
Erkrankungen von Leber und Galle
Die Leber ist das größte Stoffwechselorgan, Erkrankungen machen oft keine Beschwerden, sollten aber bei, sobald sie entdeckt wurden, professionell behandelt werden.
Erkrankungen von Leber und Galle
Über die folgenden Sprungmarken sind Informationen zu Erkrankungen der Leber und der Galle schnell und übersichtlich erreichbar. Die Inhalte bieten eine strukturierte Orientierung zu Krankheitsbildern, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten.
Allgemeines zur Leber
Die Leber befindet sich im Oberbauch auf der rechten Seite. Sie ist das größte Stoffwechselorgan und die größte Drüse des menschlichen Körpers. In ihr laufen lebenswichtige Stoffwechselprozesse ab. Einer hiervon ist die Produktion der Gallenflüssigkeit. Diese wird über die Gallenwege in den Zwölffingerdarm abgegeben und kann in der Gallenblase vorübergehend gespeichert werden. Die Gallenflüssigkeit hat eine große Bedeutung für die Verdauung.
Eine Besonderheit der Leber besteht in ihrer Blutversorgung. Neben einer eigenen Blutversorgung aus der Leberarterie gelangt das gesamte Blut aus dem Darm über die Pfortader in die Leber. Die Leber stellt ein wichtiges Organ im Stoffwechsel vieler Substanzen dar. Sie baut Stoffe ab (Entgiftungsfunktion) und produziert lebenswichtige Stoffe, wie unter anderem Gerinnungsfaktoren.
Beschwerden einer Lebererkrankung
Bei Erkrankungen der Leber gibt es häufig keine Beschwerden. Gelegentlich können Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust aber auch ein Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch bestehen. Tumoren der Leber verursachen nur selten Beschwerden und werden häufig als Zufallsbefunde im Rahmen von Routineultraschalluntersuchungen entdeckt. Eine Gelbverfärbung der Augen und der Haut stellt ein sicheres Zeichen für eine Lebererkrankung dar, wobei die Ursache für einen gestörten Galleabfluß häufig außerhalb der Leber besteht.
Erkrankungen der Leber und Gallenwege
Es gibt gut- und bösartige Erkrankungen der Leber, die gegebenenfalls durch eine Operation behandelt werden müssen. Gutartige Leberraumforderungen wie Zysten, Adenome und Hämangiome bedürfen nur einer operativen Behandlung, sofern sie Beschwerden verursachen.
Tumoren im Bereich der Leber und im Bereich der Gallenwege können durch eine Operation entfernt werden. Steinerkrankungen im Bereich der Gallenwege werden entweder operativ oder interventionell behandelt.
Virusinfektionen der Leber werden ggf. medikamentös behandelt.
Operationen an Leber und Gallenwegen
Wir bieten ein breites Spektrum der operativen Therapie von Lebererkrankungen an. Im Falle von gut- und bösartigen Erkrankungen der Leber versuchen wir unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung immer zum Wohle unserer Patienten die minimalinvasive Chirurgie (MIC) einzusetzen.
Gallenblase - Speicher für unseren bitteren Verdauungssaft
Die Gallenblase liegt am Unterrand der Leber und mit ihr über ein feines, flächiges Häutchen verbunden. Sie speichert die Galle, die in der Leber produziert wird und dickt sie ein.
Die Galle benötigen wir um z.B. Fette aus der Nahrung aufzunehmen. Während und nach dem Essen gelangt die gespeicherte Galle aus der Gallenblase über spezielle Rückkopplungs-mechanismen in den Zwölffingerdarm zusammen mit dem Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse.
Die Galle besteht aus Wasser, Cholesterin, Gallesäuren, Phospholipiden und Bilirubin (Abbauprodukt des Blutes. Die Gallenblase fast natürlich keine 500ml Volumen – sie schafft es die Galle auf 50-60ml einzudicken.
Ursachen und Diagnose von Gallensteinen
Gallensteine entstehen bei einem Ungleichgewicht der einzelnen Komponenten der Galleflüssigkeit. Solange Gallensteine asymptomatisch sind, d.h. keine Beschwerden verursachen, bedarf es keiner Therapie. Besonders gut lassen sich die Gallensteine während einer Ultraschall-Untersuchung des Bauches (Abdomen-Sonographie) darstellen. Hier verursachen sie einen sogenannten „Schallschatten“. Befinden sich ein oder mehrere Steine in der Gallenblase sprechen wir von einer Cholezystolithiasis. Findet man Steine im Gallengang, sprechen wir von einer Choledocholithiasis.
