Darm & Blinddarm

Erkrankungen an Darm und Blinddarm können sehr vielfältig sein und einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Patient*innen haben. Wir stehen Ihnen mit unserer Expertise zur Seite.

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Allgemeines zum Darm

Der Darm des Menschen unterteilt sich in Dünn- und Dickdarm. Der Dünndarm beginnt am Magenausgang mit dem Zwölffingerdarm und wird im weiteren in das sich hieran anschließende Jejunum und nachfolgende Ileum unterteilt. Der Dünndarm mündet durch die Ileozökalklappe in den rechtseitigen Dickdarm. Der Dünndarm hat als wesentliche Funktion die Nährstoffaufnahme und Wasserresorption.

An den Dünndarm schließt sich der Dickdarm an, welcher letztendlich in den Mastdarm (siehe auch Proktologie) mündet. Im Bereich des Übergangs vom Dünndarm in den Dickdarm befindet sich das sogenannte Zökum (blind endender Anfang des Dickdarms). Hierhin mündet der Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix vermiformis) welcher umgangssprachlich als „Blinddarm“ bezeichnet wird.

Beschwerden einer Darmerkrankung

Bei Erkrankungen der Darmes gibt es sehr unterschiedliche Beschwerden. Patientinnen und Patienten mit Darmerkrankungen leiden häufig unter Stuhlgangsunregelmäßigkeiten, welche in Durchfällen aber auch Verstopfungen bestehen können. Des Weiteren können Schmerzen und Krämpfe im Bauchbereich in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen auftreten. Auch Blut und Schleimabsonderungen durch den After können als Symptome vorhanden sein.

Erkrankungen des Darmes

Es gibt gut- und bösartige Erkrankungen des Darmes, die gegebenenfalls durch eine Operation behandelt werden müssen. Zu den gutartigen und häufigsten Erkrankungen des Darmes zählen Durchfallerkrankungen im Rahmen einer Darminfektion. Entzündliche Darmerkrankungen mit unterschiedlichem Befall der einzelnen Darmabschnitte sind der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Der Morbus Crohn kann den gesamten Magen-Darmtrakt befallen. Die Entzündung erfasst hierbei die ganze Darmwand. Die Colitis ulcerosa tritt hingegen lediglich im Dick- und Enddarm auf, dabei ist lediglich die Darmschleimhaut entzündet. Akute Entzündungen im Bereich des Dünndarmes können bei Vorliegen eines Meckel'schen Divertikels auftreten.

Akute Entzündungen des Dickdarmes können im Bereich des Wurmfortsatzes (Blinddarmentzündung), aber auch im Bereich des S-Darms (Divertikulitis) auftreten. Gutartige Tumore, sogenannte Polypen, können in allen Darmabschnitten auftreten. Am Häufigsten sind sie jedoch im Dickdarm und Mastdarm vorzufinden.

Die häufigste bösartige Erkrankung des Verdauungstraktes in Mitteleuropa stellt der Darmkrebs dar. Darmkrebs zeigt bei Betroffenen zunächst kaum Symptome. Oft wird der Tumor bei einer Darmkrebsvorsorge entdeckt oder bei anhaltender körperlicher Schwäche, analer Blutung oder bei Darmentleerungsstörungen. Zur Diagnose erfolgt eine ausführliche Untersuchung des gesamten Körpers. Es werden CT-Aufnahmen (Computertomographie) und MRT-Bilder des Darms erstellen, eine Darmspiegelung (Rektoskopie) durchgeführt und die Blutwerte ermittelt. So kann das exakte Tumorstadium festgestellt werden.

Bei Darmkrebs ist in der Regel eine Operation unumgänglich. Dabei werden der Tumor und befallene Lymphknoten entfernt oder behandelt. Die gesunden Darmenden werden wieder verbunden (Anastomose). Ein Großteil dieser Operationen werden minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt, entweder als Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder mit dem DaVinci-Robotik-System.

