Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Wenckebach-Klinikum

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bietet verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Hierzu zählen etwa die ärztliche sowie die psychotherapeutische Weiterbildung.

Ärztliche Weiterbildung

Das Vivantes Wenckebach-Klinikum ist ein Allgemeinkrankenhaus und Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Unsere Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik verfügt über vier Stationen und drei Tageskliniken mit insgesamt 97 stationären und 55 teilstationären Behandlungsplätzen. Pro Jahr werden ca. 2000 Patienten in unserer Klinik aufgenommen. Unsere eigene Psychiatrische Institutsambulanz behandelt ca. 320 Behandlungsfälle im Quartal. Primär sind wir für die psychiatrische Pflicht- und Vollversorgung aller erwachsenen Einwohner des Teilbezirks Berlin-Tempelhof mit ca. 180. 000 Einwohnern verantwortlich. Eine überregionale Versorgung kann nach Maßgabe freier Behandlungsplätze ebenfalls erfolgen. Eine psychiatrische Notfallversorgung an der Klinik steht rund um die Uhr bereit. Zudem berät unser Konsiliardienst sämtliche Fachabteilungen des Vivantes Wenckebach-Klinikums und das im Bezirk benachbarte St. Joseph-Krankenhaus in allen psychiatrischen, psychotherapeutischen und suchtmedizinischen Fragen.

Die Klinik führt zwei allgemein-psychiatrische Stationen, eine suchtmedizinische Station und eine beschützende Station vorwiegend zur Behandlung von schwer psychisch erkrankten Menschen (u.a. mit Selbst- oder Fremdgefährdung).

Die drei Tageskliniken besitzen unterschiedliche Diagnostik- und Behandlungsschwerpunkte. So bietet die Tagesklinik 1 neben allgemeinpsychiatrischen Therapieplätzen ein zertifiziertes Behandlungsangebot für Borderline-Persönlichkeitsstörungen (DBT – Dialektisch Behaviorale Therapie). Die Tagesklinik 2 ist im Schwerpunkt auf die Akutbehandlung von Menschen mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis spezialisiert. Ein besonderes Behandlungsangebot richtet sich hierbei an junge Patienten mit erstmalig aufgetretenen psychotischen Symptomen. Ergänzend werden auch Patienten mit affektiven Erkrankungen behandelt. Die psychosomatische Tagesklinik für Schmerzmedizin erweitert das Therapieangebot der Klinik darüber hinaus um die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen.

Jeder Arzt unserer Klinik hat eine psychotherapeutische Ausbildung absolviert oder durchläuft diese gegenwärtig im Rahmen der Facharztausbildung. Es gibt tiefenpsychologisch und verhaltenstherapeutisch ausgebildete Ärzte und Psychologen.

Im Sommer 2013 wurde die psychiatrische Klinik des Vivantes Wenckebach-Klinikums von unserer Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) als Weiterbildungszentrum für Psychiatrie zertifiziert.

Der Chefarzt der Klinik, Herr Dr. Walter de Millas, verfügt über die volle Weiterbildungsbefugnis für das Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie (4 Jahre). Struktur und Organisation der Klinik ermöglichen die umfassende Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie entsprechend der Weiterbildungsbestimmungen der Berliner Ärztekammer.

Die Leitende Ärztin der Tagesklinik für Schmerzmedizin, Frau Dr. Taraz, verfügt über eine Weiterbildungsbefugnis für das Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (12 Monate, stationär) entsprechend der Weiterbildungsbestimmungen der Berliner Ärztekammer.

Im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie haben die Assistenzärzte Gelegenheit, durch regelmäßige Rotation alle Bereiche unserer Klinik kennenzulernen (Allgemeinpsychiatrische Stationen, Beschützende Station, Station für Abhängigkeitskranke, Tageskliniken, Rettungsstelle, Institutsambulanz). Hierbei werden sie intensiv vom Chefarzt und den Oberärzten supervidiert. Im Konsildienst sammeln unsere Weiterbildungsassistenten wichtige Erfahrungen in der psychologisch-medizinischen Betreuung somatisch erkrankter Patienten. Einblicke in die ambulante Patientenversorgung können über prä- und poststationäre Behandlung sowie Mitbehandlung in der Psychiatrischen Institutsambulanz gewonnen werden. Darüber hinaus bietet die Klinik Kontaktmöglichkeiten zu sämtlichen komplementären Einrichtungen und Trägern des Bezirks.

