Veröffentlicht am 01. November 2016

Vivantes Psychiatrie im Berliner Norden neu aufgestellt

- Neue Schwerpunkte sowie Angebote für Frauen, Sucht und Gerontopsychiatrie - Drei Chefarztstellen neu besetzt Die Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Bräunig im Vivantes Humboldt-Klinikum und im Vivantes Klinikum Spandau wurden als Departments für seelische Gesundheit neu strukturiert.

Unter dem Dach der Departments gibt es in beiden Häusern je eine Klinik für Suchtmedizin (mit den Chefärzten Dr. Jutta Hensel in Spandau und Dr. Udo Gersch im Humboldt Klinikum) sowie das Zentrum für seelische Frauengesundheit (mit Chefärztin Prof. Dr. Stephanie Krüger im Humboldt-Klinikum), und die neue Klinik für Gerontopsychiatrie mit Memory Clinic (unter Chefarzt Dr. Timo Pauli am Vivantes Klinikum Spandau).


Vivantes Klinikum Spandau - Department für seelische Gesundheit
Leiter: Prof. Dr. Peter Bräunig
- Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik - CA Prof. Dr. Peter Bräunig
- Klinik für Suchtmedizin - CA Dr. Jutta Hensel
- Klinik für Gerontopsychiatrie mit Memory Clinic - CA Dr. Timo Pauli

Vivantes Humboldt-Klinikum - Department für seelische Gesundheit - Zentrum für affektive Störungen
Leiter: Prof. Dr. Peter Bräunig

- Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik, Zentrum für affektive Störungen - CA Prof. Dr. Peter Bräunig
- Zentrum für Seelische Frauengesundheit - CA Prof. Dr. Stephanie Krüger
- Klinik für Suchtmedizin - CA Dr. Udo Gersch

 

Neue Kliniken für Suchtmedizin

Die neuen Kliniken für Suchtmedizin sind auf die Behandlung nach schädlichem Gebrauch und bei Abhängigkeit von Beruhigungs-, Schlaf- und Rauschmitteln ausgerichtet. Die neuen Chefärzte Dr. Jutta Hensel und Dr. Udo Gersch waren bereits zuvor mehrere Jahre als Oberärzte bei Vivantes tätig.

Dr. Jutta Hensel wuchs an der Nordseeküste auf und studierte in Marburg, Göttingen und Nairobi (Kenia). Ihre medizinische Laufbahn begann sie in Oldenburg. Nach einem Jahr in der Inneren Medizin und drei Jahren im Bereich Chirurgie wechselte sie in die Psychiatrie. Die Facharztprüfung absolvierte sie 2006 und arbeitete dann als Oberärztin am Karolinska Universitätskrankenhaus Stockholm (Schweden). Von 2012 bis 2014 durchlief sie berufsbegleitend den gemeinsamen Studiengang von Vivantes und der Hochschule Neubrandenburg zum MBA. 

Dr. Udo Gersch wurde in Dresden geboren, wuchs dort auch auf und absolvierte sein Studium. 2001 begann er seine Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Chemnitz, bevor er 2006 ans Vivantes Humboldt-Klinikum wechselte, wo er 2008 auch seinen Facharzt abschloss. Berufsbegleitend studierte er an der Hochschule Neubrandenburg und erwarb dort 2014 einen MBA. Zudem besitzt er Qualifikationen im ärztlichen Qualitätsmanagement und in der Geriatrie. „Gerade ältere Patienten führt die Einnahme von sogenannten Benzodiazepinen und Hypnotika (z.B. Schlafmittel) mitunter in die Abhängigkeit. Hier wollen wir mit unserem Schwerpunkt Lösungswege aufzeigen“, so Dr. Gersch.  

Neue Klinik für Gerontopsychiatrie mit Memory Clinic am Klinikum Spandau

Dr. Timo Pauli arbeitete bereits seit sechs Jahren bei Vivantes, in den letzten zwei Jahren als leitender Oberarzt, bevor er nun die Leitung als Chefarzt übernahm. 

Dr. Timo Pauli, Chefarzt der Gerontopsychiatrie mit Memory Clinic: „Die Behandlung von Menschen mit Demenzen und anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen ist eine große Herausforderung, der wir mit unserer Klinik gerecht werden wollen – von der Früherkennung und der Erstabklärung bis hin zu weit fortgeschrittenen Erkrankungen und deren Komplikationen. Ich freue mich, dass wir die gerontopsychiatrischen Kompetenzen aller ärztlichen, pflegerischen, psychologischen und komplementärtherapeutischen Kolleginnen und Kollegen in unserer Klinik bündeln können."

