Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin trägt dazu bei, Krankenhausinfektionen in allen Vivantes Kliniken zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und wirksam zu bekämpfen. Grundlage unserer Arbeit sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praxistaugliche Hygienekonzepte. 

Frau Karen Hammer und Prof. Dr. Irit Nachtigall leiten das Institut für Hygiene und Umweltmedizin gemeinsam. Sie verantworten die strategische und fachliche Ausrichtung des Instituts, koordinieren die Hygiene- und Infektionspräventionsmaßnahmen im gesamten Vivantes-Netzwerk und entwickeln die bestehenden Standards kontinuierlich weiter. Darüber hinaus vertreten sie das Institut innerhalb und außerhalb des Unternehmens und steuern die Zusammenarbeit mit den Kliniken, Behörden und weiteren Kooperationspartnern. 

„Wir glauben an eine Krankenhaushygiene, die Leben rettet, statt Prozesse lähmt.“
Zitat von: Karen Hammer & Prof. Dr. Irit NachtigallPosition: Direktorinnen

Unsere Schwerpunkte der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

  • Beratung der Klinikbereiche zu Hygiene und Infektionsprävention 
  • Erstellung und Weiterentwicklung von Hygiene- und Desinfektionsstandards 
  • Regelmäßige Begehungen und Hygienekontrollen 
  • Schulungen und Fortbildungen der Mitarbeitenden 
  • Erfassung, Bewertung und Aufklärung von Infektionsereignissen 
  • Überwachung hygienisch-mikrobiologischer Prüfungen 
  • Beratung bei Beschaffungen sowie Bau- und Sanierungsmaßnahmen 
  • Zusammenarbeit mit Behörden und externen Partnern 

Händehygiene und Infektionsprävention

Im Krankenhaus kommen viele Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen zusammen. Dadurch können Krankheitserreger leichter übertragen werden. Verbindliche Hygieneregeln helfen, Infektionen zu vermeiden und Patientinnen, Besucherinnen sowie Mitarbeitende zu schützen. 

Bei Operationen werden deshalb ausschließlich sicher aufbereitete beziehungsweise sterile Instrumente und Materialien verwendet. Dazu gehören unter anderem sterile Kittel und Handschuhe sowie ein Mund-Nasen-Schutz. So wird verhindert, dass Krankheitserreger auf Patient*innen oder zwischen verschiedenen Personen übertragen werden. 

Auch für medizinische und pflegerische Tätigkeiten wie den Verbandswechsel oder das Legen eines Venenkatheters gelten verbindliche Verfahrensanweisungen. Sie berücksichtigen sowohl technische als auch krankenhaushygienische Anforderungen. Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin entwickelt und aktualisiert die entsprechenden Hygienepläne für Vivantes. 

Über die Hände können Bakterien und Viren besonders leicht weitergegeben werden. Die hygienische Händedesinfektion mit einem alkoholbasierten Händedesinfektionsmittel gehört daher weltweit zu den wichtigsten Maßnahmen der Infektionsprävention. 

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt fünf entscheidende Momente der Händedesinfektion. Mitarbeitende desinfizieren ihre Hände: 

  1. vor dem Kontakt mit Patient*innen, 
  2. vor aseptischen Tätigkeiten, 
  3. nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, 
  4. nach dem Kontakt mit Patient*innen und 
    nach Kontakt mit der unmittelbaren Patient*innenumgebung.

Die Händedesinfektion findet häufig direkt am Patientenbett statt. In manchen Situationen erfolgt sie jedoch bereits vor dem Betreten des Zimmers oder außerhalb der Sichtweite der Patient*innen. Auch wenn sie nicht immer wahrgenommen wird, ist sie ein selbstverständlicher und unverzichtbarer Bestandteil der sicheren Versorgung. 

Einmalhandschuhe sind ein wichtiges Schutzmittel im medizinischen Alltag. Sie sind jedoch kein Ersatz für Händehygiene. Werden Handschuhe ohne medizinische Indikation getragen, kann das sogar dazu führen, dass Händedesinfektion seltener durchgeführt wird.

