
Schwanger: Trimester 1 bis 3 - Alles was sie wissen müssen
Die Schwangerschaft ist eine einzigartige Zeit im Leben einer Familie. In neun Monaten, aufgeteilt in drei Trimester, entwickelt sich das Baby im Mutterleib und auch die Mutter erfährt körperliche aber auch psychische Veränderungen.
Überblick: Die 3 Trimester in der Schwangerschaft
1. Trimester (Woche 1 bis 12): Viele Veränderungen, auch für die Mutter
Die Schwangerschaft beginnt mit der Befruchtung der Eizelle, die sich in den darauf folgenden 14 Tagen in der Gebärmutter einnistet. Der Embryo ist nun über die Plazenta mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden und wächst heran. In der 4. Schwangerschaftswoche kann die Schwangerschaft erstmals über einen Schwangerschaftstest festgestellt werden. Mit diesem Testergebnis tauchen möglicherweise die ersten Fragen auf: Wem erzähle ich schon jetzt von der Schwangerschaft und wem erst später? Wie sage ich es meinem Partner oder Partnerin?
So entwickelt sich Ihr Kind im 1. Trimester der Schwangerschaft
Zeit für Schwangerschaftsmode: Die gewohnte Kleidung wird enger
Die ersten Wochen stellen zunächst vieles auf den Kopf und sorgen abwechselnd für Freude über das neue Familienmitglied und Ängste vor der ungewohnten Situation und möglichen Risiken. Viele Frauen können erst ab der 12. Schwangerschaftswoche richtig aufatmen, auch weil dann das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich sinkt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Babybauch langsam zu erkennen, die gewohnte Kleidung wird enger, und die Schwangerschaft lässt sich nicht mehr lange verbergen.
Spannende Brust und morgendliche Übelkeit: Typische Begleiterscheinungen im 1. Trimester
Zu Beginn der Schwangerschaft spüren Sie wahrscheinlich nicht viel von dem neuen Leben, das in Ihnen heranwächst. Dass Sie schwanger sind, merken Sie jedoch schnell durch typische Begleiterscheinungen, die vor allem im ersten Trimester auftauchen: Brustspannen, morgendliche Übelkeit oder verstärkte Geruchsempfindlichkeit sind häufig die ersten Signale des Körpers. Diese natürlichen Anzeichen für eine Schwangerschaft lassen sich in der Regel nicht vermeiden, allerdings können bestimmte Maßnahmen helfen, sie besser zu lindern.
Unter Übelkeit und Erbrechen leiden viele Frauen gerade in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft. Man vermutet, dass bestimmte Hormone die Übelkeit verursachen, z. B. HCG, das in den ersten Wochen verstärkt ausgeschüttet wird. Die Beschwerden sind zwar belastend, aber ungefährlich – meist verschwinden sie nach dem ersten Trimester wieder von selbst. Sollten Sie sehr starke Beschwerden haben und häufig erbrechen, kann es sein, dass Sie zu viel Flüssigkeit und Gewicht verlieren. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.
Unser Tipp:
Essen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, und wenn es Ihnen hilft, auch Zwieback oder trockenes Brot.
Möglicherweise können Melissen-, Kamillen- oder Ingwertee die Übelkeit lindern.
Vermeiden Sie sehr würzige und fettige Speisen und auch solche, deren Geruch Sie nicht vertragen.
Sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme auf alternative Verfahren wie Homöopathie an.
Viele werdende Mütter kämpfen im ersten Schwangerschaftsdrittel mit ständiger Müdigkeit. Da sich der Körper nun umstellt, wird das Hormon Progesteron verstärkt ausgeschüttet. Dieses hat eine beruhigende Wirkung und kann daher die Schläfrigkeit fördern. Unabhängig davon sinkt der Blutdruck zu Beginn der Schwangerschaft häufig ab und in vielen Fällen liegt ein Eisenmangel vor – auch diese Umstände haben eine verstärkte Müdigkeit zur Folge. Die zusätzliche Ruhe tut Ihnen als werdende Mutter allerdings nur gut: Ihr Körper verwendet nun alle Energiereserven für die Entwicklung des Embryos und die Anpassung an die neue Situation.