Für die Weiterbildung im speziellen Neurologie-Teil garantiert die Klinik eine einjährige Rotation in die Neurologische Abteilung des Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikums (Chefarzt: Dr. Walter de Millas).

Die im Rahmen der Facharztweiterbildung zu erbringenden Gutachten können in der Abteilung unter Supervision erstellt werden. 

Um die Einarbeitung und Integration neuer Kolleginnen und Kollegen erfolgreich zu gestalten, ist es uns wichtig, diese besonders in den ersten Wochen und Monaten umfassend zu informieren und intensiv zu begleiten. Jeder neue Mitarbeiter erhält daher bei uns seinen persönlichen Mentor – in der Regel einen erfahrenen Stationsarzt. So können alle wichtigen Fragen, z.B. zu den Arbeitsabläufen in der Klinik, bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt geklärt werden. In einer Begrüßungsmappe sind zudem die wichtigsten Informationen über die Tätigkeit in der Klinik schriftlich zusammengefasst.

Die Einarbeitung wird selbstverständlich auch durch den Chefarzt und die Oberärzte gewährleistet. So suchen diese u.a. in Einführungstutorien das offene Gespräch mit den neuen Mitarbeitern und thematisieren darin für den Berufseinstieg relevante Schwerpunktthemen der Psychiatrie. Auf allen Stationen und Tageskliniken finden wöchentliche Chef- bzw. Oberarztvisiten statt. In Zweitsichten besprechen die Oberärzte und Stationsärzte für jeden neu aufgenommenen Patienten wichtige diagnostische und therapeutische Aspekte und entwickeln gemeinsam mit den Patienten individuelle Behandlungspläne.

Nach Einweisung durch den auf der Rettungsstelle tätigen Psychiater erfolgt der erste Einsatz im Not- und Bereitschaftsdienst in Abhängigkeit vom individuellen Ausbildungs- und Erfahrungsstand frühestens nach sechs Wochen. Um sich bereits im Vorfeld mit den Abläufen und den Örtlichkeiten der Rettungsstelle vertraut zu machen, besteht zudem immer die Möglichkeit, sich dem Arzt vom Dienst anzuschließen. In aller Regel beginnen Kollegen ohne psychiatrische Vorerfahrung ihre Tätigkeit zunächst auf einer allgemeinpsychiatrischen Station, um sich mit raschem Erwerb von psychiatrischen Fachkenntnissen in späteren Dienstsituationen und anderen Einsatzbereichen möglichst sicher fühlen zu können.

Jeder Arzt wird auf dem Weg der Weiterbildung individuell vom Chefarzt der Klinik und den Oberärzten begleitet. Alle wichtigen Schritte, wie z.B. der Beginn der psychotherapeutischen Ausbildung oder die Rotation in das Neurologische Jahr können so gemeinsam abgestimmt und vorbereitet werden. Die Oberärzte führen hierzu regelmäßige Mitarbeitergespräche. Im jährlich stattfindenden Weiterbildungsgespräch mit dem Chefarzt erfolgt u.a. die Dokumentation erworbener Weiterbildungsinhalte im Logbuch der auszubildenden Ärzte.

Supervision ist für unsere klinische Arbeit unverzichtbar. Sie fördert die Selbstreflexion, hilft, den Überblick zu bewahren und Arbeitsstrukturen kreativ weiterzuentwickeln. Regelmäßig laden wir daher, zumeist alle 14 Tage, externe Supervisoren auf alle Stationen und Tageskliniken ein. Die Teilnahme an der Supervision ist kostenfrei und wird allen Teammitgliedern ermöglicht.

 

Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt bei einer Vollbeschäftigung durchschnittlich 40 Stunden / Woche. 

In aller Regel leisten die Stationsärzte 3 bis 4 Bereitschaftsdienste im Monat. Werktags (Montag bis Freitag) beginnt der Bereitschaftsdienst um 16:00 Uhr und endet am Folgetag nach der ärztlichen Frühbesprechung gegen 9:00 Uhr. An den Wochenendtagen ist der Dienst zweigeteilt von 8:00 bis 20:00 bzw. von 20:00 bis 8:00 Uhr. Die Dienstplanung erfolgt in der Regel zwei Monate zuvor und beachtet persönliche Präferenzen.

