Hodenkrebs

Hodenkrebs hat einen Anteil von 1,6 Prozent aller Tumorerkrankungen pro Jahr und ist ein bedeutsames Krankheitsbild: Der Hodentumor betrifft hauptsächlich junge Männer zwischen 25 und 45 und ist in dieser Altersgruppe somit der häufigste Tumor des Mannes.

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Ganzheitliche Behandlung von Hodenkrebs

Die Hoden sind zwei etwa pflaumengroße Organe, welche im Hodensack des Mannes liegen. Ihre Hauptfunktion ist die Produktion von Hormonen und Spermien. Es handelt sich also um Organe, welche für die Fortpflanzung zwar wichtig sind, nicht jedoch für das Überleben.

Warum jemand an Hodenkrebs erkrankt, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die ein Auftreten dieser Erkrankung begünstigen können. Einer davon ist der sogenannte Hodenhochstand, eine Erkrankung, welche vorwiegend im Kindesalter entdeckt wird. Der sogenannte Hodenhochstand bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem die Hoden nicht, wie vom Körper eigentlich vorgesehen, während der kindlichen Entwicklung im Bauch der Mutter in den Hodensack gewandert sind, sondern sich zum Beispiel im Bauchraum oder in der Leiste befinden, oder als Gleithoden hin- und herpendeln.

Es scheint auch, als würde es eine erbliche Komponente für Hodenkrebs geben, denn Söhne oder Brüder von Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Ein weiterer Risikofaktor ist eine bereits überwundene Hodenkrebserkrankung. Leider besteht auch für diesen Personenkreis ein erhöhtes Risiko, erneut zu erkranken.

Vorsorge? Selbstuntersuchung!

Eines der ersten Symptome einer Hodenkrebserkrankung ist eine schmerzlose Verhärtung am Hodensack. Durch eine regelmäßige Selbstuntersuchung (etwa einmal im Monat) ist es möglich, Hodenkrebs bereits früh zu entdecken und schnell zu behandeln. Am einfachsten findet diese zum Beispiel im Stehen unter der Dusche oder nach einem warmen Bad statt, dabei ist die Haut des Hodensacks entspannt und der Hoden gut tastbar.

Zunächst werden Hoden und Hodensack in der geöffneten Hand von unten betastet, anschließend werden die Hoden einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger hin- und hergerollt. Auch die Nebenhoden, welche wie eine Mütze oben seitlich auf den einzelnen Hoden aufliegen, können kurz untersucht werden. Auffällig sind Unebenheiten und Knoten, eine einseitig schmerzlose Schwellung sowie ein Schweregefühl oder ein Ziehen an den Hoden. Diese sollten zu einem Gang zur*m  Ärzt*in führen.

Diagnose Hodenkrebs

Zur Diagnose wird neben der Tastunteruschung auch eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnostik des Hodentumors durchgeführt. Im Blut können sich darüber hinaus sogenannte Tumormarker bestimmen lassen, welche den Verdacht Hodenkrebs unterstützen, jedoch nicht alleine beweisen können. Um herauszufinden, ob der Tumor sich bereits ausgebreitet hat, wird ein sogenanntes Staging durchgeführt. Das heißt, dass man mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) im Körper nach weiteren Tumor-Absiedlungen sucht.

Die Therapie ist in der Regel operativer Natur, das heißt, dass der betroffene Hoden einschließlich des Samenstranges entfernt wird. Anschließend wird der Tumor von der*dem Patholog*in unter dem Mikroskop untersucht. Zusammen mit der Bildgebung ergibt sich so die Einteilung der Erkrankung in bestimmte Stadien. Diese Stadien geben an, ob der Tumor noch auf den Hoden beschränkt war oder sich schon entlang der Lymphgefäße weiter ausgebreitet hat, Absiedlungen im Bauchraum gebildet oder vielleicht sogar schon Metastasen im Kopf oder in der Lunge entstanden sind.

Ob zusätzlich zur Operation eine weitere Therapie, wie zum Beispiel eine Chemotherapie oder Bestrahlung, notwendig ist oder ob man „aktiv überwachen“ kann, wird anhand der Stadieneinteilung und dem histologischen Befund entschieden. Für jedes Stadium gibt es in der entsprechenden Leitlinie, an der sich die behandelnden Ärzt*innen orientieren, eine vorgeschlagene Therapie.

Generell kann man sagen, dass die Prognose einer Hodenkrebserkrankung sogar bei bereits fortgeschrittenen Erkrankungsstadien gut und eine Heilung oft möglich ist. Allerdings ist die Behandlung natürlich einfacher und weniger invasiv, je früher die Erkrankung entdeckt wurde.

Gerade fortgeschrittene Erkrankungen sollten in von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Zentren behandelt werden, welche auch für Hodenkrebs zertifiziert sind, um eine ganzheitliche Behandlung zu garantieren.

Kinderwunsch und Hodenkrebs

Oftmals steht das Thema Kinderwunsch im Mittelpunkt, da Hodenkrebs insbesondere eine Erkankung des jungen Mannes ist. Zwar ist die Hodenkrebserkrankung in der Regel einseitig, jedoch geht aus bis jetzt unbekannten Gründen in etwa der Hälfte der Fälle auch die Spermienproduktion der gesunden Gegenseite zurück. Deshalb bieten wir vor jeder Behandlung die Möglichkeit zur Kryokonservierung an. Das bedeutet, dass Spermien eingefroren werden, um die Kinderplanung später zu vereinfachen.

Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, den entfernten Hoden durch eine Hodenprothese zu ersetzen. Diese fühlt sich an wie ein gesunder Hoden und sieht auch so aus, allerdings kann es zu gewissen Nebenwirkungen kommen. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema und finden für Sie eine individuelle Lösung.

Und danach? Die richtige Nachsorge!

Eine gute Nachsorge ist wichtig, um bei einem Wiederauftreten des Tumors schnell reagieren zu können. Auch die Nachsorge richtet sich nach dem klinischen Stadium. Generell wird man nach einer Hodenkrebserkrankung in den ersten zwei Jahren engmaschig (etwa alle drei Monate) untersucht, danach werden die Abstände großzügiger. Ab dem 5. Jahr ist eine Untersuchung nur noch einmal pro Jahr fällig.

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