
Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin
Klinikum im Friedrichshain
Die Tauchmedizin beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Gefahren, die im Wasser, am Wasser und unter Wasser entstehen können. Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Überdruckmedizin (Hyperbarmedizin) – die auch für die Behandlung von nicht tauchbezogenen Erkrankungen eingesetzt wird.
Ihre Expert*innen für Tauchmedizin in Friedrichshain
Tauchen – für viele eine der schönsten und faszinierendsten Sportarten. Das sprichwörtliche Abtauchen in eine andere Welt mit ihren eigenen Bewohnern und Gesetzen verlangt Mut und einen klaren Kopf. Und sollte gut und gründlich vorbereitet werden, denn in dieser untypischen Umgebung wird ganz besonders auch unser Körper gefordert, vor allem Herz, Lunge und Kreislauf. Auch die Ohren machen vielen Tauchern Probleme.
Das Zentrum für Sauerstofftherapie und Tauchmedizin am Vivantes Klinikum im Friedrichshain verfügt über eine hochmoderne Sauerstoffüberdruckkammer. Hier werden wir neben besonderen medizinischen Notfällen wie Tauchunfällen auch Rauchgasvergiftungen und verschiedenste Erkrankungen wie z.B. das diabetische Fußsyndrom, akute Innenohrerkrankungen (Hörsturz) Wundheilungsstörungen oder Bestrahlungsfolgen behandelt. Ein Spezialgebiet mit weit überregionalem Einzugsgebiet liegt in der Behandlung von Patient*innen mit Gasbrand und anderen schweren Weichteilinfektionen.
Ein Notdienst steht in unserem Zentrum rund um die Uhr bereit.
Medizinische Angebote
Tauchmedizinische Vorsorgeuntersuchungen („Tauchtauglichkeit“):
Die tauchmedizinische Vorsorgeuntersuchung ist für jeden Taucher die Eintrittskarte für sein Element. Wir führen diese Untersuchung nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdurckmedizin (GTÜM) durch und garantieren Ihnen damit einen nach dem aktuellen Kenntnisstand der Tauchmedizin durchgeführten Check-Up. Dieser beinhaltet eine Lungenfunktionsüberprüfung, ein Ruhe- EKG, ein Belastungs-EKG, sowie eine orientierende Ganzkörperuntersuchung.
Wenn Sie bei bestehenden Vorerkrankung, wie zum Beispiel Asthma bronchiale oder Bluthochdruck tauchen wollen, werden Sie von unseren erfahrenen Tauchärzten ausführlich beraten. In diesen Fällen bitten wir, bei der Terminplanung auf Ihr Problem hinzuweisen und vorhandene Befunde zur Untersuchung mitzubringen.
Nach erfolgter Untersuchung wird Ihnen das Ergebnis in einem ausführlichen Abschlussgespräch sofort mitgeteilt und Sie bekommen bei unbedenklicher Befundkonstellation Ihr international anerkanntes Tauglichkeitszertifikat nach GTÜM.
Für Tauchtauglichkeitsuntersuchungen bitten wir Sie, rechtzeitig einen dazu notwendigen Termin mit uns zu vereinbaren.
Die Hyperbare Sauerstofftherapie ist eine wissenschaftlich etablierte Behandlungsmethode, die ihre Ursprünge in der Druckluft- und Tauchmedizin hat.
Unter HBO versteht man die Behandlung von Patienten unter Überdruckverhältnissen in einer dafür geeigneten Druckkammer. Der dabei über eine Maske eingeatmete Sauerstoff wird im Überdruck entsprechend physikalischer Gesetze überwiegend im Blutplasma gelöst.
Damit wird zusätzlich zu dem in den roten Blutkörperchen gebundenen Sauerstoff ein weitaus größerer Anteil direkt im Blutplasma gelöst zur Sauerstoffversorgung der Organe zur Verfügung gestellt. So können auch Körpergewebe mit gestörter Sauerstoffversorgung wieder in ausreichendem Maße versorgt werden.
