes Klinika Neukölln, im Friedrichshain und Spandau im Dezember 2021 in einer nationalen Auszeichnung als drei Standorte übergreifendes Lungenkrebszentrum zertifiziert.

Die Klinik für Gynäkologie des Kreuzberger Vivantes Klinikum Am Urban wurde 2021 erstmals als Gynäkologisches Krebszentrum zertifiziert. Das Cancer Center Berlin-Neukölln behandelt mit interdisziplinären Expertenteams onkologische Erkrankungen von Lunge, Darm, Haut, Bauchspeicheldrüse, Magen, Kopf-Hals, aber auch Blutkrebs, gynäkologische sowie Hirn- und Rückenmarkstumore.

Auch das Zentrum für Gefäßmedizin Nord am Vivantes Humboldt-Klinikum, das Gefäßzentrum am Vivantes Klinikum im Friedrichshain sowie drei Fachabteilungen des Vivantes Klinikum Neukölln wurden ausgezeichnet.
Die Klinik für Thoraxchirurgie am Vivantes Klinikum Neukölln wurde im letzten Jahr als Exzellenzzentrum zertifiziert. In allen Organzentren folgt Vivantes den Qualitätsstandards des nationalen Krebsplans.

Die Gesundheitsversorgung der Zukunft wird digitaler

Die konsequente Digitalisierung sämtlicher Prozesse des Klinikbetriebs spielt bei Vivantes eine wichtige Rolle. Ziel ist eine digitale Prozesskette, die bereits bei der ersten Terminvereinbarung beginnt und sich über Aufnahme, Diagnostik und Behandlung bis hin zur Entlassung und Nachsorge spannt. Das ist nicht nur einfacher für die Patient*innen, es steigert auch die Qualität der Behandlung und entlastet das Klinikpersonal von Routinearbeiten.

Im Unternehmen arbeiten bereits 2.000 Mitarbeiter*innen im medizinischen Bereich mobil und weit über 50.000 Patient*innen buchten ihren Termin online. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz wird in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel der Auswertung von EKG-Diagrammen und Röntgenbildern oder der Medikation getestet. In der Initiative „Gesundheitsstadt Berlin 2030“ arbeitet Vivantes eng mit der Charité zusammen, um Gesundheitsversorgung und medizinische Forschung miteinander zu verzahnen. So tauschen die beiden landeseigenen Krankenhausunternehmen bereits Patientendokumente und demnächst auch normierte Daten digital untereinander aus.

Dr. Eibo Krahmer, Vivantes Geschäftsführer Finanzen, Infrastruktur und Digitalisierung: „Vivantes schafft die Infrastruktur für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung in Berlin. Dazu gehört eine digitale Infrastruktur, die Klinika, Medizinische Versorgungszentren, Pflegeeinrichtungen und Rehabilitation sektorenübergreifend und mit innovativen Lösungen nutzen, um den Patient*innen und Bewohner*innen ihre Behandlung und Aufenthalt so einfach, angenehm und sicher wie möglich zu machen. Gleichzeitig investieren wir massiv in moderne Gebäude, die auch unseren Mitarbeiter*innen die Arbeit erleichtern. Im vergangenen Jahr eröffneten wir unser neues Hauptstadtpflegehaus in Kaulsdorf sowie ein Versorgungs- und Logistikzentrum in Spandau. Außerdem sind wir mit unseren Großprojekten am Klinikum Neukölln und am Auguste-Viktoria-Klinikum ein großes Stück vorangekommen und haben vor kurzem Richtfest für diese Neubauten dort gefeiert.“

Bessere Arbeitsbedingungen und mehr neue Kolleg*innen

Mehr als 18.000 Mitarbeiter*innen in 300 Berufen sind bei Vivantes täglich für die Berliner*innen im Einsatz. Für sie brachte das Jahr 2021 erhebliche Verbesserungen. Vivantes einigte sich mit der Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Tochterunternehmen, der die Bedingungen des Tarifvertrages des Öffentlichen Dienstes (TVöD) weitestgehend übernimmt und deutliche Einkommenssteigerungen vor allem für die unteren Entgeltgruppen vorsieht. Diese werden nun schrittweise bis zum Sommer umgesetzt. Für die Beschäftigten im Pflege- und Funktionsdienst wurde der Tarifvertrag Pro Personal Vivantes unterzeichnet. Darin geht es vor allem um die Vermeidung von Belastung und die weitere Verbesserung der Ausbildungsqualität. Seit Winter 2021 wirbt Vivantes in einer breit angelegten Recruitingkampagne um neue Kolleg*innen.

Dorothea Schmidt, Vivantes Geschäftsführerin Personalmanagement: „Der Tarifvertrag Pro Personal Vivantes stellt einen Paradigmenwechsel in der deutschen Krankenhauslandschaft dar. Vivantes setzt diesen jetzt Punkt für Punkt und wie vereinbart um. Wir werden die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiter*innen in der Pflege, in Funktions- und medizinisch-technischen Diensten grundlegend verbessern. Das kommt auch unseren Patient*innen zugute. Wir wollen Belastungen vermeiden, bevor sie entstehen. Dafür brauchen wir rund 1.500 zusätzliche Pflegekräfte. Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt mehr Menschen für den sinnstiftenden und anspruchsvollen Pflegeberuf und für Vivantes zu gewinnen.“

Nachhaltig für Berlin

Vivantes übernimmt Verantwortung über den reinen Versorgungsauftrag hinaus und engagiert sich in vielen Bereichen nachhaltiger Unternehmensführung. So hat sich das Unternehmen mit dem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 dazu verpflichtet, die Energieeffizienz von 2019 bis 2022 jährlich um 0,5 Prozent zu steigern. Dank diverser Maßnahmen konnte dieses Ziel auch im letzten Jahr wieder erfüllt werden. Der Effekt: knapp 1,5 Millionen kWh eingesparte Energie – von Strom bis Erdgas.

Ein wichtiges Ziel von Vivantes ist es, den Anteil weiblicher Führungskräfte in allen Unternehmensbereichen auf mindestens 50 Prozent zu erhöhen – auch und gerade bei den chefärztlichen Positionen, wo Frauen immer noch unterrepräsentiert sind. Bei Vivantes stieg der Frauenanteil in den letzten fünf Jahren in diesen Positionen von 14,9 Prozent (2017) auf 24,9 Prozent im Jahr 2021.

Vielfältige Teams machen ein Unternehmen stark. Aus diesem Grund hat Vivantes in 2021 den konzernweiten Vivantes Diversity-Rat ins Leben gerufen, in dem sich Mitarbeiter*innen aus dem gesamten Unternehmen engagieren.

Tochterunternehmen für eine Versorgung auf höchstem Niveau

Zur Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH gehören neun Krankenhäuser, 19 stationäre Pflegeeinrichtungen, drei Kurzzeitpflegen, eine ambulante Rehabilitation, Medizinische Versorgungszentren, ein Hospiz sowie Tochtergesellschaften für Catering, Reinigung und Wäsche.

Unseren digitalen Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht finden Sie hier:

https://jahresbericht.vivantes.de/

https://nachhaltigkeitsbericht.vivantes.de/ 



 


 

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