Erkrankungen der Speiseröhre

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskuläres Organ, welche als Bestandteil des Verdauungstraktes die Speisen vom Mund in den Magen transportiert. Es kann zu verschiedenen Erkrankungen kommen.

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Beschwerden einer Speiseröhrenerkrankung

Speiseröhrenerkrankungen sind häufig ohne Symptome oder fallen im Rahmen der Abklärung anderer Erkrankungen (ungewollter Gewichtsverlust, Schluckstörungen) auf. Diese entstehen durch eine Störung der Transportfunktion der Speiseröhre durch ein Hindernis oder andere Veränderungen (Dysphagie). Die häufigste Erkrankung der Speiseröhre stellt das sogenannte Sodbrennen dar, welches durch das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre bedingt ist. Die wichtigste Untersuchung zur Abklärung von Beschwerden im Bereich der Speiseröhre stellt die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens dar.

Erkrankungen der Speiseröhre

Es gibt gut- und bösartige Erkrankungen der Speiseröhre, die gegebenenfalls durch eine Operation behandelt werden müssen. Hierzu zählen Einengungen der Speiseröhre mit Erweiterungen von Anteilen der Speiseröhre (Achalasie), Ausstülpungen der Speiseröhre (Ösophagusdivertikel), Zwerchfellbrüche mit und ohne Sodbrennen (Refluxkrankheit).

Bösartige Erkrankungen, wie der Speiseröhrenkrebs sind selten und werden heute häufig interdisziplinär behandelt. 

Operationen an der Speiseröhre

Die Operative Therapie der anderen Speiseröhrenerkrankungen hängt von dem Ort und der Art der Erkrankung ab. Im Falle von Ausstülpungen der Speiseröhre (Divertikel) erfolgt die Operation vom Bauchraum aus oder auch durch Brustkorb. Im Falle von gut- und bösartigen Tumoren der Speiseröhre erfolgt die Operation je nach Notwendigkeit vom Bauchraum aus oder in einer Kombination vom Bauchraum aus und durch den Brustkorb.

Refluxkrankeit (Sodbrennen)

Man kann die gastroösophageale Refluxkrankheit als Volkskrankheit bezeichnen. Denn 18% der Erwachsenen haben einmal pro Woche Sodbrennen und 7% der Erwachsenen leiden täglich daran. Das Sodbrennen lässt sich bei 90% der Patienten sehr gut mit Medikamenten, sogenannte Protonenpumpenblocker therapieren.

Bei ca. 10% der Patienten lässt sich das Sodbrennen durch diese Medikamente nicht wie gewünscht beeinflussen.
Für diese Patienten gibt es eine chirurgische Alternativtherapie – die laparoskopische Fundoplikatio.

Bevor es zu einer Operation kommt, werden unsere Patienten in unserer Sprechstunde untersucht und eine weitere Diagnostik (Magensaftanalyse, Speiseröhrendruckmessung, Impedanzmessung- Erfassung von nicht saurem Inhalt in der Speiseröhre) angeschlossen.

Erst wenn die abschließenden Befunde eine Refluxerkrankung bestätigen und Medikamente zu keiner weiteren Besserung der Beschwerden beitragen können, ist eine Operation angezeigt.

Refluxbeschwerden
Das häufigste Symptom bei Säure Reflux ist Sodbrennen. Darunter versteht man einen meist brennenden Schmerz im Oberbauch oder hinter dem Brustbein. Die Schmerzqualität ist jedoch häufig auch anders. So kann sich der Schmerz auch z.B. wie ein dumpfes Drücken, Stechen oder Ziehen äußern.

Stiller Reflux
Unter Stillem Reflux versteht man Beschwerden die im Nasen- Rachenbereich auftreten. Ursache sind oft Säure- Gase. Viele Patienten klagen über ein Brennen auf der Zunge, den Lippen oder im Rachen. Häufig treten die Beschwerden im Sitzen oder Stehen auf.

Schluckbeschwerden
Die Speiseröhre reagiert auf Reflux häufig mit einem Krampf. Dieser Reflex kann ein Klos- Gefühl im Hals oder hinter dem Brustbein auslösen. Wenn dieser Krampf stärker ist können sogar starke Schluckbeschwerden auftreten.

Luft im Bauch, häufiges Aufstoßen
Läuft aus dem Magen etwas zurück wird häufig ein Schluckreflex ausgelöst. Patienten mit Reflux schlucken häufiger als Patienten ohne Reflux. Mit jedem einzelnen Schluck gelangt etwas Luft in den Magen. Diese Luft wird entweder Aufgestoßen oder an den Darm weitergegeben. Manche Patienten klagen daher über ein sehr häufiges Aufstoßen. Andere klagen über zu viel Luft im Bauch. Dies ist häufig mit Bauchkrämpfen verbunden.

Gestörte Verdauung
Die normale Verdauung kann durch Reflux über mehrere Mechanismen gestört werden. Durch die veränderte Säuremenge im Magen bei Säureblockenden Medikamenten kann das Gleichgewicht der Bakterien im Darm gestört werden. Die Luft im Bauch kann Krämpfe auslösen. Das Ergebnis ist ein unregelmäßiger Stuhlgang mit wechselnd Verstopfung und Durchfall.