Die HBO besteht aus der Kombination zweier grundlegender Bedingungen:
- der Patient atmet während der Behandlung 100% medizinischen Sauerstoff (O2)
- der Patient wird in der Therapie-Druckkammer einem Überdruck ausgesetzt, wobei der therapeutisch genutzte Druckbereich in der Regel zwischen 240 kPa und 300 kPa (2,4 – 3,0 bar) absolut liegt
Mögliche Indikationen für die Druckkammerbehandlung:
- chronische Wundheilungsstörungen, Problemwunden
- diabetisches Fußsyndrom
- chronische Strahlenfolgen wie Strahlenzystitis und -Proktitis
- akuter Hörsturz
- Knalltrauma
- Aseptische Knochennekrosen (z.B. Morbus Ahlbäck)
- Verschluss der Zentralarterie des Auges
Notfallindikation:
- Kohlenmonoxidvergiftungen
- Gasbrand und andere schwere nekrotisierende Weichteilinfektionen
- Dekompressionskrankheit (Caisson-Krankheit, Tauchunfall)
- Arterielle Gasembolie
Für Ärzte: Berliner Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin
Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) im Vivantes Klinikum im Friedrichshain kann auf eine mehr als 40-jährige Tradition zurückblicken. Fachlich in die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin integriert, werden hier vor allem Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie Weichteilinfektionen, Rauchgas- und Kohlenmonoxidvergiftungen sowie Tauch- und Caissonunfälle aller Schweregrade medizinisch betreut.
Die hochmoderne Mehrpersonen- Druckkammer befindet sich seit Endes 2017 wieder direkt im Klinikum im Friedrichshain. Mit den umfassenden Neubaumassnahmen wurde im Untergeschoss des Hauses 15.2 eine speziell für die Behandlung von Intensivpatienten konzipierte, rechteckige Druckkammer neu errichtet. Diese bietet Platz für acht bequem sitzende Patienten und ist durch ihre modulare Einrichtung auch mit 2 kompletten Betten der Intensivstation nutzbar.
Sie ist eine von derzeit neun in Deutschland rund um die Uhr einsatzbereiten Einrichtungen mit entsprechendem intensivmedizinischen „know how“. Durch den Hubschrauberlandeplatz im Klinikum steht die Druckkammer bundesweit für Patienten zur Verfügung. Die hyperbare Sauerstofftherapie wird auch von ambulanten Patient*innen aus einem weit überregionalen Einzugsgebiet als zusätzliche therapeutische Behandlungsmethode bei verschiedenen Erkrankungen genutzt. Das medizinische Expert*innenteam besteht aus 12 speziell ausgebildeten Tauch- und Überdruckmediziner*innen sowie vier Mitarbeitenden im Funktionsdienst
Unter der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) versteht man die Behandlung von Patient*innen unter Überdruckverhältnissen in einer dafür geeigneten Druckkammer. Der dabei über eine Maske eingeatmete Sauerstoff wird nunmehr überwiegend physikalisch im Blutplasma gelöst, so dass neben dem im Erythrozyten gebundenen Sauerstoff ein weitaus grösserer Anteil im Plasma gelöst zur Verfügung gestellt werden kann. So können auch Körpergewebe mit unter pathologischen Bedingungen schlechter Oxygenierung, z.B. wegen einer deutlichen Verlängerung der perivaskulären Diffusionstrecke, wieder in ausreichendem Maße mit Sauerstoff versorgt werden.
Die wesentlichsten Effekte der HBO sind dabei neben der Beseitigung einer Hypoxie, eine ausgeprägte Vasokonstriktion mit antiödematöser Wirkung, die Verbesserung einer pathologisch gestörten Wundheilung durch Stimulation der Angioneogenese und weiterer an der Heilung beteiligter zellulärer Komponenten, sowie eine direkte antimikrobielle Wirkung vor allem im anaeroben, aber auch aeroben Spektrum.
Die Anwendung der HBO ist nach den Empfehlungen der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) neben den klassischen Notfallindikationen auch bei therapierefraktären Wunden („Problemwunden“), bei ausgewählten Stadien des diabetischen Fußsyndroms, bei der Behandlung und Prävention von Strahlenschäden, bei therapierefraktären Knocheninfektionen (Osteitis) und bei akuten hypoxischen cochleären Funktionsstörungen (z.B. akuter Hörsturz) eine anerkannte adjuvante Therapieform.
Die Anzahl der notwendigen Behandlungen richtet sich dabei nach der Erkrankung und liegt bei elektiven Indikationen zwischen 10 und 30 einzelnen Therapiesitzungen. Die Patienten werden dabei einem Umgebungsdruck ausgesetzt, der je nach notwendigem Therapieschema einer „Tauchtiefe“ von 14 bis 20 Metern entspricht.
Die Behandlungszeit beträgt in der Regel 100 bis 140 Minuten.