Mehr erfahren in unserem Blog zur Händedesinfektion

Was Patient*innen und Besucher*innen beachten sollten

Auch Sie können dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden und die Hygienestandards in unseren Kliniken einzuhalten. Bitte beachten Sie folgende Regeln:

  • Desinfizieren Sie Ihre Hände vor den Mahlzeiten und nach jedem Toilettengang.
  • Bitten Sie auch Ihre Besucher*innen, sich zu Beginn und am Ende des Besuchs die Hände zu desinfizieren. Desinfektionsmittelspender finden Sie in jedem Zimmer.
  • Husten und niesen Sie in die Armbeuge – nicht in die Hand.
  • Fragen Sie unser Personal, wenn Sie Unterstützung bei der hygienischen Händedesinfektion benötigen.

Wenn Sie aufgrund eines bestimmten Infektionserregers in einem Isolierzimmer untergebracht sind, gelten zusätzliche Schutzmaßnahmen. Diese sind sowohl von Ihnen als auch von Ihren Besucher*innen einzuhalten.

Je nach Situation kann es erforderlich sein,

  • das Zimmer nur nach Rücksprache und in Begleitung des Personals zu verlassen,
  • vor dem Verlassen die Hände zu desinfizieren oder

Schutzausrüstung wie einen Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe oder einen Schutzkittel zu tragen.

Welche Maßnahmen im Einzelfall notwendig sind, erklärt Ihnen das Behandlungsteam. Bitte sprechen Sie uns bei Fragen jederzeit an.

Die farbigen Türschilder zeigen, welche Schutzmaßnahmen beim Betreten eines Isolierzimmers erforderlich sind. Besucher*innen melden sich vor dem Betreten beim Pflegepersonal. Die Basishygiene gilt unabhängig von der Isolierung immer.

  • Gelb: Kontaktisolierung
  • Gelb/Braun: Kontaktisolierung bei Sporenbildnern
  • Rot: Tröpfchenisolierung
  • Blau: Aerogene Isolierung

Sicherstellung der Krankenhaushygiene

1 Infektionssurveillance mit KISS

Die systematische Überwachung von Krankenhausinfektionen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Hierfür nutzen wir unter anderem das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) des Nationalen Referenzzentrums an der Charité. Die standardisierte Erfassung und Auswertung hygienerelevanter Daten ermöglicht es uns, Infektionsentwicklungen zu beobachten, unsere Ergebnisse mit bundesweiten Referenzdaten zu vergleichen und gezielte Maßnahmen zur Infektionsprävention abzuleiten.

Unsere Hygieneärztinnen und Hygienefachkräfte begleiten die Umsetzung der Surveillance an den Vivantes-Standorten. Gemeinsam mit den klinischen Bereichen arbeiten wir daran, Infektionsrisiken zu erkennen, Hygienestandards weiterzuentwickeln und die Patientinnensicherheit nachhaltig zu stärken.

Durch Beratung, Überwachung, Schulung und wissenschaftlich fundierte Hygienekonzepte tragen wir dazu bei, Patientinnen, Mitarbeitende und Besucherinnen bestmöglich vor Infektionen zu schützen.

Infektionen erkennen, Risiken reduzieren und Patient*innen schützen.

2 Regelmäßige Schulungen unserer Mitarbeitenden

Regelmäßige Schulungen sorgen dafür, dass unsere Mitarbeitenden mit den aktuellen Anforderungen der Personal- und Händehygiene vertraut sind und diese sicher im Arbeitsalltag anwenden können.

  • Die Schulungsinhalte orientieren sich an den jeweiligen Tätigkeitsbereichen und den geltenden Vorgaben.
  • Verbindliche Hygienestandards und klare Handlungsanweisungen unterstützen die Mitarbeitenden in allen Bereichen des Krankenhauses.
  • Regelmäßige Schulungen und Kontrollen tragen dazu bei, die konsequente Umsetzung der Standards sicherzustellen.
  • Im Rahmen der „Aktion Saubere Hände“ (ASH) wird der Zertifizierungsstand im Bereich Händehygiene jährlich weiterentwickelt und überprüft.

3 Besondere Aktionen zur Vertiefung der Händehygiene

Aktionstag "Saubere Hände" 2025 am Vivantes Klinikum Am Urban.

