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Tierische Hausgemeinschaften

Tiere tun uns einfach gut. Deshalb kommen in die Vivantes Hauptstadtpflege Häuser regelmäßig Besuchsdienste mit Tieren. Auch die Haustiere einiger Mitarbeitenden dürfen mit zur Arbeit. Und in einigen Häusern leben Hase und Co. sogar dauerhaft mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen.

Guten Morgen, sagt die Bulldogge

Haus Rhinstraße, frühmorgens um sieben. Giesela zieht ihre Runden. Im Foyer wartet bereits Günter Donau und kramt ein Leckerli aus der Tasche. Als die kleine Hundedame auf ihn zutapst und sich erwartungsvoll vor seinen Rollstuhl setzt, strahlt der 87-Jährige über das ganze Gesicht.  

Ein vertrautes Bild für Heimverwalterin Mandy König aus der Vivantes Hauptstadtpflege: „Die beiden begrüßen sich so jeden Morgen, das ist schon ihr festes Ritual geworden.“ Intuitiv weiß die Hundedame dabei genau, wie sie sich verhalten muss. „Giesela ging von Anfang an sehr behutsam mit Herrn Dönau um“, sagt die Heimverwalterin, „sie hat sich beispielsweise ganz vorsichtig mit ihren Vorderbeinen an seinen Rollstuhl gestellt, um sich streicheln zu lassen“.

Die acht Monate alte französische Bulldogge ist quasi im Haus Rhinstraße aufgewachsen und somit von Klein auf an Rollatoren und Rollstühle gewöhnt, auch das Fahrstuhlfahren ist ihr nicht mehr fremd.

Vierbeinige Kollegen

Täglich nimmt Mandy König ihre Hunde Giesela und Bruno mit zur Arbeit und sieht, was die Tiere im Haus bewirken: „Über die Hunde kommen alle sehr schnell ins Gespräch miteinander, sogar die eher zurückhaltenden Bewohnerinnen und Bewohner blühen durch den Kontakt richtig auf.“

Bei aller Begeisterung behält Mandy König ihre Tiere aber immer im Auge und führt – falls nötig – auch mal ein paar Verhaltensregeln für die Menschen ein: „Am liebsten füttern unsere Bewohnerinnen und Bewohner die beiden. Damit das nicht zu viel wird, teile ich die Leckerlis in Rationen auf, die täglich bei mir abgeholt werden können.“ Außerdem steht für Giesela und Bruno als Ruhe- und Rückzugspunkt immer das große Hundekissen unter dem Schreibtisch von Mandy König bereit.

Über die Tiere kommen die Menschen ins Gespräch, sie erinnern sich an eigene Tiere oder Ereignisse mit Tieren aus ihrem Leben. Bei uns an den Gehegen entstehen dadurch viele Bekanntschaften.

Tierpfleger, Haus RhinstraßeDieter Hennig

Während Giesela und Bruno drinnen ankommen, begrüßt draußen der Hahn lauthals den Tag. Tierpfleger Dieter Hennig findet das einfach dufte: „Wo kräht morgens in Berlin schon noch ein Hahn? Viele Ältere kennen diesen Laut von früher und werden an persönliche Erlebnisse erinnert.“

Hühner, Ziegen, Kois und mehr

Der 68-Jährige kümmert sich um alle Tiere, die fest zum Haus Rhinstraße gehören. Neben dem Hahn gibt es hier Hühner, drei Ziegen, Hasen und Meerschweinchen, asiatische Baumstreifenhörnchen, eine Vogelvoliere mit Wellensittichen sowie einen Teich mit Goldfischen und Kois.

Treffpunkt Tiergehege

Die großen Gehege sind ein beliebter Treffpunkt. Davon, dass sich die Ausflüge dorthin positiv auf die Bewohnerinnen und Bewohner auswirken, ist Dieter Hennig überzeugt: „Die Menschen kommen raus an die frische Luft, sie bleiben körperlich und geistig in Bewegung.“

Wie die eine Bewohnerin, die sich täglich aufmacht, um in nahegelegenen Grünflächen Löwenzahn für die Kaninchen und Meerschweinchen zu pflücken. Oder die Bewohnerinnen und Bewohner, die immer wieder Details zu den Tieren erfragen. Speziell für sie hat Dieter Hennig jetzt sogar Informationsschilder an die Gehege montiert.

 

Über Tiere ins Gespräche kommen

Aber auch das Miteinander spielt eine große Rolle. „Über die Tiere kommen die Menschen ins Gespräch, sie erinnern sich an eigene Tiere oder Ereignisse mit Tieren aus ihrem Leben.
Bei uns an den Gehegen entstehen dadurch viele Bekanntschaften“, sagt Dieter Hennig. Wie bei Ralf Lüders und Erika Bartsch. Die beiden treffen sich nahezu täglich, um die Tiere zusehen. Und dürfen auch mal direkt im Ziegengehege mithelfen beim Füttern oder Hasen und Meerschweinchen zum Streicheln auf den Schoß nehmen. Diese zahmen Mitbewohner sind aber kein Vergleich zu den Tieren, die kürzlich im Haus Rhinstraße waren, denn da ging es deutlich wilder zu.

