Veröffentlicht am 29. Oktober 2021

Einigung bei Vivantes Tochterunternehmen

Eckpunktepapier wurde unterzeichnet

Vivantes und die Gewerkschaft ver.di haben sich unter der Vermittlung des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck auf ein Eckpunktepapier für die Tochterunternehmen verständigt. Das Papier wurde am Freitag (29.10.21) unterzeichnet. Wesentliche Punkte betreffen die stufenweise Annäherung an den TVöD bis Ende des Jahres 2025 bei den Tabellenentgelten, gestaffelte Jahressonderzahlungen sowie eine Übernahme der Manteltarifbestandteile des TVöD bis auf wenige Ausnahmen, also der Regelungen bezüglich Arbeitszeit, Zulagen und Zuschlägen sowie zahlreicher weiterer Themen.

Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Geschäftsführung (komm.): „Wir freuen uns sehr, dass wir nach langen und schwierigen Verhandlungen jetzt eine Verständigung auf ein Eckpunktepapier erreichen konnten. Mit dieser Einigung werden den Beschäftigten in den Tochtergesellschaften deutlich bessere Konditionen geboten. Dies stellt das Unternehmen vor große wirtschaftliche Herausforderungen, die wir gemeinsam mit dem Land Berlin bewältigen müssen. Wir hoffen nun auf eine baldige Normalisierung der Versorgungsprozesse für die Patientinnen und Patienten nach der langen Streikphase. Nur gemeinsam können wir eine qualitativ hochwertige Versorgung in unseren Kliniken und Einrichtungen sicherstellen und das Potential unseres Netzwerks nutzen.“

Insgesamt beläuft sich das Volumen der Vereinbarung auf rund 68 Mio. Euro. Der größte Teil entfällt auf die Laufzeit von vier Jahren bis Ende 2025, erste Zahlungen erfolgen aber bereits in diesem Jahr. Auf Basis des Eckpunktepapiers wird anschließend der Tarifvertrag ausgehandelt.

Ivo Garbe, Verhandlungsführer ver.di: „Mit diesem Eckpunktepapier haben die Beschäftigten der Tochterunternehmen sich ganz entscheidende Verbesserungen erkämpft. Insbesondere in den unteren Lohngruppen bedeutet das in Zukunft deutliche höhere Einkommen und deutlich mehr Gerechtigkeit. Sie können stolz sein auf das, was sie in dieser langen Tarifauseinandersetzung erreicht haben. Ihr Engagement war entscheidend. Jetzt gilt es, das Erreichte gemeinsam umzusetzen.“

Der Streik in den Vivantes Tochterunternehmen bleibt mit der Einigung auf ein Eckpunktepapier bis auf weiteres ausgesetzt. Eine vorläufige Aussetzung des Streiks hatte bereits seit Beginn des Spätdienstes am Freitag (22.10.2021) bestanden.

Matthias Platzeck: „Ich bin zuversichtlich, dass die jetzt gefundene Einigung eine gute Grundlage darstellt für die Ausformulierung der Tarifverträge. Das Eckpunktepapier berücksichtigt die Belange beider Seiten - eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Lösung am Ende tragfähig ist.“

Vivantes befindet sich seit Februar 2021 in Tarifverhandlungen mit ver.di für die Vivantes Tochterunternehmen MVZ GmbH, VivaClean Nord und Süd GmbH, Vivantes Service GmbH, Speiseversorgung und -logistik GmbH und Rehabilitation GmbH. Das betrifft rund 1.250 Beschäftigte.

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