Selten anfallende Überstunden können zeitnah durch Freizeitausgleich ausgeglichen werden bzw. werden in Absprache ausbezahlt.

In unseren Kliniken kommen bereits seit langem flexible Arbeitszeitregelungen zur Anwendung. Wann immer es organisatorisch möglich ist, berücksichtigen wir die individuellen Wünsche unserer Mitarbeiter. So bieten wir – nicht nur während der Elternzeit – die Möglichkeit einer Teilzeittätigkeit an.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist uns besonders wichtig. Ob geregelte Arbeitszeiten, eine überschaubare Anzahl an Bereitschaftsdiensten, eine strukturierte und mittelfristige Dienstplanung, flexible Teilzeitvarianten, Kinderbetreuung im Krankheitsfall oder in Notfallsituationen – viele verschiedene Maßnahmen haben wir bereits erfolgreich umgesetzt und ermöglichen auf diesem Wege auch ärztlichen Mitarbeitern mit Kindern eine Perspektive.

So bietet Vivantes u.a. seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Koordinierungsstelle „KidsMobil“ die Möglichkeit der flexiblen Kinderbetreuung in Notfallsituationen. Die Betreuung erfolgt im Regelfall in der elterlichen Wohnung. Betreut werden Kinder im Alter von 3 Monaten bis 12 Jahren durch pädagogische Fachkräfte.

Für den Zeitraum Ihrer Facharztausbildung erhalten Sie einen Dienst (Facharztweiterbildungs-) vertrag. Ein bei Vivantes beschäftigter Arzt erhält sein monatliches Gehalt entsprechend einer Einstufung in eine tarifvertraglich definierte Entgeltgruppe.

In einer 2016 für Vivantes durchgeführten Mitarbeiterbefragung drückte sich für unsere Klinik mit überdurchschnittlich hoher Rücklaufquote eine große Zufriedenheit am Arbeitsplatz aus.

Im Rahmen unserer Fort-und Weiterbildung referieren wöchentlich externe Referenten und Mitarbeiter der Klinik über aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Grundlagen des Fachgebiets der Psychiatrie. Diese berufsgruppenübergreifende Veranstaltung wird von der Berliner Ärztekammer zertifiziert (CME-Fortbildungspunkte). Die theoretischen Anforderungen des Weiterbildungskatalogs der Berliner Ärztekammer werden in der Themenauswahl selbstverständlich beachtet.

Einmal in der Woche werden in einem Journal-Club aktuelle wissenschaftliche Zeitschriftenartikel vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus finden Fallvorstellungen sowie anlassbezogene Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen statt. Regelmäßig schulen sich unsere Ärzte und Psychologen auch in der Erfassung und Dokumentation des Psychopathologischen Befunds (AMDP-Training - Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie). Wir ermöglichen und fördern die Teilnahme an externen berufsspezifischen Fortbildungen und Kongressen. Vivantes bietet darüber hinaus ein berufsübergreifendes Fort- und Weiterbildungsangebot an.

Auch die Teilnahme am Psychoseseminar im Bezirk Tempelhof ist wichtiger Bestandteil der Facharzt-Weiterbildung in unserer Klinik. Psychoseseminare sind trialogische Gesprächs- und Verständigungsforen für Menschen mit eigener Psychose-Erfahrung, für Angehörige und für Fachkräfte aus dem psychiatrischen Hilfs- und Unterstützungssystem. Der Grundgedanke des Seminars ist es, die Erfahrungen aller Beteiligten zur Sprache zu bringen, um Verständnis füreinander zu gewinnen.

Einmal wöchentlich werden zudem in der radiologischen Abteilung der Klinik die aktuellen Röntgenbefunde demonstriert und besprochen. Der Fachkundeerwerb „Strahlenschutz“ wird durch Teilnahme an entsprechenden Schulungskursen garantiert.

Im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Vivantes Wenckebach-Klinikum können die psychotherapeutischen Weiterbildungsanteile von den Assistenzärzten nach freier Wahl entweder tiefenpsychologisch orientiert oder verhaltenstherapeutisch absolviert werden.

Für die tiefenpsychologisch orientierte Weiterbildung kooperiert das Vivantes Wenckebach-Klinikum eng mit dem Berliner Modell. Dieses bildet seit über 20 Jahren einen Ausbildungsverbund von verschiedenen Kliniken und ambulant tätigen Psychotherapeuten. Leiter der tiefenpsychologisch orientierten Weiterbildungsstätte im Vivantes Wenckebach-Klinikum ist der Chefarzt Dr. Dr. Bruno Steinacher.