Unser Tipp:
Bewegung und frische Luft tun gut und halten fit.
Gönnen Sie Ihrem Körper die notwendigen Pausen, wenn er nach Ruhe verlangt.
Achten Sie darauf, ausreichend zu schlafen (mindestens acht Stunden pro Nacht), und halten Sie ruhig einmal einen kurzen Mittagsschlaf, um Kräfte zu sammeln.
Passen Sie Ihre Ernährung an, falls bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegt: Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, grüne Lebensmittel, rote Beete und Petersilie enthalten viel Eisen.
Ihr Körper kann Eisen am besten aufnehmen, wenn Sie zusätzlich ausreichend Vitamin C zu sich nehmen.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Mal fühlen Sie sich euphorisch und glücklich, dann wieder gereizt, genervt oder antriebslos. Erst sehnen Sie sich verstärkt nach Zuneigung Ihres Partners, dann möchten Sie lieber Ihre Ruhe haben. Diese Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft sind ganz normal und werden durch die hormonellen Veränderungen und die herausfordernde Lebenssituation ausgelöst. Viele Frauen werden gerade zu Beginn der Schwangerschaft sehr nachdenklich und leiden unter Ängsten vor möglichen Komplikationen. Lässt die Niedergeschlagenheit bei Ihnen nicht nach, sprechen Sie mit einer vertrauten Person oder Ihrem Arzt darüber.
Unser Tipp:
Versuchen Sie, Ihre Schwangerschaft auch in den frühen Phasen zu genießen.
Tun Sie sich selbst etwas Gutes, wenn Sie schlecht drauf sind. Wie wäre es mit einem entspannenden Bad oder einem Stadtbummel mit Freunden?
Verschließen Sie sich nicht vor Ihrem Partner, sondern reden Sie mit ihm: Er kann Ihnen nur helfen, wenn er Ihre Bedenken und Gefühle versteht.
Die hormonelle Umstellung kann auch Verdauungsprobleme nach sich ziehen. Die im Körper befindlichen Hormone Progesteron und Östrogen entspannen die Gebärmutter, aber auch die Muskeln im Verdauungstrakt, sodass der Darm nun langsamer arbeitet. Falls Sie unter Eisenmangel leiden und Zusatzpräparate einnehmen müssen, kann das die Verstopfung noch verstärken. Greifen Sie nun nicht zu Abführmitteln, sondern passen Sie Ihre Ernährung an.
Unser Tipp:
Bewegen Sie sich regelmäßig. Ein Spaziergang an der frischen Luft tut immer gut.
Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung, und greifen Sie z. B. verstärkt zu Vollkornprodukten, Trockenobst oder Äpfeln.
Trinken Sie genügend. Empfehlenswert sind stilles Wasser, Kräutertees und Saftschorlen ohne Sprudel.
Verzichten Sie auf Lebensmittel, die üblicherweise stopfend wirken, wie z. B. Bananen oder Weißbrot.
Vermeiden Sie zu kaltes Essen: Warme Speisen und Getränke sind besser verdaulich.
In der Schwangerschaft stellt sich Ihr Stoffwechsel um: Weil sich das Blutvolumen vergrößert, produziert der Körper mehr Insulin, um den Zuckerhaushalt regulieren zu können. Auch Ihr ungeborenes Baby wird mit Blutzucker versorgt. Aufgrund der erhöhten Belastung des Stoffwechsels sinkt Ihr eigener Blutzuckerspiegel häufig schnell ab, und das Gefühl des plötzlichen Heißhungers taucht auf. In diesem Zusammenhang können auch ungewöhnlich erscheinende Gelüste nach bestimmten Lebensmitteln auftreten. Das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln kann zudem ein Hinweis des Körpers dafür sein, dass er bestimmte Stoffe gerade verstärkt benötigt.
