Veröffentlicht am 23. Februar 2018

Was ist Osteomyelitis? Vivantes begeht den "Tag der seltenen Erkrankungen" am 28. Februar 2018

Wer an einer besonders seltenen Krankheit leidet, wird auch „Waise der Medizin“ genannt: Aufgrund ihrer Seltenheit sind die meist chronisch verlaufenden und oft genetisch bedingten, nur selten heilbaren Erkrankungen kaum erforscht und es gibt nur wenige Informationen, Medikamente und Therapien für Patient*innen.

Anlässlich des „Tages der seltenen Erkrankungen“ informiert Prof. Dr. Hermann Girschick, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in einem Vortrag über das Krankheitsbild der „chronischen nicht-bakteriellen Osteomyelitis (CNO)“.

Dabei handelt es sich um eine seltene Knochenentzündung (Osteo = Knochen, Myel = Mark). Die herkömmlich bekannte Osteomyelitis entsteht, wenn sich an einem Knochen oder seinem angrenzenden Gewebe (z.B. in einer infizierten Wunde) Keime ansiedeln und über den Blutstrom zum Knochen gelangen. Das höchste Infektionsrisiko besteht dabei bei offenen Knochenbrüchen. Wenn nach Verletzungen oder Operationen Schmerzen und Schwellungen nicht zurückgehen und Wundflüssigkeit abgesondert wird, oder Jahre nach einer abgeschlossenen Behandlung auftreten, kann dies ein Hinweis auf eine bakterielle Osteomyelitis sein.

Die Diagnose dieser seltenen Erkrankung ist schon dadurch erschwert, dass keine Bakterien am Ort des Geschehens gefunden werden. Sie stellt sozusagen eine rheumatische Entzündungserkrankung des Knochens dar.

Das Besondere ist, dass reine „chirurgische Sanierungsversuche“  und Therapien mit Antibiotika meist nicht zum Ziel führen. Allerdings sind entzündungshemmende Medikamente (quasi Schmerzmedikamente) von großer Bedeutung in der Therapie: Diese Kenntnis über die CNO Erkrankung kann unnötige operative Eingriffe vermeiden helfen und auch dauerhaft zur Ausheilung führen.

Zum Tag der seltenen Erkrankungen

Der „Tag der seltenen Erkrankungen“, der seit 2008 jährlich ausgerufen wird setzt sich zum Ziel, Politik, Gesellschaft, Forschung und Medizin für das Thema zu sensibilisieren. Rund 7000 Erkrankungen werden dazu gezählt, von denen jeweils nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen in der EU betroffen sind.
Die ACHSE (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V.) ist das Dach von über 120 Selbsthilfeorganisationen für seltene Erkrankungen. Gemeinsam im NAMSE (Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen), arbeitet die ACHSE daran, die Versorgungsstrukturen, Informationen und die Forschungssituation nachhaltig zu verbessern.   

www.seltenekrankheiten.de

www.achse-online.de

www.namse.de

  

Pressemitteilung
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