Die verhaltenstherapeutische Weiterbildung kann an verhaltenstherapeutischen Instituten, wie beispielsweise dem Institut für Verhaltenstherapie Berlin(IVB), durchgeführt werden.

Jeder Mitarbeiter unserer Klinik absolviert ein Deeskalationstraining, um möglicher Aggression und Gewalt im klinischen Alltag vorzubeugen – aber auch, um in herausfordernden Situationen sicher, professionell und (selbst-)fürsorglich handeln zu können. Regelmäßig finden „Auffrischungskurse“ statt.

Unsere Klinik beteiligt sich am bundesweiten AMSP-Projekt, das der Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei der Behandlung psychisch erkrankter Menschen dient. Zur Erfassung möglicher Risikofaktoren und relevanter Interaktionen von Medikamenten werden hierbei systematisch schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen erfasst, in regionalen und bundesweiten Fallkonferenzen diskutiert und abschließend beurteilt. Zweimal im Jahr erfolgt darüber hinaus eine Stichtagserhebung, bei der für jeden Patienten, selbstverständlich in anonymisierter Form, die Pharmakotherapie registriert und mit der Dokumentation anderer am Projekt beteiligter Kliniken verglichen wird.

Seit Juni 2013 sind alle Vivantes-Kliniken hinsichtlich Patientensicherheit zertifiziert. Nach erstmaliger Prüfung durch die DEKRA erhielt auch die Psychiatrische Klinik des Wenckebach-Klinikums im Mai 2017 dieses wichtige Zertifikat. Themen der externen Überprüfung waren u.a. die Arzneimitteltherapiesicherheit, Aufklärung von Patienten, Umgang mit Fehlern, Umgang mit medizinischen Notfällen, Umgang mit Beschwerden von Patienten und Angehörigen sowie Umgang mit Infektionen und Keimen.

In verschiedenen Kursen, Trainings und Hospitationen haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, wichtige Zusatzqualifikationen zu erwerben. Die Angebote sind praxisnah und orientieren sich inhaltlich an den Stationskonzepten unserer Klinik.

Über eine intensive Zusatzqualifizierung aller Berufsgruppen konnten wir in den letzten Jahren das Behandlungsspektrum unserer Klinik in folgenden Bereichen erfolgreich erweitern:

  • DBT – Dialektisch Behaviorale Therapie zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung: 1,5-jährige Weiterbildung zum DBT-Fachtherapeuten: Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Psychotherapie Berlin – AWP
  • Offener Dialog – Netzwerkarbeit und Bedürfnisangepasste Behandlung: 2-jähriges Curriculum: Herr Prof. Dr. V. Aderhold, Universität Greifswald
  • CBASP – Stationäres Behandlungskonzept für Patienten mit chronischer Depression: Schulung 2014/15: Frau Prof. Dr. E.L. Brakemeier, Psychologische Hochschule Berlin
  • MKT – Metakognitives Training: Schulung 2015: Frau Dr. C. Wittekind, Universitätsklinikum Eppendorf
    Deeskalationstraining

Die Psychiatrische Klinik des Vivantes Wenckebach-Klinikums ist als Allgemeinkrankenhaus vorrangig dem Versorgungsauftrag zur wohnortnahen Behandlung und Unterstützung von psychisch kranken Menschen im Bezirk verpflichtet.

Jedoch auch Wissenschaft und Forschung werden in unserer Klinik hoch geschätzt. So bieten wir selbstverständlich jedem Mitarbeiter auch die Möglichkeit, wissenschaftlich zu arbeiten. In unterschiedlichen Kooperationen sowie eigeninitiativ liegt der Schwerpunkt hierbei v.a. in der Versorgungsforschung. In praxisnahen Projekten legen wir besonderen Wert auf die Evaluation unserer eigenen therapeutischen Angebote.

Wir arbeiten im Rahmen des „Berliner Wissenschaftsnetz Depression“ und in verschiedenen anderen wissenschaftlichen Fragestellungen und Studien eng mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen.

Mitarbeiter unserer Klinik publizieren regelmäßig in renommierten Fachzeitschriften und referieren auf nationalen und internationalen Fachtagungen und Kongressen.