Unser Tipp:
Wenn Sie bemerken, dass Sie unterzuckert sind, z. B. weil Sie plötzlich zittern, sollten Sie schnell eine Kleinigkeit essen. Auch Süßes, wie Traubenzucker oder Honig ist erlaubt, da der Zucker schnell in das Blut übergeht. Am besten haben Sie auch unterwegs immer einen Apfel dabei.
Essen Sie lieber viele kleinere Portionen über den Tag verteilt, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
Vermeiden Sie unkontrollierte „Fressattacken“: Diese können zu starker Gewichtszunahme führen und sind auch während der Schwangerschaft ungesund.
2. Trimester (Woche 13 bis 27): Stabilität für den Körper
Zu Beginn des zweiten Trimesters hat sich Ihr Organismus stabilisiert, und die unangenehmen Begleiterscheinungen der Anfangszeit sind verschwunden – vor allem Übelkeit und Müdigkeit gehen nun meist stark zurück. Da auch das Risiko einer Fehlgeburt sinkt, fühlen sich viele Frauen im zweiten Schwangerschaftsdrittel viel zufriedener und entspannter. Der Gedanke, bald Mutter zu werden, wird nun immer vertrauter. Der Babybauch wächst und ist schon deutlich sichtbar, sodass in diesen Wochen wahrscheinlich die erste Umstandsmode Einzug in Ihren Kleiderschrank hält.
Jetzt spüren Sie Ihr Baby auch schon stärker: erst leichtere Bewegungen, die an das Flattern eines Schmetterlings erinnern, und später vielleicht auch schon richtige Tritte. Versuchen Sie nun ganz bewusst, eine Verbindung zu Ihrem Ungeborenen aufzubauen: Legen Sie die Hände auf Ihren Bauch, streicheln Sie ihn, und sprechen Sie mit Ihrem Baby – ab dem fünften Schwangerschaftsmonat kann es Geräusche wahrnehmen und im sechsten auch Ihre Stimme erkennen.
Ungefähr ab der 25. Schwangerschaftswoche treten auch die ersten Muskelkontraktionen der Gebärmutter auf, bei denen sich der Bauch meist ohne Schmerzen verhärtet. Keine Sorge, dieser Prozess dient zur Durchblutung der Gebärmutter und ist ganz normal.
Genießen Sie die ruhige Zeit, bevor die Geburt näher rückt und das neue Familienmitglied den gewohnten Alltag auf den Kopf stellt – vielleicht möchten Sie sich ja noch einmal einen gemütlichen Urlaub gönnen? Regelmäßige Bewegung tut Ihnen und dem Baby auch gut: Sport ist wichtig, sollte aber in Maßen getrieben werden. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Arzt, welche Sportarten für Sie geeignet sind. Typische Begleiterscheinungen des zweiten Trimesters sind zum Beispiel Wassereinlagerungen oder Vergesslichkeit. Diesen können Sie als werdende Mutter jedoch versuchen vorzubeugen.
Typische Begleiterscheinungen im 2. Trimester der Schwangerschaft
Im zweiten Schwangerschaftsdrittel haben Sie in der Nacht möglicherweise verstärkt mit unangenehmen Krämpfen in den Waden zu kämpfen. Diese werden durch Überbelastung, Krampfadern oder Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Magnesium hervorgerufen. Der Körper gibt viele Mineralien über Schweiß und Urin ab. Weil schwangere Frauen in vielen Fällen stärker schwitzen und auch häufiger auf die Toilette müssen, treten solche Mangelerscheinungen daher schneller auf.
Unsere Tipps:
Sprechen Sie Ihren Arzt auf die Krämpfe an. Gegebenenfalls verschreibt er Ihnen ein Magnesiumpräparat, das für Schwangere gut verträglich ist.
Achten Sie darauf, genügend Vollkorn- und Milchprodukte zu sich zu nehmen. Auch Nüsse enthalten viele wichtige Mineralstoffe.