Operationen an Darm und Blinddarm

Im Falle von gut- und bösartigen Erkrankungen des Darmes wird versucht unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung immer zum Wohle der Patient*innen die minimalinvasive Chirurgie (MIC) einzusetzen.

Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulzerosa) werden heutzutage nur noch selten operativ behandelt, da durch die neuartigen Medikamente dies nicht mehr so häufig erforderlich ist. In Fällen, wo die medikamentöse Therapie versagt, wird die laparoskopische Proktocolektomie mit ileoanalem Pouche angeboten.

Beim Morbus Crohn werden laparoskopische Ileozökalresektionen oder, laparoskopische Segmentresektionen des Dünn- und Dickdarmes durchgeführt.

Im Falle schließmuskelnaher Rektumkarzinome werden zur Vermeidung eines dauerhaften künstlichen Darmausganges (Anus praeter) die transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM) angeboten, welche in Einzelfällen mit einer dorsalen Mesorektumexcision kombiniert werden kann. 

Spezifische Erkrankungen des Darmes

Wir sind für Sie in allen Fragen rund um Störungen der Darmentleerung und Stuhlinkontinenz da. Darmentleerungsstörungen sind oft komplex. Betroffene können beispielsweise nur schwer oder unvollständig den Darm entleeren, manchmal auch nur mit Hilfsmitteln, oder sie können den Stuhl nicht halten (Stuhlinkontinenz). Jede Störung der Darmentleerung beeinträchtigt die Lebensqualität stark. Bei uns sind konservative und operative Behandlungen möglich, wie der Einsatz eines Beckenbodenschrittmachers (sakrale Neuromodulation), die Hebung des Beckenbodens und des Darms mit einem biologischen Implantats (Rektopexie), die Schließmuskelnaht, die Anlage eines künstlichen hydraulischen Schließmuskels, der einem ein fast normales Leben ermöglicht, und vieles mehr.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden – ringförmige Blutgefäßpolster am After. Sie dichten den Enddarm nach außen ab. Erst wenn diese Blutgefäßpolster krankhaft vergrößert oder entzündet sind und es zu knotigen Veränderungen kommt, wird es zu einem Hämorrhoidenleiden. Betroffene erkennen es am Vorfall und an Symptome wie Jucken, Brennen, Schmerzen, Nässen und Bluten aus dem After.
Hämorrhoidenleiden behandeln wir beispielsweise mit Laser-Hämorrhoidoplastie (durch eine dünne Lasersonde wird eine Gewebeschrumpfung initiiert), die Hämorrhoidalarterien-Ligatur mit Recto-Anal-Repair (HAL-RAR: ein relativ neues Verfahren, bei dem keine offenen Wunden entstehen), die Longo-Hämorrhoidopexie (Raff-Operation mit einem Ring-Stapler) oder plastische Rekonstruktion nach dem Fansler-Arnold-Verfahren).

Wenn wir älter werden, entstehen zunehmend kleine Ausbuchtungen in der Dickdarmschleimhaut, Divertikel genannt. Den meisten Menschen bereitet dies keine Probleme. Treten jedoch Beschwerden auf, sprechen wir von einer Divertikelerkrankung. Symptome sind Stuhlveränderungen wie Verstopfungen, Blähungen und vor allem wiederkehrende Schmerzen im linken Unterbauch. Manchmal können aus der Krankheit lebensbedrohliche Komplikationen entstehen. Informationen zum Krankheitsbild und Behandlungsmöglichkeiten haben wir für Sie in einer Broschüre zusammengestellt.

Das Analkarzinom oder der Analkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Enddarm, Analkanal oder am Randbereich zur Außenhaut des Afters. Im Vergleich zum Dickdarmkrebs ist er relativ selten. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Tumors, der Lokalisation und dem Stadium der Erkrankung. Lesen Sie in unserer Broschüre mehr über Analkrebs.

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