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Wenckebach-Klinikum

Zukunftskonzept

Die stationäre Patientinnen- und Patientenversorgung wird Schritt für Schritt vom Wenckebach-Klinikum in Tempelhof an das nur drei Kilometer entfernte Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg verlagert. Erste Krankenhausbetten sind bereits 2020 umgezogen. Der Tempelhofer Standort wird mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden zu einem innovativen Gesundheitscampus mit ambulanter Medizin weiterentwickelt.

Dr. Johannes Danckert

Wir wissen, dass die Entscheidung über die Verlagerung der stationären Kapazitäten für die Mitarbeitenden und Teams des Wenckebach-Klinikums, die sich dort – auch unter schwierigen Rahmenbedingungen – in den vergangenen Jahren hochgradig engagiert haben, nicht einfach ist und viel Veränderung bedeutet.

Geschäftsführer KlinikmanagementDr. Johannes Danckert

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Durch die Verlagerung der stationären Patientinnen- und Patientenversorgung an das Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum wird die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen gestärkt. Das sichert nachhaltig die Behandlungsqualität: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist schneller und einfacher, wenn alle an einem Standort sind – etwa für unkompliziertere Konsile (fachübergreifende Beratungen im Team). Beide Krankenhausstandorte Wenckebach- und Auguste-Viktoria-Klinikum arbeiten bereits jetzt eng zusammen und haben gemeinsame Chefärztinnen und Chefärzte.

Drei Fragen an Dr. Johannes Danckert

Wie sieht die Zukunft des Vivantes Wenckebach-Klinikum aus? Was bedeutet das für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wie können Mitarbeitende den Prozess mitgestalten? Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführer Klinikmanagement, beantwortet im Videointerview wichtige Fragen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie sieht die Zukunft im Wenckebach-Klinikum aus?

Wird das Krankenhaus jetzt geschlossen?

Nein. Die stationären Kapazitäten des Wenckebach-Klinikums werden im Verlauf der nächsten Jahre nach und nach in den Neubau am Auguste-Viktoria-Klinikum verlagert, der derzeit errichtet wird (mehr in unserer Pressemitteilung). Insofern wird (auch) für das Wenckebach-Klinikum am Grazer Damm neu gebaut, da die Fachkliniken dort einziehen werden. Genauer gesagt, werden die Kliniken beider Häuser - des Wenckebach-Klinikums und des Auguste-Viktoria-Klinikums - im Neubau integriert. Das passiert schrittweise, weil der Umzug von den Baufortschritten und den dort geschaffenen Räumlichkeiten abhängt.


Warum konnte das Wenckebach-Klinikum nicht am jetzigen Standort bleiben?

Das Gelände ist schön, aber die denkmalgeschützten Gebäude entsprechen nicht mehr den modernen Klinikanforderungen und haben keine zukunftsfähigen Strukturen. Die Stationseinheiten sind zu klein, die Gänge sehr lang, die Patientenzimmer haben keine integrierten Bäder. Zudem sind die Gebäude stark sanierungsbedürftig. Weil Vivantes seit vielen Jahren nicht genug Instandhaltungsmittel für seine Standorte erhalten hat, ist ein großer Rückstau bei den Instandhaltungen entstanden. Nach derzeitigen Berechnungen müssten für das Wenckebach-Klinikum 154 Mio. Euro aufgewendet werden, die das Unternehmen nicht hat. Mit diesen Mitteln hätte man zudem noch kein modernes Krankenhaus geschaffen.


Wie wird die Versorgung von Notfallpatient*innen gesichert, wenn die Rettungsstelle an das Auguste-Viktoria-Klinikum zieht?

Die medizinische Versorgung für Rettungsstellenpatientinnen und -patienten bleibt auch bei einer Verlagerung der Rettungsstelle ins Auguste-Viktoria-Klinikum auf dem gleichen, hohen Niveau und wird täglich, auch an Feiertagen 24 Stunden gewährleistet. Der Fahrtweg vom Standort Wenckebach-Klinikum ins Auguste-Viktoria-Klinikum beträgt rund 3,5 Kilometer. Simulationen zeigen, dass sich die Zeit, innerhalb der Notfallpatient*innen aus Tempelhof-Schöneberg durchschnittlich eine Rettungsstelle erreichen, durch die Verlagerung der Rettungsstelle nicht verlängert (mehr dazu im Kliniksimulator).


Was bringt der Umzug ans Auguste-Viktoria-Klinikum für Vorteile?

Mit dem Neubau am Grazer Damm hat der Bezirk innerhalb der kommenden Jahre die Chance, ein komplett neues hochmodernes Krankenhaus zu erhalten. Bei der Planung des Neubaus konnten alle Anforderungen berücksichtigt werden, die an eine zeitgemäße Gesundheitsversorgung gestellt werden. Durch eine moderne Ausstattung verbessert sich die Patientenversorgung genauso, wie durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachkliniken, die dann alle an einem Standort konzentriert sind.

