
Mehr Lebensqualität durch gesunde Hände
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Vivantes Physiotherapeutin Maria Jesus Jahr hat eine Qualifikation zur Handtherapeutin absolviert. Sie hilft Patient*innen vor und nach einer Handoperation, ihre Beweglichkeit zu erhalten.
Dadurch kann eine Operation verzögert, oder sogar verhindert werden. Die Handchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Mohssen Hakimi gehört zu den wenigen Zentren, die eine ergänzende Handtherapie anbieten.
Welche typischen Krankheitsbilder und Verletzungen behandeln Sie in der Handtherapie?
Wir sehen alle Arten von Frakturen, wie die distale Radiusfraktur – die einen Teil der Speiche nahe des Handgelenks betrifft, oder der Finger. Außerdem behandele ich entzündliche oder degenerative Erkrankungen der Hand, wie Arthrose, oder mechanische Überlastung. Die Therapie kommt für Patientinnen und Patienten infrage, die noch keine Entscheidung für eine Operation getroffen haben, oder für die eine Operation nicht zwingend notwendig ist sowie wie alle, die nach einer Operation eine größtmögliche Beweglichkeit anstreben.
Welche Warnsignale sollten Menschen mit Blick auf ihre Hände ernst nehmen?
Ist der Daumen dauerhaft überlastet? Habe ich Schmerzen beim Schreiben, oder wenn ich einen Schlüssel drehe, eine Flasche mit Schraubverschluss öffne? Das wären einige Beispiele.

Wird die Handtherapie auch präventiv eingesetzt?
Vorbeugend insofern, als sie den Zeitpunkt einer Operation verzögert, oder sie ganz vermeidet; aber die Voraussetzung für eine präventive Therapie ist natürlich, dass zumindest Beschwerden oder eine Bewegungseinschränkung vorliegt. Durch die Handtherapie wird vermieden, dass man in eine Schonhaltung geht und weitere Finger und Gelenke betroffen sowie, dass Muskeln erhalten und aufgebaut werden. Auch die Narbenbehandlung gehört zu unseren Aufgaben.
Wie unterstützen Sie nach einer Operation?
Es geht darum, die Handfunktionen so schnell wie möglich wieder herzustellen, die Muskeln zu stärken, sofern die Weichteile es erlauben. Beispielsweise nach einem Handgelenkbruch ist es wichtig, das Handgelenk zu entlasten, trotzdem die Fingerglieder weiter zu beüben. Dazu gehört auch die korrekte Ruhigstellung, wie z. B. die Hand mit gebeugten Fingern einzugipsen, damit sich die Bänder nicht verkürzen.
Wie läuft die Therapie konkret ab?
Ich arbeite eng mit der Handchirurgie zusammen. Nach der Diagnose bespreche ich mich mit den Patientinnen und Patienten und entwickle das Behandlungskonzept. In der Regel dauert jede Behandlung 25 Minuten, während des stationären Aufenthaltes komme ich täglich vorbei, dann wird die ambulante Behandlung zwei bis drei Mal oder in bestimmten Fällen sogar häufiger wöchentlich fortgesetzt.
Welche Methoden nutzen Sie?
Wir haben viele verschiedene Möglichkeiten, die Hand je nach den individuellen Bedürfnissen mit Tapes, Orthesen, also Schienen für Handgelenk, Daumenfixierung, oder für die Finger, zu stabilisieren, zu führen, zu entlasten oder ruhigzustellen und Schmerzen zu reduzieren. Wir bieten auch Lymphdrainagen der Hände an, um gestaute Flüssigkeit abzutransportieren, bei geschwollenen Händen nach Verletzungen oder Operationen und rheumatischen Beschwerden. Ergänzend zur manuellen Therapie haben wir auch eine Motorschiene, die die passive Bewegung durch Wiederholungen fördert.
Was können Menschen im Alltag tun, um ihre Hände gesund zu halten?
Unabhängig von Sport, der die Hand nicht überlasten sollte, spielt die ausgewogene Ernährung – wie für den gesamten Körper –eine wichtige Rolle. Denn wir alle sind im Alltag auf unsere Hände angewiesen, nicht zuletzt, um uns unsere Autonomie zu erhalten.
Handchirurgisches Zentrum Mitte
Die Handsprechstunde findet mittwochs von 12 bis 13 Uhr statt. Notfallnachsorge Montag bis Freitag, 9 bis 10 Uhr für Privat- und Kassenpatient*innen. BG- und unfallchirurgische Sprechstunde Montag bis Freitag 10 bis 11 Uhr.
Tel. (030) 130 22 6218
Fax (030) 130 22 6205
Zu Erreichen im Haupthaus, Erdgeschoss, Ambulanz der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie.
Eine Krankenhauseinweisung mit der Kostenübernahmebestätigung der Krankenkasse ist unbedingt erforderlich (außer bei Privatpatienten und Patienten mit Arbeitsunfällen).