Tragen Sie hauptsächlich flache und bequeme Schuhe.
Beugen Sie Krämpfen vor, indem Sie die Durchblutung durch Wechselduschen anregen. Duschen Sie Ihre Beine dazu abwechselnd warm und sehr kalt ab. Wadenmassagen, Gymnastik und Bewegung können ebenfalls hilfreich sein.
Wärme fördert die Durchblutung: Legen Sie abends vor dem Einschlafen eine Wärmflasche auf die Waden, um nächtliche Krämpfe zu verhindern. Auch heiße Lavendelumschläge wirken wohltuend.
In der Schwangerschaft verändert sich der Blutkreislauf vorübergehend: Die Blutgefäße weiten sich und werden durchlässiger, das Blutvolumen steigt. Das Blut „versackt“ leichter in den Gefäßen, und Flüssigkeit sammelt sich an. Zusätzlich verstärken die Schwangerschaftshormone die Wassereinlagerungen. Wenn Sie lange stehen oder sitzen, sammelt sich das Wasser in Händen und Füßen, und diese schwellen an. Vor allem am Ende des Tages oder bei wärmeren Temperaturen treten solche Wassereinlagerungen, auch Ödeme genannt, verstärkt auf. Bei besonders starken Schwellungen ist es immer ratsam, den Arzt zu kontaktieren.
Unsere Tipps:
Ziehen Sie ein paar Bahnen im Schwimmbad, oder nehmen Sie daheim ein warmes Bad – beides bringt die Blutzirkulation in Schwung und verringert Wassereinlagerungen.
Legen Sie die Beine hoch, wann immer es Ihnen möglich ist.
Wechselduschen und -bäder regen die Durchblutung an.
Nehmen Sie entwässernde Lebensmittel wie Spargel oder Gurke in Ihren Speiseplan auf.
Auch wenn es paradox klingt: Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, insbesondere Wasser und ungesüßte Tees.
Schwangerschaftsstreifen entstehen bei vielen werdenden Müttern. Wenn sich die Haut nicht mehr ausreichend dehnt, weil sie nicht mit dem Wachstum von Bauch oder Brust mithalten kann, reißt sie leicht ein, und bläuliche Streifen sind zu sehen. Die Ursachen hierfür liegen zum Teil in den Genen – schwaches Bindegewebe ist meist Veranlagung. Auch eine sehr starke Gewichtszunahme in kurzer Zeit oder ein sehr starkes Wachstum von Bauch und Brust, z. B. bei Mehrlingsschwangerschaften, verursachen die Risse in der Haut. Diese sind nach der Geburt zwar heller und weniger sichtbar, bilden sich aber nicht mehr vollständig zurück.
So können Sie der Entstehung von Schwangerschaftsstreifen vorbeugen:
Massieren Sie täglich Öl, z. B. Jojoba- oder Mandelöl, in die besonders „strapazierten“ Körperstellen wie Bauch, Brust und ggf. Beine und Po ein, und fördern Sie so die Elastizität der Haut.
Stärken Sie Ihr Bindegewebe durch Wechselduschen oder Massagen mit speziellen Schwämmen.
Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, trinken Sie ausreichend, und bewegen Sie sich regelmäßig.
Gerade noch lag Ihnen das Wort auf der Zunge, nun will es Ihnen aber partout nicht mehr einfallen? Und den Hausschlüssel haben Sie doch definitiv in die rechte Jackentasche gesteckt? Oder etwa doch in die Handtasche? Gut möglich, dass Ihnen solche Situationen bekannt vorkommen, denn in der Schwangerschaft leiden viele unter einer geringeren Konzentrationsfähigkeit und einem verschlechterten Kurzzeitgedächtnis. Es scheint, als hätte das Gehirn keinen Platz mehr für kleinere unwichtigere Informationen, weil es viele neue Gefühle und Herausforderungen verarbeiten muss. Auch die Schwangerschaftshormone begünstigen kleinere Gedächtnislücken. Die Vergesslichkeit verschwindet meist nach der Geburt wieder, spätestens dann, wenn Sie wieder einen regelmäßigen Schlafrhythmus haben.