Regelmäßige Schulungen sorgen dafür, dass unsere Mitarbeitenden mit den aktuellen Anforderungen der Personal- und Händehygiene vertraut sind und diese sicher im Arbeitsalltag anwenden können.

  • Die Schulungsinhalte orientieren sich an den jeweiligen Tätigkeitsbereichen und den geltenden Vorgaben.
  • Verbindliche Hygienestandards und klare Handlungsanweisungen unterstützen die Mitarbeitenden in allen Bereichen des Krankenhauses.
  • Regelmäßige Schulungen und Kontrollen tragen dazu bei, die konsequente Umsetzung der Standards sicherzustellen.
  • Im Rahmen der „Aktion Saubere Hände“ (ASH) wird der Zertifizierungsstand im Bereich Händehygiene jährlich weiterentwickelt und überprüft.

Unser „Clean Move“  

Nicht jeder Kontakt braucht Handschuhe. Aber jeder braucht Händehygiene.
Hände untersuchen, pflegen, behandeln und Patient*innen begleiten. Gleichzeitig sind sie das wichtigste Instrument der Infektionsprävention im Krankenhaus. Mit „The Clean Move“ macht Vivantes Händehygiene sichtbar – als professionelle Routine, die Patient*innen, Kolleg*innen und uns selbst schützt.

In einem unserer Videos erläutert unsere Hygienefachkraft André Eggert im Gespräch mit Hygieneärztin Phi-Anh Lam, warum die indikationsgerechte Händedesinfektion eine zentrale Maßnahme der Infektionsprävention darstellt und das Tragen von Einmalhandschuhen die Händedesinfektion nicht ersetzt.

4 Hygienepläne

Gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG, §23 Abs. 5) sind alle Krankenhäuser verpflichtet, ihre innerbetrieblichen Verfahren zur Infektionsprävention in Hygieneplänen festzulegen. Diese Pläne bilden die verbindliche Grundlage für alle hygienerelevanten Abläufe bei Vivantes und dienen zugleich als Basis für Schulungen und Fortbildungen.

Die Hygienepläne sind lebende Dokumente, die regelmäßig überarbeitet und an aktuelle wissenschaftliche und rechtliche Standards angepasst werden. Jede Version wird mit der Leitung des IHU abgestimmt und von dieser freigegeben.

Forschung im Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Die Größe des Vivantes-Verbundes und die Vielfalt seiner Patientinnen und Patienten schaffen ein außergewöhnliches Umfeld für wissenschaftliches Arbeiten. Bei Vivantes ist die gesamte Breite der Krankenhausversorgung abgebildet – vom Maximalversorger bis zum Haus der Grund- und Regelversorgung. Hinzu kommt die enge inhaltliche wie räumliche Vernetzung mit der Charité. Auf dieser Grundlage soll die Forschung in der Infektionsprävention bei Vivantes gezielt weiter ausgebaut werden.

  • Aufbau eines Dashboards mit Hygienekennzahlen als Steuerungsinstrument
  • Nutzung der umfangreichen Datenbestände zur Erkennung seltener Erkrankungen
  • Auswertung dieser Datenbestände – auch gemeinsam mit der Charité – für gendersensible Forschung

  • Besondere Herausforderungen beim Einsatz unsteriler Handschuhe
  • Verwendung persönlicher Schutzausrüstung vor und nach der Pandemie

Gemeinsam mit der Klinik für Infektiologie – zusammengeführt im Zentrum für Infektionsmedizin – sind künftig Studien in Kooperation mit der Charité und der pharmazeutischen Industrie geplant, unter anderem zu respiratorischen Infektionen und antimikrobieller Resistenz.

Leitung des Instituts für Hygiene & Umweltmedizin

Kontaktperson: Karen Hammer

Kontakt

Porträt von Prof. Dr. Irit Nachtigall
Kontaktperson: Prof. Dr. Irit Nachtigall

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Kontaktperson: Isabell Gaßner

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Kontakt an den Kliniken

Klinikum Spandau:

Klinikum Am Urban:

Klinikum Neukölln:

Klinikum im Friedrichshain:

Auguste-Viktoria- und Wenckebach-Klinikum:

Humboldt-Klinikum:

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