Leistungsspektrum

Konventionelles Röntgen

Die konventionelle Röntgendiagnostik benutzt die nach Conrad Röntgen benannten Strahlen, um Projektionsaufnahmen des menschlichen Körpers anzufertigen und hat seit Jahrzenten einen unverändert hohen Stellenwert in der medizinischen Diagnostik. Besonders in Notfallsituationen, aber auch bei prä- und postoperativen Kontrollen, sowie vielen anderen Fragestellung wird sie auch weiterhin bevorzugt angewandt. Die Röntgenuntersuchung selbst dauert weniger als eine Sekunden und ist vollkommen schmerzfrei.

Sie ist immer noch die am häufigsten durchgeführte Methode, um Aufnahmen des menschlichen Körpers anzufertigen.

Da mit der Hilfe von Röntgenstrahlen untersucht wird, muss vor jeder Untersuchung von einem fachkundigen Arzt die rechtfertigende Indikation geklärt werden. Moderne Röntgenaufnahmesysteme arbeiten jedoch mit einer extrem niedrigen Strahlendosis. Strahlensensible Körperregionen, die nicht direkt untersucht werden sollen, werden dabei mit einem Bleischutz versehen.

Schnittbild: Computertomographie

Während die herkömmliche Röntgenuntersuchung ein sogenanntes projektionsradiographisches Verfahren ist, bei dem sich alle Teilorgane der durchstrahlten Körperregion als Schattenbild übereinander projizieren, ist die CT als Schnittbildverfahren in der Lage, die Körperstrukturen überlagerungsfrei darzustellen.

Während die ersten Computertomographen den Körper noch "wie eine Salami" Scheibe für Scheibe einzeln abgetastet haben, wird der Patient gleichmäßig durch das Gerät bewegt. Daraus resultiert ein 3-dimensionaler Datensatz.

Auf den Schnittbildern werden die Körperstrukturen entsprechend ihrer Röntgendichte in unterschiedlichen Graustufen wiedergegeben. Wie auf dem herkömmlichen Röntgenbild sind Knochen mehr oder weniger hell dargestellt, Luft und lufthaltige Organe dagegen dunkel; die anderen Gewebestrukturen liegen auf einer Grauskala zwischen diesen Extremen.

Wenn die natürlichen Dichteunterschiede im Gewebe zur Unterscheidung nicht ausreichen, kann man sie häufig durch jodhaltiges Kontrastmittel, das über die Vene in den Kreislauf eingebracht wird, verstärken. Auf diese Weise lassen sich z.B. Tumoren in der Leber besser erkennbar machen und auch Gewebeeigenschaften wie die Durchblutung charakterisieren.

Die gute Bildqualität, hohe Ortsauflösung, geringe Empfindlichkeit gegenüber Bildstörungen und schnelle Durchführung machen zusammen mit dem sehr hohen diagnostischen Potential die CT zu einem der wichtigsten medizinischen Bildgebungsverfahren der heutigen Zeit, das für viele Fragestellungen konkurrenzlos ist. Die CT ist unabhängig vom Untersucher und standardisiert einsetzbar für Verlaufsuntersuchungen.

Die Strahlenbelastung konnte durch verschiedene Maßnahmen (gerätetechnisch und durch Abschirmungsmaßnahmen am Patienten) bereits erheblich reduziert werden. Wenn die Computertomographie sinnvoll und fachkundig eingesetzt wird, überwiegt ihr Nutzen bei weitem das Risiko der Strahlenbelastung.

Einen besonderen Stellenwert hat bei uns die CT-Untersuchung des Herzens zur Beurteilungen der Herzkranzgefäße und Beurteilung von strukturellen Veränderungen, z.B. bei einer Angina pectoris Symptomatik oder vor einer elektrophysiologischen Untersuchung durch die Kollegen der kardiologischen Abteilung. 

Bei der nur wenige Minuten dauernden Untersuchung wird die Messungen mittels EKG Übertragung dem Herzschlag des Patienten angepasst, so dass detaillierte Aussagen zum Beispiel über den Grad der Verkalkung von Herzkranzgefäßen oder strukturelle Anomalien und Normvarianten gemacht werden können.

3D-Datensatz einer computertomographischen Untersuchung des Herzens.

Sehr häufig wird die Computertomographie bei uns als Steuerungsinstrument in der "interventionellen Radiologie" eingesetzt.

Hierzu zählt u.a. die Entnahme von Gewebeproben durch Punktion (Stanzbiopsie), das Einbringen von Drainagekathetern, Nervverödung oder Schmerzentlastung durch Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten, sowie die Zerstörung on Tumorgewebe durch gezielte Hitzeeinwirkung (Radiofrequenzablation).

Mit der CT lassen sich krankhafte Gewebsveränderungen oder Flüssigkeitsverhalte lokalisieren, aber ebenso die empfindlichen Nachbarstrukturen, die bei der Punktion nicht verletzt werden sollen. Die Position und das schrittweise Vorführen der Punktionsnadel werden durch CT-Einzelaufnahmen (mit entsprechend nur geringer Strahlenbelastung) kontrolliert. Das Komplikationsrisiko ist extrem gering.