Dr. Pauli studierte in Münster Medizin, bevor er ab 2005 erst in Lingen, dann in Minden als Assistenzarzt in Innerer Medizin und Neurologie arbeitete. 2010 wechselte er zu Vivantes in die Klinik für Psychiatrie im Humboldt-Klinikum, wurde dann 2012 Facharzt für Neurologie und Oberarzt der Klinik für Psychiatrie im Vivantes Klinikum Spandau. Außerdem qualifizierte er sich zum Master of Business Administration für Krankenhausmanagement sowie zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

 

Frauen und „Sucht im Alltag“ – ein  neues Angebot am Zentrum für Seelische Frauengesundheit bei Vivantes startet

Das Zentrum für Seelische Frauengesundheit ist seit fünf Jahren am Humboldt-Klinikum erfolgreich etabliert. Seitdem ist die Zahl der Suchtpatientinnen um rund 40 Prozent gestiegen. Daher bietet das Zentrum ab 1. November 2016 eine ärztliche und psychologische Sprechstunde für Frauen mit Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit an. Auch Frauen, die befürchten, sie könnten in eine solche Abhängigkeit rutschen, können hier vertraulich beraten werden.

Wenn Frauen zu Medikamenten oder Alkohol greifen, kann sich eine Sucht entwickeln – manchmal schleichend, und oft im Verborgenen. „Insbesondere wenn Alltagsprobleme, wie Doppelbelastung, Berufs-  oder partnerschaftlicher Stress eine Rolle spielen, versuchen manche Frauen, sich mit beruhigenden Medikamenten, Schmerzmitteln, oder Alkohol über Wasser zu halten und kommen aus diesem Teufelskreis dann oft alleine nicht mehr heraus“, berichtet Chefärztin Prof. Dr. Stephanie Krüger vom Zentrum für Seelische Frauengesundheit.

Viele Frauen schämen sich, mit dem Problem zum Arzt zu gehen, selbst dann, wenn bereits körperliche Folgen des Konsums aufgetreten sind, oder das Leben aus den Fugen zu geraten droht.

Man geht davon aus, dass etwa ein Drittel der alkoholabhängigen Menschen Frauen sind. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen aufgrund einer Alkoholvergiftung stieg bei Frauen erheblich an und ist seit einigen Jahren sogar fünfstellig. Chefärztin Prof. Dr. Stephanie Krüger: „Alkoholmissbrauch galt lange eher als Männer-Problem. Deswegen richteten sich Behandlungskonzepte bisher auch eher an „männlichen“ Behandlungsbedürfnissen aus.“

Schlaf- und Beruhigungsmittel werden Frauen doppelt so häufig verschrieben wie Männern. Das weibliche Suchtverhalten unterscheidet sich vom männlichen vor allem durch die Substanzwahl, den Suchtverlauf und die Ursachen. Besonders häufig gehen Suchtprobleme bei Frauen mit anderen psychischen Erkrankungen einher, wie etwa Depressionen oder Angststörungen. Im Zentrum für Seelische Frauengesundheit erfolgt eine sorgfältige Diagnostik des Missbrauchs- oder Suchtproblems sowie eventueller psychischer Begleiterkrankungen. Im Anschluss daran wird mit der Patientin ein individueller Behandlungsplan erarbeitet.

 

Hintergründe

Die beiden Departments für seelische Gesundheit besitzen ein breites Behandlungsspektrum.

Das von Prof. Bräunig geleitete Zentrum für affektive Störungen ist seit vielen Jahren Markenzeichen am Humboldt-Klinikum. Behandelt werden hier Depressionen, bipolare Störungen und Angsterkrankungen. Seit 2006 ebenso fester Bestandteil ist das Zentrum für transkulturelle Psychiatrie. 2011 wurde das Zentrum für seelische Frauengesundheit gegründet und 2016 die Klinik für Suchtmedizin mit einer Ambulanz, Tagesklinik und einem Fokus auf Medikamentenabhängigkeit.

Am Vivantes Klinikum Spandau entwickelt sich in der Klinik für Gerontopsychiatrie ein Schwerpunkt für neuropsychologische Störungen, Gedächtnisstörungen und Demenzen sowie in der Kooperation mit der Klinik für Suchtmedizin der Schwerpunkt Suchterkrankungen im Seniorenalter.

 

 

Foto: © styf - Fotolia

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