Coco Chanel ist da

Zum Beispiel als Coco Chanel zu Besuch kam. Die hatte jedoch mit Mode nichts am Hut, sondern interessierte sich viel mehr für Insekten und Früchte. Das Stinktierweibchen ist eines der wilden Tiere aus Tränkler’s Rollendem Zoo. In mehreren Vorstellungen erlebten die Bewohnerinnen und Bewohner hautnah Pythonschlangen, Riesenschildkröten, Alpakas und das Stinktier. „Einige mussten erst einmal ihre Bedenken gegenüber diesen Tieren ablegen, waren aber nach dem ersten Kontakt so begeistert, dass sie direkt noch einmal zur Vorstellung gingen“, erinnert sich Rita Kluwe.

Die leitende Betreuungskraft organisierte das besondere Erlebnis. Und ist selbst immer wieder erstaunt, welch enorme Wirkung Tiere auf Menschen haben. „Selbst verhaltensauffällige Bewohnerinnen und Bewohner kommen in der Gegenwart von Tieren deutlich zur Ruhe und werden aufgeschlossener.“

Selbst verhaltensauffällige Bewohnerinnen und Bewohner kommen in der Gegenwart von Tieren deutlich zur Ruhe.

Leitende Betreuungskraft im Haus Rhinstraße der Vivantes HauptstadtpflegeRita Kluwe

Sich mit Tieren besser erinnern

Tiere förderten die Feinmotorik, lösten Verkrampfungen und motivierten, sich zu bewegen. Vor allem aber helfe der Kontakt zu Tieren bei der Erinnerungspflege. Deshalb integriert Rita Kluwe immer wieder den Umgang mit Tieren in ihre Beschäftigungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern: Sie nimmt beispielsweise Hunde mit auf Spaziergänge, motiviert die Bewohnerinnen und Bewohner, einen Salat für die Streifenhörnchen kaufen zu gehen und besucht mit einzelnen Personen oder der Gruppe die große Vogelvoliere.

Und falls mal jemand nicht selbst zu den Tieren kommen kann, geht sie mit einem der Hunde oder einem Meerschweinchen aufs Zimmer oder bucht einen Tier-Besuchsdienst.

Lautes Geschnatter im Haus Britz

Im zwölf Kilometer entfernten Haus Britz ist derweil lautes Geschnatter zu hören: Edith Grabow füttert die hungrige Laufentenschar. Paulinchen, Oskar 1, Oskar 2 und Hermelinchen heißen die vier Tiere, die sich auf dem Gelände frei bewegen dürfen. Denn Laufenten sind zwar lebhaft und aufmerksam, sie laufen schnell und schwimmen gerne – fliegen können sie allerdings nicht.
Mit etwas Geduld werden Laufenten sehr zutraulich und Edith Grabow legte sich mächtig dafür ins Zeug: „Als die Enten Eier legten war ich immer bei ihnen und lockte sie mit gekochten Eiern, dadurch haben sie sich mir angeschlossen und so blieb es bis heute.“

Die 86-Jährige genießt das Hegen und Pflegen sowie das Streicheln und Beobachten. Liebe und Treue sind die Eigenschaften, die sie an Tieren besonders schätzt. Auch wenn einer der Erpel mal frech wird und sie oder jemand anderen in die Wade zwickt. Für Edith Grabow, die selbst immer Tiere hatte und schon als Kind oft Ferien auf dem Bauernhof machte, ist die Möglichkeit, mit Tieren zusammen leben zu können, ein großer Gewinn.

Rolle in den Feierabend

Wieder zurück im Haus Rhinstraße: Mandy König hat Feierabend und packt ihre Sachen. Doch bevor es nach Hause geht, zeigt Hund Bruno im Foyer ein paar Bewohnerinnen und Bewohnern noch eine Rolle und andere Tricks, während Giesela ihre Feierabendrunde dreht. Günter Dönau streichelt sie zum Abschied und verstaut schon mal die Leckerlis für morgen Früh in seiner Tasche.

 

Pflegeeinrichtungen und Seniorenwohnhäuser in Berlin

Die Vivantes Hauptstadtpflege bietet eine ganzheitliche Betreuung von Seniorinnen und Senioren – in berlinweiten Pflegeeinrichtungen und Seniorenwohnhäusern. Angehörige und ältere Menschen werden umfassend zu Altersfürsorge und medizinischen Betreuungsmöglichkeiten beraten.

Die 18 Pflegeheime der Hauptstadtpflege stellen für Bewohnerinnen und Bewohner ein sicheres und komfortables Zuhause dar – in fast allen Berliner Bezirken.

 
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