Fast alle Eingriffe dieser Art erfordern bei uns lediglich eine örtliche Betäubung. Nur wenige Behandlungen finden in Vollnarkose statt.

CT-gesteuerte Gewebeentnahme eines krankhaft veränderten Lymphknoten neben der Hauptschlagader.

CT-gesteuerte Gewebeentnahme aus einem Lungenkrebs-verdächtigem Herd.

Schnittbild: MRT

Ähnlich wie die CT ist die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein radiologisches Schnittbildverfahren, das die Darstellung beliebiger Ebenen und Organe des Körpers mit hohem Weichteilkontrast erlaubt. Im Gegensatz zur Computertomographie oder dem konventionellen Röntgen beruht die MRT-Bildgebung auf einer unterschiedlichen Magnetisierung der Wasserstoffatome in den verschiedenen Organen des Körpers. Dies geschieht durch einen sehr starken Magneten innerhalb des MR-Tomographen.

In der MRT wird keine Röntgenstrahlung angewendet, so dass auch Kinder oder Schwangere gefahrlos untersucht werden können.

Genau wie in der CT wird bei speziellen Fragestellungen intravenös Kontrastmittel appliziert um den gewebekontrast, z.B. von Tumoren aber auch von Gefäßen zu erhöhen. Hierbei handelt es sich um Gadolinium haltiges Kontrastmittel mit einem nahezu vernachlässigbaren Nebenwirkungsrisiko.

Die Methode hat sich seit ihrer Einführung in die Klinik vor mehr als 20 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und kann inzwischen bei zahlreichen Fragestellungen zu Hilfe genommen werden.

Im Urbankrankenhaus werden die Patienten mit einem Gerät der neuesten Generation untersucht, welches mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 Tesla (T) arbeitet, und jede beliebige Körperregion in weniger als 30 Minuten darstellen kann.

Einen besonderen Stellenwert hat bei uns die MRT-Untersuchung des schlagenden Herzens zur Beurteilungen von strukturellen, entzündlichen oder ischämischen Veränderungen, z.B. nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung. Bei der ca 45minütigen Untersuchung werden die verschiedenen Messungen mittels EKG Übertragung dem Herzschlag des Patienten angepasst, so dass eine detaillierte Aussage über die Herzfunktion getroffen werden kann.

 

Messung am schlagenden Herzen in der MRT.

Interventionelle Radiologie

Moderne bildgebende Methoden (Angiographie, Computertomographie und Ultraschall) erlauben  es, spezielle millimeterdünne Instrumente im Körper zu steuern, um so ein erkranktes Gewebe zu erreichen und dort zu wirken.

Die Untersuchungen werden überwiegend in örtlicher Betäubung durchgeführt, Patienten können das Krankenhaus meistens bereits am nächsten Tag verlassen.

Zu den Einsatzgebieten der Interventionellen Radiologie zählen folgende Krankheitgruppen:

Periphere arterielle Verschlüßkrankheit führt zu Einengung der Schlagader durch Atherosklerose und dadurch zu Durchblutungsstörungen in den Beinen, die sich je nach Ausmaß als Schaufensterkrankheit, Schmerzen oder chronische Fußwunden bemerkbar macht.

Durch einen Einstich in der Leiste können die Engstellen mit einem kleinen Ballon aufgedehnt und beseitigt werden, in einigen Fällen wird der Erfolg mit einem Metallgitterröhrchen (Stent) gesichert. Mit Hilfe des jodhaltigen Kontrastmittels werden die Gefäße sichtbar und der Eingriff sicher und kontrollierbar. Bei Patienten mit Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen kann die Untersuchung mit Kohledioxid durchgeführt werden, was die Sicherheit zusätzlich erhöht.

Bei der Behandlung der Krebserkrankungen spielt die Interventionelle Onkologie eine enorm wichtige Rolle.

Wird die Diagnose gesichert und steht eine Chemotherapie an, kann unter Röntgenkontrolle durch einen Interventionsradiologen ein langfristiger venöser Zugang implantiert werden. So werden die Venen geschönt, die durch Chemotherapie in Leidenschaft gezogen werden. Unsere Abteilung bietet entweder komplett unter die Haut implantierbare sog. Portkathetersysteme, oder über eine Oberarmvene eingeführte zentralvenöse Katheter an.

Die Interventionelle Onkologie erlaubt auch eine gezielte Behandlung der Lebertumoren (sowohl bei einem Leberkrebs als auch bei Lebermetastasen). Über einen kleinen Einstich in der Leiste werden die tumorversorgenden Gefäße mit einem winzigen Katheter erreicht. Dort werden chemotherapeutische Substanzen direkt in den Tumor appliziert, so dass das gesunde Lebergewebe ausgepart wird. Anschließend werden noch kleine Kunsstoffkügelchen injiziert, die die Tumorgefäße verschließen und so zu einer Schrumpfung des Tumors führen. Alternativ zu dieser sog. Chemoembolisation (TACE) kann auch eine Radioembolisation (mit radioaktiven Mikrokugeln) zu einer lokalen Starhlentherapie verwendet werden (selektive interne Radiotherapie, SIRT).

