Limo, Cola, Brause – wie kriegen wir den Zucker aus den Softdrinks?

Veröffentlicht am

Zucker in Softdrinks belastet den Stoffwechsel und kann zu ernährungsbedingten Erkrankungen führen. Vivantes Ernährungsmedizinerin Prof. Dr. Diana Rubin erklärt, warum Süßgetränke so schädlich sind.

Im Interview: Prof. Dr. Diana Rubin, Leiterin des Vivantes Zentrum für Ernährungsmedizin

Welche Rolle spielen Softdrinks für die Gesundheit?

Es gibt erhebliche gesundheitliche Risiken. Der regelmäßige Konsum stark zuckerhaltiger Getränke steht in engem Zusammenhang mit Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes. Darüber hinaus steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies. Bereits ein Softdrink pro Tag kann das Diabetesrisiko messbar erhöhen. Besonders kritisch ist dies bei Kindern und Jugendlichen, die häufig große Mengen konsumieren.

Warum ist Zucker in Softdrinks problematischer als z.B. in Obst?

Zucker ist nicht gleich Zucker: Während Obst neben natürlichem Zucker auch Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe liefert, enthalten Softdrinks praktisch nur „leere Kalorien“ ohne ernährungsphysiologischen Mehrwert.

Wie viel Zucker ist eigentlich „zu viel“?

Die tägliche Energiezufuhr sollte nur zu 5 bis 10 Prozent aus „freiem Zucker“ bestehen. Das entspricht bei Erwachsenen etwa 25 Gramm Zucker pro Tag. Ein halber Liter Softdrink kann diese Menge bereits überschreiten.

Warum sind gerade flüssige Kalorien schädlich, oder gefährlich?

Kalorien aus Getränken machen nicht satt. Wir konsumieren also Energie über Getränke, essen aber zusätzlich. Der Körper „registriert“ flüssigen Zucker weniger effektiv – ein Grund, warum Softdrinks besonders stark mit Gewichtszunahme verbunden sind. Außerdem lassen sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und der Körper schüttet Insulin aus. Wenn das zu häufig passiert, kann es schlimmstenfalls zu einer Insulinresistenz kommen, einem zentralen Mechanismus bei Typ-2-Diabetes.

Sind Light- oder Zero-Getränke eine gute Alternative?

Kurzfristig können sie helfen, Zucker und Kalorien zu reduzieren. Allerdings ist die Datenlage gemischt: Einige Studien deuten darauf hin, dass künstliche Süßstoffe das Essverhalten beeinflussen oder das Verlangen nach Süßem aufrechterhalten könnten. Sie sind daher eher eine Übergangslösung als eine langfristige Strategie.

Wie wirkt sich regelmäßiger Softdrink-Konsum auf Kinder aus?

Kinder reagieren besonders empfindlich auf eine hohe Zuckerzufuhr. Neben Übergewicht kann es zu Konzentrationsschwankungen und Karies führen, auch werden sie frühzeitig auf den süßen Geschmack geprägt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch im Erwachsenenalter ungesunde Ernährungsgewohnheiten beizubehalten.

Welche gesünderen Alternativen gibt es im Alltag?

Wasser (still oder sprudelnd), ungesüßte Tees, stark verdünnte Fruchtschorlen. Diese Alternativen helfen, den Geschmackssinn wieder an weniger Süße zu gewöhnen.

Kontakt zum Vivantes Zentrum für Ernährungsmedizin und Diabetologie

Sie erreichen uns per E-Mail oder telefonisch 030 130 13 1157

Teilen Sie den Beitrag

Sie möchten diesen Artikel mit Kolleg*innen, Patient*innen oder in Ihrem Netzwerk teilen?