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrer Promotion, vermitteln Kontakte zu möglichen Betreuern Ihrer Doktorarbeit und helfen bei der Themenauswahl. 

Wenn wir Ihr Interesse wecken konnten und Sie sich bei uns bewerben möchten, wenden Sie sich doch einfach persönlich an uns. Auch weitere Fragen zu einer möglichen Bewerbung beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Kontakt.

Dr. Walter de Millas
Leitender Oberarzt
E-Mail: walter.demillas@vivantes.de

Dr. Josefine Kaps
Assistenzarztsprecherin
E-Mail: josefine.kaps@vivantes.de

Markus Beuth
Assistenzarztsprecher
E-Mail: markus.beuth@vivantes.de

Psychotherapeutische Weiterbildung

Im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Vivantes Wenckebach-Klinikum können die  psychotherapeutischen Weiterbildungsanteile von den Assistenzärzten nach freier Wahl entweder tiefenpsychologisch orientiert oder verhaltentherapeutisch absolviert werden.

Für die tiefenpsychologisch orientierte Weiterbildung kooperiert das Vivantes Wenckebach-Klinikum eng mit dem Berliner Modell. Dieses bildet seit über 20 Jahren einen Ausbildungsverbund von verschiedenen Kliniken und ambulant tätigen Psychotherapeuten.

Die verhaltenstherapeutische Weiterbildung kann an verhaltenstherapeutischen Instituten, wie beispielsweise dem Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB), durchgeführt werden.

Tiefenpsychologisch fundierte Weiterbildung – Berliner Modell

Das Berliner Modell wurde im Jahr 1982 an der Psychiatrischen Klinik der Freien Universität Berlin (Eschenallee) als Kooperationsverbund Berliner psychiatrischer Krankenhäuser und Abteilungen gegründet. Ziel war es, die Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie im Rahmen der Facharztweiterbildung für Psychiatrie – später für Psychiatrie und Psychotherapie - und der Bereichsbezeichnung Psychotherapie kliniknah zu verankern. Die Vermittlung der theoretischen Inhalte wird von Dozenten aus Berliner psychoanalytischen Instituten sowie der beteiligten Kliniken und Praxen getragen. Die vermittelte Theorie fußt auf dem psychoanalytischen Verständnis von Neurosen- und Krankheitslehre und darauf bezogener Anwendung in tiefenpsychologisch fundierten Behandlungsmethoden. Dem Weiterbildungsteilnehmer wird dabei ein Krankheits- und Behandlungsverständnis vermittelt, das biographische Konfliktkonstellationen und pathogen wirkende Persönlichkeitsprägungen mit aktuellen Problematiken und Beziehungsmustern des Behandlung suchenden Patienten in Verbindung bringt und durch Deutungen eine vertiefte Einsicht ermöglicht.

Das Berliner Modell integriert auch zusätzliche Ansätze und Verfahren in den Ausbildungsgang, so werden zum Beispiel Grundkenntnisse in der Psychotraumatologie und Verhaltenstherapie vermittelt. Das Curriculum berücksichtigt die von den Ärztekammern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geforderten Inhalte für den speziellen Psychotherapie-Teil für Ärztinnen und Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung Psychiatrie und Psychotherapie oder die Bereichsbezeichnung Psychotherapie in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie absolvieren möchten.

Im Rahmen des Berliner Modells werden die theoretischen und patientenbezogenen Seminare, Supervisionen, Balintgruppe und Lehrtherapie angeboten. Die supervidierte Arbeit mit den Patienten findet in den jeweiligen Kliniken statt. Kenntnisse in Suggestiven Verfahren müssen außerhalb des Modells erworben werden.

Bewerben können sich Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wenn der Chefarzt der Bewerbung zugestimmt hat.

Die Bewerberin bzw. der Bewerber führt ein Eignungsgespräch mit einem Lehrtherapeuten, der in keinem dienstlichen Verhältnis zu ihr bzw. ihm steht. Seine Zustimmung ist die Voraussetzung für den Beginn der Weiterbildung.

Die auf insgesamt 3 Jahre curricular vorgesehene Weiterbildung beginnt mit theoretischen und klinisch/praktischen Seminaren, der Balint-Gruppe sowie der Einzel-/Lehrpsychotherapie oder Einzel-/Selbsterfahrung. Nach etwa einem halben Jahr beginnt der Kandidat bzw. die Kandidatin mit der Erhebung von tiefenpsychologisch fundierten Anamnesen, die durch einen Lehrtherapeuten des Berliner Modells supervidiert werden müssen.