Als eine selbständige oder ergänzende Methode wird eine lokale Zerstörung des Tumors durch Hitze durchgeführt (Radiofrequenzablation, RFA). Unter Sichtkontrolle in der Computertomographie, um eine präzise Position zu erreichen und Komplikationen durch Schädigung von Nachbarorganen zu vermeiden, wird dabei in den Tumor eine spezielle Nadel platziert, und ein Wechselstrom angelegt,  was zu einer kompletten Zerstörung des Tumorgewebes durch Hitze führt.

Auch Komplikationen eines Tumorleidens (Blutungen, Gefäßverschlüße, starke Schmerzen) sowie einer fortgeschrittenen Leberzirrhose (Aszites – Bauchwassersucht und Blutungen aus Speiseröhrenvarizen) können mit Hilfe der interventionellradiologischen Methoden wie Embolisation, TIPS behandelt werden.

Chemoembolisation eines Lebertumors

Rekanalisation einer Oberschenkelarterie 

Mammo-Diagnostik

Die Brustdiagnostik oder senologische (französisch: „die Brust“)  Diagnostik

Brustkrebs ist mit 32% die häufigste aller Krebserkrankungen der Frau; statistisch erkrankt etwa jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens daran, etwa 70. 000 Erkrankungen werden jedes Jahr neu diagnostiziert. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, allerdings viel seltener als Frauen.

Die meisten Brustkrebserkrankungen sind heute heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Zur Diagnostik stehen mehrere Verfahren zur Verfügung:
Mammographie (Röntgen)
Sonographie (Ultraschall)
Kernspintomographie (MRT)

Die Mammographie, eine sehr empfindliche Methode zum Aufspüren eines Brustkrebses, ist eine Röntgendarstellung der Brust von oben und schräg seitlich mit Kompression der Brust. Aufgrund der technischen Neuerungen der letzten Jahre ist die Strahlenbelastung wesentlich geringer als früher und der Nutzen einer Brustkrebsfrüherkennung wiegt das Strahlenrisiko bei weitem auf.

Sollte ein Befund auf den Mammographieaufnahmen nicht eindeutig sein, gibt es die Möglichkeit der Tomosynthese der Brust. Dabei wird die Brust aus unterschiedlichen Winkeln geröntgt, um einen Tumor von überlagerndem, normalen Brustgewebe unterscheiden zu können.

Der Ultraschall (Sonographie) ist weitere Methode zur Brustkrebserkennung. Durch können beispielsweise bestimmte gutartige knotige Veränderungen sicher von Tumorknoten unterschieden werden.

Mammographie und Ultraschall sind einander ergänzende Untersuchungsmethoden.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird auch die Kernspintomographie (MR, MRT) zur Diagnosefindung herangezogen.

Bei verdächtigen Befunden oder zur genaueren Klassifizierung eines Tumors besteht die Möglichkeit einer Gewebeentnahme (Biopsie). Diese findet in örtlicher Betäubung und unter sonographischer, mammographischer oder kernspintomographischer Steuerung statt.

Sollte eine Brustkrebserkrankungfetstgestellt werden, stehen zur Beurteilung einer Metastasierung (Streuung) des Tumors die Computertomographie (CT) und die Nuklearmedizin zur Verfügung.

Sonographie

Die Sonographie, auch Ultraschall genannt, ist eine seit Jahrzehnten bewährte, für den Patienten nicht belastende und sehr effektive Möglichkeit der Bildgebung.

Wie der Name besagt, beruht die Methode auf der Nutzung von Ultraschallwellen, also nicht von Röntgenstrahlen und ist damit völlig unschädlich.

Prinzipiell funktioniert die Sonographie wie ein Echolot. Der Schallkopf sendet Schallwellen aus und empfängt die vom Gewebe reflektierten Schallwellen auch wieder. Die ausgesendeten Schallwellen werden dabei in den einzelnen Gewebearten unterschiedlich stark gestreut, absorbiert oder reflektiert. Aus der Zeit vom Aussenden bis zum Wiedereintreffen der Schallwellen zum Einen und ihrer Stärke zum Anderen wird das Ultraschallbild berechnet und auf dem Monitor in Echtzeit in verschiedenen Graustufen dargestellt.

Aufgrund der Unschädlichkeit findet die Sonographie ein weites Einsatzgebiet im Rahmen der Diagnostik- vom Ungeborenen bis zum Schwerkranken- und im Rahmen der Therapiekontrolle. 

Nahezu der gesamte Körper ist dem Ultraschall zugänglich, beispielsweise die inneren Organe, die Blutgefäße, die Schild- und die Brustdrüse und die inneren Geschlechtsorgane bei Frau und Mann. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist die Pränataldiagnostik und die Schwangerenvorsorge. Mit Einschränkungen kann der Ultraschall auch im Bereich des Bewegungsapparats hilfreich sein.

Sonographische Untersuchung des Oberbauches