Auch dringend erforderliches Fachpersonal kann am neuen Standort leichter gewonnen werden: Neue Mitarbeitende vergleichen räumliche Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld miteinander. Die Ansprüche von Patient*innen und Mitarbeiter*innen an Unterbringung und Arbeitsumfeld können in einem Neubau am Auguste-Viktoria-Klinikum deutlich besser erfüllt werden.


In welchem Zeitraum ist der Umzug der Fachkliniken im Einzelnen geplant? Wie lange sind die Teams noch am alten Standort erreichbar?

Grundsätzlich werden die Kliniken für Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Anästhesie, Gastroenterologie, Psychiatrie und Kardiologie bereits heute an beiden Standorten von ein und derselben Person geleitet, die weiterhin für Patient*innen und niedergelassene Ärzt*innen ansprechbar ist. Darüber hinaus gibt es einen Zeitplan für die Umzüge:

2020: Die Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie und interdisziplinäre Endoskopie zieht noch in diesem Jahr in die bereits bestehenden Räumlichkeiten im Auguste-Viktoria-Klinikum.

2021: Die Klinik für Chirurgie – Visceral und Gefäßchirurgie, die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie sowie die Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie werden an den Grazer Damm verlagert. Das betrifft insgesamt rund 80 somatische Betten.

2024 oder später: Die Rettungsstelle und die Intensivmedizin ziehen erst dann um, wenn der Neubau am Auguste-Viktoria-Klinikum weit genug fortgeschritten ist, um diese Bereiche aufzunehmen. Die Klinik für Innere Medizin – Geriatrie – Zentrum für Altersmedizin und die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik – Gerontopsychiatrie ziehen voraussichtlich als Letzte ins Auguste-Viktoria-Klinikum um.

Das Hospiz soll dauerhaft am Wenckebach-Klinikum bleiben.


Was wird aus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Wenckebach-Klinikum?

Da die Fachkliniken nicht geschlossen, sondern nur verlegt werden und die erfahrenen, hochqualifizierten Teams des Wenckebach-Klinikums für die Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung auf qualitativ hohem Niveau unerlässlich sind, werden diese zukünftig am Auguste-Viktoria-Klinikum eingesetzt. Bei Standortkonferenzen, strategischen Workshops und in fachspezifischen Arbeitsgruppen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit sich einzubringen und die Neuausrichtung am neuen Standort mitzugestalten.


Was wird aus dem Standort Wenckebach-Klinikum, wenn die stationären Kapazitäten umziehen?

Der Standort soll als „Gesundheitscampus Wenckebach“ in enger Zusammenarbeit mit dem Auguste-Viktoria-Klinikum Bestandteil eines Netzwerkes für Prävention, ambulante Versorgung und seelische Gesundheit werden. Dazu können auch eine KV-Notfallpraxis, ein Ärztehaus, ein ambulantes OP-Zentrum oder Tageskliniken gehören. Ärzt*innen, Pflegekräfte und verschiedene Dienstleister aus dem Gesundheitswesen, allein oder im Verbund, könnten hier beispielsweise ihre Gesundheitsleistungen anbieten. Es kann ein innovativer Standort mit Start-Ups, Skills-Labs und Simulationstrainingsmöglichkeiten für verschiedene Berufsgruppen entstehen (Stichwort „Adlershof der Medizin“). Auch Präventionsangebote wie Krebsfrüherkennung oder Pflege- und Betreuungsangebote wie Kurzzeitpflege, therapeutische Wohngemeinschaften oder eine Kita gehören zu den Optionen. Für die Finanzierung des Gesundheitscampus hat Vivantes bislang allerdings noch keine Zusagen.


Was kostet es, das Wenckebach-Klinikum in den Neubau am Grazer Damm zu integrieren?

Der Bau eines komplett neuen „Super-Krankenhauses“ am Standort Auguste-Viktoria-Klinikum für die Kliniken beider Häuser beträgt rund 600 Mio. Euro. Der Anteil für die Fachbereiche des Wenckebach-Klinikums beläuft sich dabei auf 242 Mio. Euro. Eine reine Instandsetzung der alten Strukturen am alten Standort auf bestehendem Niveau würde 154 Mio. Euro kosten. Für rund 90 Mio. Euro mehr als die Instandhaltungskosten entsteht am Grazer Damm innerhalb von acht Jahren ein hochmoderner Neubau. Ein Bauprojekt dieser Größenordnung kann Vivantes jedoch nicht aus eigener Kraft finanzieren und ist auf eine Unterstützung mit Landesmitteln angewiesen.


Weitere Informationen zum Zukunftskonzept

Ihr Wenckebach-Klinikum in Berlin-Tempelhof