Gallenkolik - wellenförmige, krampfartige Schmerzen
Gelangen Gallensteine aus der Gallenblase über den Ductus cysticus (Gallenblasengang) in den Ductus choledochus (großer Gallengang aus der Leber), kann es zu starken, wellenförmigen, krampfartigen Schmerzen kommen - den sogenannten Koliken. Diese sind typischerweise im rechten Oberbauch lokalisiert. Zusätzlich kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Nicht selten kommt es oberhalb des Steines zu einem Galleaufstau. Im Extremfall kann die Galle über längere Zeit nicht mehr abfließen. Eine sog. Gelbsucht (Ikterus) kann die Folge sein.
Da sich der große Gallengang kurz vor der Einmündung in den Zwölffingerdarm mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse vereinigt, kann auch ein Aufstau der Bauchspeicheldrüsenflüssiglkeit durch einen Gallenstein entstehen und so eine Bauchspeicheldrüsenentzündung verursachen.
Entfernung der Gallenblase
Gallenblasensteine können nicht nur einen Galleaufstau verursachen sondern auch Grund für eine (akute/chronische) Entzündung sein (Cholezystitis). Besteht also ein schmerzhaftes Gallensteinleiden sollte die Gallenblase operativ entfernt werden. Es gibt drei Zeitpunkte für die Entfernung:
- Notfall bei akuter Entzündung mit möglicherweise sogar schon beginnender Sepsis
- Frühelektiv (innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn)
- Elektiv (geplant im Entzündungsfreien Intervall)
Natürlich stimmen wir jede OP-Indikation individuell auf die Patientin/den Patienten und sein Nebenerkrankungsprofil abgestimmt werden.
Gallen-OP: Was ist zu beachten?
Das Standardverfahren der Cholezystektomie ist heutzutage die laparoskopische Entfernung, d.h. minimalinvasiv oder auch Schlüssellochchirurgie genannt. Die Operation findet unter Vollnarkose statt.
Nachdem die Bauchhöhle mit Gas (CO2) aufgepumpt wurde, werden vier Arbeitshülsen durch die Bauchdecke eingebracht. Diese verfügen über Ventile, so dass über die Hülsen eine Kamera und verschiedene Instrumente eingeschoben werden können, ohne Luft aus dem Bauchraum zur verlieren. So kann unter guter Sicht die Gallenblase der Leber herausgeschält werden, nachdem die versorgende Arterie und der Gallenblasengang mit kleinen Clips verschlossen und durchtrennt wurden.
Die Gallenblase wird dann in einem Bergebeutel über den Zugang am Oberbauch entfernt.
Vorteile
- Weniger Schmerzen dank kleiner Schnitte
- Schnellere Regeneration nach der OP und somit auch kürzerer Krankenhausaufenthalt
- Weniger Wundheilungsstörungen
- Weniger Narbenbrüche
In Ausnahmefällen (bei zum beispiel schwersten Verwachsungen aufgrund von Voroperationen oder starker Entzündung) kann der Eingriff nicht minimalinvasiv durchgeführt werden und es muss ein Bauchschnitt im rechten Oberbauch erfolgen.
Die laparoskopische Cholezystektomie ist heutzutage ein Routine-Eingriff. Aber selbstverständlich kann es auch hierbei zu Komplikationen kommen. Neben den allgemeinen Risiken wie der Verletzung benachbarter Organe wie Leber, Magen, Dünn- und Dickdarm kann es zum Beispiel zu einem Austritt von Galleflüssigkeit aus dem mittels Clip verschlossenen Gallenblasengang kommen. Der zuständige Chirurg wird Sie im Vorfeld ausführlich über die Operartion, ihre allgemeinen und speziellen Risiken aufklären. Stellen Sie spätestens bei dem Aufklärungsgespräch alle Ihre Fragen.
Ja. Ohne geht es leider nicht.
Nein, es ist keine spezielle Diät nach der OP angezeigt.
Selten treten nach einer Cholezystektomie wieder Steine in den Gallengängen auf. Hier müssen dann bei entsprechenden Symptomen die Steine aus den Gallengängen durch die Gastroenterologen geborgen werden (LINK ERCP/Papillotomie).
Wenn die Operation am Aufnahmetag stattfindet können die Patientinnen udn patienten mit Ihrer Entlassung bei unkompliziertem Verlauf am übernächsten Tag rechnen.
In der Regel wird Fadenmaterial verwendet, welches nicht gezogen werden muss, sondern vom Körper nach einigen Wochen - wenn die Wunde verschlossen und abgeheilt ist - aufgelöst wird.
Sollte in Ausnahmefällen die Wunde(n) mit Klammern oder nicht-auflösbarem Fadenmaterial verschlossen worden sein, wird dieses in der Regel am 10.-12. postoperativen Tag entfernt.
Sollten sich die Patientin/der Patient zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Klinik sondern bereits zu Hause befinden, wird die Entfernung des Nahtmaterials in derr chirurgischen Ambulanz im Rahmen eines nachstationären Kontrolltermins durchgeführt. Alternativ kann dies auch der Hausarzt durchführen.


