Veröffentlicht am 29. Mai 2018
Weltnichtrauchertag: Erste deutsche Pilotstudie zu Rauchstopp mit Belohnung bei Schwangeren startet bei Vivantes

Hilft es Schwangeren beim Rauchstopp, wenn sie Belohnungen erhalten? Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai starten das Vivantes Mutter-Kind-Zentrum und das Vivantes Institut für Tabakentwöhnung und Raucherprävention am Klinikum Neukölln ein Pilotprojekt, bei dem die Besonderheiten beim Rauchstopp von Schwangeren untersucht werden.


Nur wer rauchfrei bleibt, erhält Belohnung
Im ersten Pilotprojekt in Deutschland dieser Art wird ab Juni 2018 eine Gruppe schwangerer Raucherinnen beim Aufhörversuch monetär belohnt und psychologisch unterstützt, eine weitere Gruppe erhält  psychologische Unterstützung. Zweimal wöchentlich sollen die Teilnehmerinnen über einen Zeitraum von 20 Schwangerschaftswochen zu einer Kohlenmonoxid-Messung ihrer Ausatemluft ins Klinikum kommen und an einer Befragung teilnehmen. Nur wer rauchfrei ist, erhält wöchentlich eine Belohnung. Das können Geld oder Gutscheine sein. Erstmals werden solche Bonifizierungsanreize im deutschen Sprachraum eingesetzt und evaluiert.

Effektivere Rauchstopp-Methoden gesucht
Dr. Karin Vitzthum, Leiterin des Vivantes Instituts für Tabakentwöhnung und Raucherprävention: „Im englischsprachigen Raum gibt es bereits vergleichbare Untersuchungen, bei denen gute Erfolge mit der materiellen Belohnung von Rauchfreiheit bei schwangeren Frauen erzielt wurden. Die Studienlage zeigt, dass Boni zur Motivation, während der Schwangerschaft rauchfrei zu bleiben, eine effektive Methode zur Erreichung dieses Ziels sein können.“ Bereits eine kurze, aber gezielte Beratung erhöhe nachweislich die Erfolgschancen auf einen Rauchstopp, so Vitzthum. Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 030-130 142487 melden.

Was schwangere Raucherinnen riskieren
Rauchen in der Schwangerschaft schadet Mutter und Kind. Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass es bei Raucherinnen zu Schwangerschaftskomplikationen wie etwa Fehlgeburt, vorzeitige Plazentalösung, vorzeitigen Blasensprung, Frühgeburt oder Wachstumsprobleme des Fötus kommt, wie PD Dr. Schlembach, Chefarzt der Klinik für Geburtsmedizin des Vivantes Klinikum Neukölln, erklärt: „Rauchen in der Schwangerschaft ist der wichtigste, vermeidbare Grund für Schwangerschaftskomplikationen und für gesundheitliche Langzeitfolgen für das Kind sowie für eine erhöhte Kindessterblichkeit. Der Anteil der rauchenden Schwangeren ist in Deutschland vergleichsweise hoch. Um dem entgegen zu wirken, werden effektive Methoden der Entwöhnung benötigt.“

Hineinspaziert in die Lunge und „Vitamin statt Nikotin“
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2018 plant das Klinikum viele Aktionen: vom begehbaren Lungenmodell über den Selfie-Fotoautomat bis zu Äpfeln als Tauschobjekt für nichtgerauchte Zigaretten und der Übergabe von Parkscheiben für ein rauchfreies Auto von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin.

Was: begehbares Lungenmodell, Fotoautomat, Aktion „Vitamin statt Nikotin“
Wann: 31. Mai 2018, 10.00-18.00 Uhr
Wo: Vivantes Klinikum Neukölln, Haupthaus (Haus 30), Rudower Straße 48, 12351 Berlin

Entwöhnungsprogramm Einzelnen zugeschnitten
Das Team des Instituts für Tabakentwöhnung und Raucherprävention besteht aus erfahrenen Psychologinnen und Psychologen sowie Ärztinnen und Ärzten. Nach einer eingehenden Diagnostik stimmen sie wissenschaftlich geprüfte Methoden zur Tabakentwöhnung auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen ab und erarbeiten ein individuell zugeschnittenes Entwöhnungsprogramm zum Rauchstopp. Es werden auch hausintern und regional Schulungen und Beratungen durchgeführt, etwa in Arztpraxen, und so wird dazu beigetragen, die Nichtraucherquote zu erhöhen.

Schon 10 Jahre „rauchfreies Krankenhaus“
Das Vivantes Klinikum Neukölln ist seit nunmehr 10 Jahren „rauchfreies Krankenhaus“ und wurde 2017 erneut für drei Jahre vom Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen DNRfK e.V. mit dem Silber-Zertifikat ausgezeichnet.