Mögliche Nebenwirkungen der HBO- Therapie beruhen auf den physikalischen Veränderungen, die auf alle luftgefüllten anatomischen Strukturen einwirken. So ist es möglich, dass bei fehlendem Druckausgleichvermögen Barotraumata auftreten können. Allgemein werden jedoch die Behandlungen sehr gut vertragen.
Auch der Sauerstoff selbst kann im Überdruck spezifische Nebenwirkungen haben, die in einem ausführlichen Gespräch vor Beginn einer Therapie erläutert werden. Die Planung der Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit dem behandelnden Arzt. Im Rahmen eines Vorgespräches mit dem Patienten werden dann die möglichen therapeutischen Ziele, die Notwendigkeit eventueller weiterführender Diagnostik vor Beginn einer HBO- Therapie sowie die individuellen Risiken ausführlich besprochen.
Einen weiteren Schwerpunkt unserer Tätigkeit nimmt die medizinische Beratung und Betreuung von Sporttauchern ein, die hier nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin eine umfassende tauchmedizinische Vorsorgeuntersuchung absolvieren können. Unsere Einrichtung wird von Sporttauchern aller Altersgruppen konsultiert.
Zum tauchmedizinischen Service unserer Einrichtung gehört insbesondere auch die Beratung von Tauchern mit speziellem Risikoprofil, z.B. bei Bestehen von relevanten Vorerkrankungen oder nach stattgehabten tauchspezifischen Erkrankungen.Bei speziellen Fragestellungen besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Druckkammerexposition, die dann individuell abgestimmt wird. . So können die Taucher unter kontrollierten Bedingungen eventuell bestehende Schwierigkeiten wie z.B. Druckausgleichsprobleme erkennen und Strategien zu deren Vermeidung erlernen.Die Mitarbeiter im Berliner Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin stehen Ihnen gern als Ansprechpartner bei Fragen zu Indikationen und therapeutischen Strategien zur Verfügung.Die Vorstellung von Patienten ist nach Terminabsprache ebenfalls jederzeit kurzfristig möglich.
Für Patien*innen: Gut vorbereitet auf Ihre Druckkammerbehandlung
Wenn Ihre Ärzt*in eine Behandlung in der Druckkammer empfiehlt, vereinbaren Sie zunächst einen Gesprächstermin im Druckkammerzentrum. In diesem Beratungsgespräch werden Nutzen, Risiken und der Ablauf der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) erläutert und Ihre Druckkammertauglichkeit wird geprüft.
Die Behandlung erfolgt in einer modernen Mehrpersonen-Druckkammer. Sie atmen über Maske medizinischen Sauerstoff und stehen jederzeit über Sprech- und Sichtkontakt mit der Ärzt*in und dem Fachpersonal in Verbindung. Ein Entertainmentsystem ermöglicht Lesen, Musik oder Videos während der Sitzung. Die HBO-Therapie findet an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen statt, meist in 10 bis 30 Sitzungen. Dauer und Anzahl richten sich nach Ihrem Krankheitsbild. Am Ende steht ein abschließendes Arztgespräch.
Die ambulante HBO-Therapie ist – außer beim diabetischen Fußsyndrom – keine reguläre Kassenleistung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Einzelfällen nach Prüfung; private Kassen, Beihilfen und andere Kostenträger in der Regel entsprechend dem jeweiligen Tarif. Vor Therapiebeginn sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen. Das Zentrum unterstützt Sie bei Kostenvoranschlag und Antrag auf Kostenübernahme.
Leitung
Allgemeiner Kontakt
Vivantes Klinikum im Friedrichshain
Berliner Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin
Neubau, Haus 15.2, UG
Landsberger Allee 49
10249 Berlin
030 130 23 1700
Fax 030 130 23 1700
Sprechzeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 07:00 bis 15:30 Uhr
Mittwoch: 11:00 bis 19:30 Uhr
Notfalltelefon (bei lebensbedrohlichen Notfällen)
Bitte nutzen Sie diese Nummer für Notfälle. Für allgemeine Anfragen nutzen Sie die allgemeine Kontaktnummer.
Intensivstation 2
030 130 23 1502
030 130 23 1707
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Telefon: 030 130 23 1700
E-Mail: druckkammer@vivantes.de
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Vivantes Klinikum im Friedrichshain
Landsberger Allee 49
10249 Berlin-Friedrichshain