Atembeschwerden
Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel. Klemmt Gewebe in einem Zwerchfellbruch ein, so kann dies die normale Bewegung des Zwerchfells stören. Atembeschwerden vor allem bei Belastung oder Druck auf den Bauch sind die Folge. Diese Beschwerden stehen nicht mit Reflux in Zusammenhang. Entsprechend wirken Säure Blockende Medikamente selten.

Herzbeschwerden
Ein Zwerchfellbruch/ Hiatus Hernie liegt genau hinter dem Herz. Drückt Gewebe in den Bruch kann das Herz gestört werden. Manche Patienten klagen über Herzschmerzen, andere über Herzrhythmusstörungen. Ist ein Zwerchfellbruch Ursache dieser Beschwerden helfen Medikamente selten.

Deuten Beschwerden auf eine Reflux Erkrankung oder einen Zwerchfellbruch kann man verschiedene Untersuchungen durchführen. Nur in der Zusammenschau der Untersuchungen und der Beschwerden kann man eine sinnvolle Entscheidung zur Therapie treffen.

ÖGD/Magenspiegelung
In den meisten Fällen lässt sich ein Zwerchfellbruch durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie/ Oesophago- Gastroskopie) feststellen. Zudem können hierbei auch eine Magenschleimhautentzündung oder Speiseröhrenschleimhautenzündung (Oesophagitis/ Refluxoesophagitis) diagnostiziert werden.

pH Metrie / Bravokapsel
Zur Messung des Säurerückflusses vom Magen in die Speiseröhre kann eine pH Metrie durchgeführt werden. Diese wird üblicherweise über 24 Stunden durchgeführt. Hierbei wird über die Nase eine Sonde bis zum Übergang von der Speiseröhre in den Magen platziert. Alternativ kann eine Säuremessung über eine Bravokapsel (Messkapsel) die mittels einer Magenspiegelung eingebracht wird erfolgen.

Impedanzmessung
Zur Messung des reinen Flüssigkeitsrückflusses kann eine Impedanzmessung erfolgen. Diese funktioniert ähnlich der pH Metrie über eine Messsonde. Da manche Refluxformen nicht sauer sind, ist hierfür die Impedanzmessung oft eine gute Ergänzung.

Manometrie
Die Manometrie ist eine Druckmessung. Hierbei soll der Druck in der Speiseröhre und am Übergang in den Magen gemessen werden. Bei einem Zwerchfellbruch sind die Messwerte der Manometrie oft verändert.

Breischluck
Der Breischluck ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Kontrastmittel geschluckt wird. Besonders zur Beurteilung von Schluckstörungen ist der Breischluck geeignet.

CT/MRT
Eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie wird vor allem zur Beurteilung von großen Zwerchfellbrüchen mit sogenanntem Thoraxmagen durchgeführt. Hierbei ist die Bruchlücke im Zwerchfell so groß, das der Magen komplett oder in weiten Teilen im Brustkorb liegt.

Das passende Operationsverfahren wird in unserer Abteilung individuell ausgewählt. Hierbei werden die im Vordergrund stehenden Beschwerden, die Untersuchungsergebnisse und die Begleiterkrankungen berücksichtigt. Bei allen Verfahren wird immer auch die Hiatus Hernie (der Zwerchfellbruch) repariert. In besonderen Fällen wird auch nur dies alleine durchgeführt (Hiatoplastik). Dies erfolgt durch Nähte. Ist eine ausreichende Stabilität durch Nähte alleine nicht zu erzielen, kann eine Verstärkung des Zwerchfells mit einem Netz notwendig sein.  Alle Operationen erfolgen in minimalinvasiver Operationstechnik. Über mehrere kleine Schnitte werden Kamera und Arbeitsinstrumente eingebracht. Ein großer Bauchschnitt wird nicht benötigt.

Fundoplikatio
Hierbei wird ein Teil des Magens um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt und vernäht. Es wird so eine Manschette gebildet, die mit zunehmender Füllung mehr Druck auf die Speiseröhre ausübt. Der Verschlussmechanismus der Speiseröhren- Magenübergangs (Oesophago- Gastraler Übergang) soll so unterstützt werden.

Hemifundoplikatio
Hierbei wird der Magen nur halb um die Speiseröhre gelegt. Das Konzept der Verschlussunterstützung ist das gleiche wie bei der Fundoplikatio.

LINXX
Hierbei wird der Verschlussmechanismus durch ein kleines Magnetband unterstützt.

Endostimm
Hierbei wird der Verschlussmechanismus elektrisch, wie bei einem Herzschrittmacher, gereizt. Dieses Verfahren ist wegen der hohen Komplikationsraten international vom Markt genommen worden.

Hiatoplastik
Hierbei wird nur der Zwerchfellbruch behoben, die Organe bleiben in ihrer ursprünglichen Lage.

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