19. Jahrhundert

Das rasante Wachstum Berlins im Zuge der Industrialisierung erforderte völlig neue Antworten auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung. In dieser prägenden Epoche entstanden durch die Errichtung erster städtischer Krankenhäuser und militärischer Lazarette die ältesten Vorläufer der heutigen Vivantes Standorte. Sie bildeten das anfängliche Fundament für eine flächendeckende und strukturierte Betreuung in der Hauptstadt.

1854

Spandau: Die Anfänge der städtischen Krankenversorgung

1854 eröffnet das erste Krankenhaus in Spandau – das erst ab 1920 zu Berlin gehören soll – seine Türen. Es beherbergt 30 Betten und gelangt schon bald an seine Kapazitätsgrenzen.

1874

Das Krankenhaus im Friedrichshain – Berlins erstes städtisches Hospital

Das Städtische Krankenhaus am Friedrichshain wird auf Initiative von Rudolf Virchow gegründet. Das nach Entwürfen von Martin Gropius und Heino Schmieden errichtete Klinikum war das erste städtische Krankenhaus Berlins.

1890

Eröffnung des städtischen Krankenhauses Am Urban mit der Aufnahme der ersten Patientin, einem „lungenleidenden Dienstmädchen“

Insgesamt gibt es 600 Betten. Davon stehen der inneren Abteilung 192 Männer- und 166 Frauenbetten, der chirurgischen Abteilung 120 Männer- und 96 Frauenbetten sowie 16 Betten für einen Isolierpavillon zur Verfügung. Die restlichen sind Reservebetten. Die Aufsicht über die Pflege der Kranken haben Viktoria-Schwestern, die aus dem Krankenhaus im Friedrichshain in das neue Krankenhaus versetzt wurden.

1893

Eröffnung der „Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf“ auf dem Gelände des heutigen Klinikums Hellersdorf

1928 erfolgte die Umbenennung in „Städtische Heil- und Pflegeanstalt (für Epileptische) Wuhlgarten“.

19. Mai 1899

Feierliche Eröffnung des Städtischen Krankenhauses Spandau in der Lynarstraße durch Oberbürgermeister Friedrich Koeltze

Im ersten Jahr werden 1.856 Patient*innen behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt zu dieser Zeit 33,5 Tage.