Im 2. Jahr erfolgt nach einem Zulassungskolloquium die Fortsetzung der Weiterbildung mit theoretischen und klinisch/praktischen Seminaren, der Selbsterfahrung und den weiteren supervidierten tiefenpsychologischen Anamnesen. Voraussetzung für die Meldung zum  Zulassungskolloquium sind 5 akzeptierte supervidierte Anamnesen.

Weiterhin soll etwa 1 Anamnese im Monat erhoben werden, so dass nach 2 Jahren eine Gesamtzahl von 18 Anamnesen erreicht ist. Nach dem Zulassungskolloquium kann mit der supervidierten tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie von zunächst 1 bis 2 Patienten begonnen werden.

Im 3. Jahr erfolgt neben der Fortsetzung der Seminare und der Selbsterfahrung die Aufnahme weiterer Behandlungsfälle. Bis zum Abschluss der Weiterbildung sollen insgesamt 6 Patienten in einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie behandelt werden. 3 Fälle müssen dazu abgeschlossen und dokumentiert sein und mindestens 50 Stunden umfassen, 3 weitere Fälle müssen mindestens 25 Behandlungsstunden umfassen. Eine Supervision hat mindestens nach jeder 4. Sitzung zu erfolgen. Die Supervision kann in bis zu 50 Prozent der Fälle auch als Gruppensupervision wahrgenommen werden. Von den 3 „50-Stunden-Patienten“ sollte mindestens einer an einer neurotischen oder psychosomatischen Erkrankung leiden.

Die Weiterbildung wird mit einem Abschlusskolloquium beendet. Hierfür soll eine schriftliche Falldarstellung in Form eines Kassenantrags für eine tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie (Erst-/Verlängerungsantrag) vorliegen.

In der kurz gefassten mündlichen Falldarstellung, die sich auch auf einen anderen Fall beziehen kann, sollen theoretische und klinisch/praktische Kenntnisse und eingehende Erfahrungen in tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie unter Beweis gestellt werden. Das Abschlusskolloquium kann erst nach ordentlich absolviertem Weiterbildungsgang und nach Zustimmung der Weiterbildungsermächtigung oder dessen Vertreter erfolgen.

Der Weiterbildung liegen die jeweils aktuellen Richtlinien zum Erwerb des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie der Ärztekammer Berlin zugrunde. Die aktuelle Weiterbildungsordnung und die nach Gebieten gegliederten Richtlinien stammen aktuell vom 13.04.2006.

Die theoretischen und patientenbezogenen Seminare finden jeweils dienstags in einer Doppelstunde, beginnend um 16.30 Uhr in der Berliner Charité statt. Die Teilnehmer erhalten vor jedem Semester einen Seminarplan. Um eine termingerechte Teilnahme zu ermöglichen, werden die Assistenzärzte für die Wegezeit von ihren Stationsaufgaben freigestellt.

Die Weiterbildungsteilnehmer sollen selbständig geeignete Anamnese-Patienten und Behandlungsfälle im klinischen oder ambulanten Rahmen nach Rücksprache mit dem zuständigen Oberarzt rekrutieren. Für die psychotherapeutischen Gespräche kann der eigens hierfür eingerichtete Therapieraum in der Klinik genutzt werden. Es ist möglich, die 18 tiefenpsychologischen Anamnesen inklusive Supervision sowie die Supervision von einer der 6 geforderten ambulanten Psychotherapien in der Klinik unentgeltlich und in der Arbeitszeit durchzuführen bzw. durchführen zu lassen. Für die Supervision der Anamnesen besteht eine Anamnesegruppe, die von einem Lehrtherapeuten geleitet wird.

Die Teilnahme an der Balint-Gruppe über mindestens 35 Sitzungen kann bei einem vom Weiterbildungsbemächtigten Beauftragten oder benannten Balint-Gruppenleiter erfolgen.