Unsere Tipps:
Notieren Sie sich alles Wichtige im Kalender, auch wenn Sie es sich früher ohne Probleme gemerkt haben. Sicher ist sicher!
Legen Sie Gegenstände, die Sie häufig benutzen, z. B. Geldbörse und Schlüssel, immer am selben Ort ab.
Entspannen Sie sich: Natürlich gibt es tausend Dinge, an die Sie vor der Geburt Ihres Babys denken müssen. Lassen Sie diese auch einfach mal außer Acht, und geben Sie Ihren Gedanken Raum zu schweifen.
3. Trimester (Woche 28 bis 40): Der Geburtstermin rückt näher
Bald ist es so weit, und Ihr Baby erblickt das Licht der Welt! Die letzten Wochen können sich allerdings ziemlich lang anfühlen, auch wenn der Geburtstermin immer näher rückt. Nur ein Bruchteil der Babys, etwa 5%, kommt zum errechneten Termin zur Welt.
Im dritten Trimester ist der Organismus des Kindes schon ausgereift, sodass es im Grunde nur noch weiter wachsen muss. Das heißt aber auch, dass der Bauch nun immer größer wird und die eigene Bewegungsfreiheit stärker eingeschränkt ist. Der große Babybauch stellt für viele Schwangere auch eine zunehmende Belastung dar, und die meisten werdenden Mütter wünschen sich nun nichts sehnlicher, als dass Ihr Baby endlich gesund auf die Welt kommt. Durch das zusätzliche Körpergewicht braucht Ihr Körper viel Ruhe: Geben Sie Aufgaben, wenn möglich, ab, und ruhen Sie sich häufiger aus. Nicht nur im Alltag kann der mittlerweile kugelrunde Bauch unpraktisch werden – durch die Größe der Gebärmutter werden auch die Organe im Bauchraum eingeengt, sodass typische Nebenwirkungen wie z. B. Sodbrennen auftauchen.
Typische Nebenwirkungen im 3. Trimester
Um Ihren Körper auf die anstehende Geburt vorzubereiten, bewirkt das Hormon Progesteron, dass sich Gelenke, Bänder und Muskeln lockern. Aufgrund des großen Babybauchs nehmen nun viele Schwangere im Stehen und Sitzen eine falsche Haltung ein: Die Bauchmuskulatur wird weicher und verliert an Kraft, sodass der Bauch herausgestreckt wird, und ein Hohlkreuz entsteht. Die Wirbelsäule wird dadurch stärker beansprucht. In Kombination mit der Gewichtszunahme von ca. 10 bis 15 Kilogramm stellt dies eine enorme und ungewohnte Belastung für den Körper dar, die sich durch Schmerzen im Rücken äußern kann.
Unser Tipps:
Wie im gesamten Schwangerschaftsverlauf gilt insbesondere im Fall von Rückenschmerzen: Heben Sie keine schweren Gegenstände, und belasten Sie Ihren Rücken nicht unnötig.
Vermeiden Sie es, längere Zeit zu stehen, und tragen Sie flache Schuhe.
Regelmäßige Bewegung kann Schmerzen vorbeugen: Vor allem Schwimmen, Rückenkurse oder spezielles Yoga für Schwangere tun dem Rücken gut.
Haben Sie auch Probleme einzuschlafen, weil der Bauch immer im Weg zu sein scheint und jede Lage unbequem ist? Viele Schwangere leiden im letzten Schwangerschaftsdrittel unter Schlaflosigkeit. Auch der ständige Harndrang hält wach, denn das Baby im Bauch drückt nun immer stärker auf die Blase. Zudem hat Ihr Kind seinen ganz eigenen Schlafrhythmus, der nicht unbedingt mit Ihrem übereinstimmen muss: Möglicherweise bewegt es sich genau dann besonders aktiv im Bauch, wenn Sie gerade ins Bett gehen.
