Harnblasenkrebs

Harnblasenkrebs gehört zu den häufigeren Krebserkrankungen, der besonders bei älteren Menschen auftritt.

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Häufigkeit von Harnblasenkrebs

Harnblasenkrebs ist eine der häufigeren Krebserkrankungen, vor allem bei älteren Menschen. Weltweit erkranken jedes Jahr mehr als eine halbe Million Menschen neu daran. Auch in Deutschland gehört er zu den zehn häufigsten Krebsarten.

  • Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen – etwa drei- bis viermal so oft.
  • Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter; die meisten Fälle treten nach dem 65. Lebensjahr auf.
  • In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr 20 von 100.000 Männern und 5–6 von 100.000 Frauen.
  • Damit macht Harnblasenkrebs etwa 2–3 % aller Krebserkrankungen in Deutschland aus.
  • Weltweit werden jährlich rund 570.000 neue Fälle diagnostiziert.

Die Erkrankung ist also insgesamt nicht so häufig wie Brust-, Prostata- oder Darmkrebs, stellt aber gerade bei älteren Männern eine bedeutsame Diagnose dar.

Risikofaktoren

Die Entstehung von Harnblasenkrebs wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Besonders bedeutsam sind:

  • Rauchen: der wichtigste Risikofaktor; Tabakrauchstoffe werden über die Nieren in den Urin ausgeschieden und wirken direkt auf die Blasenschleimhaut.
  • Berufliche Belastung: Kontakt mit bestimmten Chemikalien (z. B. Farbstoffe, Lösungsmittel, Gummi-, Leder- und Metallindustrie).
  • Chronische Reizungen: wiederholte oder langjährige Blasenentzündungen, Blasensteine oder Dauerkatheter.
  • Medikamente und Strahlung: manche Krebsmedikamente (z. B. Cyclophosphamid) oder Bestrahlungen im Beckenbereich können das Risiko erhöhen.
  • Genetische Faktoren: familiäre Häufungen sind möglich, aber selten ausschlaggebend.

Frühsymptome

Das Tückische am Harnblasenkrebs ist, dass die Beschwerden oft unspezifisch sind und leicht mit harmloseren Erkrankungen verwechselt werden können. Typische Frühzeichen sind:

  • Blut im Urin (Hämaturie): häufig schmerzlos, manchmal nur mit bloßem Auge sichtbar, manchmal nur im Urintest erkennbar.
  • Veränderungen beim Wasserlassen: häufiger Harndrang, plötzlicher Drang oder Schmerzen beim Wasserlassen (ähnlich einer Blasenentzündung).
  • Anhaltende Blasenentzündungs-Symptome: besonders bei Männern oder bei Frauen nach den Wechseljahren, wenn Infektionen sonst selten sind.

Früh erkannt, sind die Heilungschancen oft gut. Deshalb sollte bei Blut im Urin oder ungewöhnlichen Blasenbeschwerden unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Operationen bei bösartigen Neubildungen der Harnblase

Vivantes bietet das gesamte Spektrum an Operationen bei bösartigen Tumoren der Harnblase an: 

Transurethrale Resektion der Harnblase (TUR-Blase)
Bei dieser Operation werden Blasentumoren schonend über die Harnröhre entfernt, ohne äußere Schnitte. Das Verfahren dient häufig der Diagnosesicherung und Behandlung früher Tumorstadien. In ausgewählten Fällen kann eine fluoreszenzunterstützte Technik eingesetzt werden, um Tumorgewebe besser sichtbar zu machen und möglichst vollständig zu entfernen.

Radikale Zystektomie mit orthotoper Neoblase (bei Mann und Frau)
Wenn die Harnblase vollständig entfernt werden muss, kann aus einem Darmanteil eine neue Blase geformt werden. Diese sogenannte orthotope Neoblase wird so angeschlossen, dass das Wasserlassen auf natürlichem Weg weiterhin möglich ist. Ziel ist es, eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.

Mainz-Pouch
Der Mainz-Pouch ist eine Form der inneren Ersatzblase, die aus Darm gebildet wird. Der Urin wird in einem Reservoir gesammelt und regelmäßig über einen kleinen, gut zugänglichen Zugang entleert. Diese Methode kann eine geeignete Alternative sein, wenn andere Formen der Harnableitung nicht infrage kommen.

Ileum Conduit
Beim Ileum Conduit wird der Urin über ein kurzes Darmstück dauerhaft nach außen geleitet und in einem Beutel auf der Haut aufgefangen. Dieses bewährte Verfahren ist technisch zuverlässig und wird häufig eingesetzt, wenn eine innere Harnableitung nicht möglich oder medizinisch nicht sinnvoll ist.

Gerade fortgeschrittene Erkrankungen sollten in von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Zentren behandelt werden, welche auch für Harnblasenkrebs zertifiziert sind, um eine ganzheitliche Behandlung zu garantieren.

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