Unser Tipps:
Essen Sie vor dem Schlafengehen nicht zu viel, und gehen Sie am besten noch eine Runde an der frischen Luft spazieren.
Zwingen Sie Ihrem Körper keine festen Schlafenszeiten auf, sondern legen Sie sich dann hin, wenn Sie wirklich müde sind.
Vermeiden Sie es, in der Rückenlage zu schlafen. Es kann passieren, dass das Baby durch seine Lage im Bauch den Rückfluss des Blutes zum Herzen einschränkt und bei Ihnen Herzklopfen und Schwindelgefühl auftreten.
Viele Schwangere empfinden die Seitenlage als sehr bequem: Winkeln Sie das obere Bein an, und stützen Sie es mit einem Kissen ab.
Sodbrennen ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, die bei vielen Frauen erst in den letzten Schwangerschaftswochen auftritt, bei einigen aber auch schon früher. Verursacht wird es durch die wachsende Gebärmutter, die stärker auf die inneren Organe und somit auch auf den Magen drückt. Da das Schwangerschaftshormon Progesteron für Muskelentspannung sorgt, ist auch der Mageneingang weniger fest verschlossen. So kann die Magensäure schneller in die Speiseröhre gelangen und das unangenehme Brennen verursachen. Sodbrennen tritt vor allem im Liegen auf und äußert sich durch häufiges Aufstoßen, einen sauren Geschmack im Mund sowie durch Bauchschmerzen und ein brennendes und drückendes Gefühl im Brustraum.
Unsere Tipps:
Verzichten Sie auf große und schwere Mahlzeiten. Essen Sie lieber mehrmals am Tag langsam kleinere Portionen, und zerkauen Sie die Nahrung gut.
Vermeiden Sie fettige, scharfe und stark gewürzte Speisen sowie Wasser mit Kohlensäure, Säfte und Süßigkeiten.
Bekämpfen Sie das Sodbrennen mit Lebensmitteln, die die Magensäure neutralisieren, wie z. B. kalte Milch oder Kartoffeln, Mandeln oder wenige Löffel Haferflocken
Nehmen Sie die letzte Mahlzeit spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen zu sich. Wenn Sie häufiger in der Nacht von Sodbrennen geplagt sind, hilft es Ihnen möglicherweise, mit leicht erhöhtem Oberkörper einzuschlafen.
In den letzten Wochen der Schwangerschaft bekommen viele werdende Mütter deutlich weniger Luft, sodass auch einfache Tätigkeiten viel anstrengender erscheinen. Weil die Gebärmutter weiter wächst drückt sie das Zwerchfell in die Höhe. So wird der Brustraum nach oben gedrückt und die Lunge eingeengt – das Atmen fällt schwerer. Auch wenn es unangenehm ist, besteht kein Anlass zur Sorge. Die vorübergehende Kurzatmigkeit hat keine Folgen oder Risiken für Sie oder Ihr Baby. Wenn sich das Kind im Bauch etwa in der 36. Schwangerschaftswoche in die Schädellage dreht, macht sich Erleichterung bemerkbar: Der Kopf rutscht tiefer in das Becken der werdenden Mutter, und im oberen Teil der Gebärmutter ist nun wieder etwas mehr Platz.
Unsere Tipps:
Vermeiden Sie Stress und Anstrengungen. Gönnen Sie sich viel Ruhe, denn das ist es, was Ihr Körper nun braucht.
Liegen Sie nachts in halb aufrechter Position, damit das Baby und die Gebärmutter nicht zusätzlich auf die Lunge drücken.
Achten Sie auf eine gute Durchlüftung des Schlafzimmers.
Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme spezielle Atemübungen zeigen, die Ihnen helfen, entspannt durchzuatmen.
Geraten Sie nicht in Panik, wenn Sie manchmal das Gefühl haben, dass Ihnen die Luft wegbleibt. Atmen Sie tief und ruhig durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.