Es wird Einzelselbsterfahrung erwartet. Diese findet bei einem Lehrtherapeuten statt, der nicht in einem dienstlichen oder sonstigen Abhängigkeitsverhältnis der Weiterbildungseinrichtung steht. Die diesbezüglichen Bedingungen werden frei vereinbart. Es sind mindestens 150 Stunden Einzelselbsterfahrung in Form tiefenpsychologisch orientierter Einzellehrpsychotherapie erforderlich, und zwar kontinuierlich den Weiterbildungslehrgang begleitend. Die Namen der Lehrtherapeuten werden im Studienbuch veröffentlicht.

Supervision der Behandlungsfälle muss nach mindestens jeder 4. Sitzung einzeln oder bis zu 50 Prozent in Gruppenform erfolgen. Empfehlenswert ist es, sich mindestens bei zwei verschiedenen Lehrtherapeuten im Verlauf der Weiterbildung supervidieren zu lassen, wobei einer der Lehrtherapeuten außerhalb der Klinik tätig sein sollte.

Kenntnisse und Erfahrungen in suggestiven Behandlungsverfahren, wie Hypnose und autogenes Training, können außerhalb erworben werden, wobei ein Zertifikat nachgewiesen werden muss. Kenntnisse in kognitiver Verhaltenstherapie werden innerhalb des Curriculums und der klinischen Fortbildung im Vivantes Wenckebach-Klinikum vermittelt.

Eine Literaturliste, welche die entsprechend der Ärztekammerrichtlinien erforderlichen theoretischen und klinisch/praktischen Erkenntnisse berücksichtigt, wird zu Beginn der Weiterbildung zur Verfügung gestellt und ist später Grundlage des Zwischen- und Abschlusskolloquiums.

Zu Beginn eines jeden Halbjahres bekommen die Teilnehmer einen Semesterplan, der die theoretischen Weiterbildungsstunden anzeigt.
Seminargebühr (je Halbjahr 150,- €) insgesamt 900,- € – Zwischenkolloquium 80,- € – Abschlusskolloquium 120,- €. Dazu kommen die Kosten für Lehrtherapie, Supervision, Balintgruppen und das Zweitverfahren, deren Umfang sich nach jeweils individuellen Vereinbarungen sowie den Vorgaben der Ärztekammer Berlin richtet.

Diese Weiterbildung qualifiziert noch nicht zur Durchführung von tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie als Gruppenbehandlung im Rahmen einer späteren Teilnahme an der kassenärztlichen Vereinigung. Dazu muss eine der beiden folgenden Voraussetzungen der Bundes-KV nachgewiesen werden:

a) Aus entsprechenden Zeugnissen und Bescheinigungen muss hervorgehen, dass der Arzt eingehende Kenntnisse und praktische Erfahrungen in der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppenpsychotherapie oder der Verhaltenstherapie in Gruppen erworben hat.

b) Ist im Rahmen der Weiterbildung diese Fachkunde nicht erworben worden, ist nachzuweisen, dass der Arzt mindestens 40 Doppelstunden analytische Selbsterfahrung in der Gruppe in mindestens 24 Doppelstunden eingehende Kenntnisse in der Theorie der Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik erworben hat und mindestens 80 Doppelstunden kontinuierlicher Gruppenbehandlung – auch in mehreren Gruppen unter Supervision von mindestens 40 Stunden – mit tiefenpsychologisch fundierter oder analytischer Psychotherapie oder mit Verhaltenstherapie durchgeführt hat.

Der Leiter der Weiterbildung hat eine Weiterbildungsbefugnis über die gesamten 4 Jahre für den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie von der Ärztekammer Berlin.

Verhaltenstherapeutische Weiterbildung

Die Verhaltenstherapie ist eines der großen wissenschaftlich anerkannten Therapieverfahren. Für sie gibt es die umfangreichste Evidenz bezüglich Indikation und Wirksamkeit. Sie ist gut in die psychiatrische Arbeit zu integrieren, da sie für die Behandlung sehr unterschiedlicher Erkrankungen geeignet ist. Auch für die Krankheitsverarbeitung und die soziale Wiedereingliederung bietet sie entsprechende Verfahren.

Die Psychiatrische Klinik des Wenckebach-Klinikums kooperiert im Rahmen der verhaltenstherapeutischen Weiterbildung seit Jahren erfolgreich mit dem Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB). Grundsätzlich kann die verhaltenstherapeutische Weiterbildung aber auch an anderen verhaltenstherapeutischen Instituten durchgeführt werden, wenn der Chefarzt dem zugestimmt hat.

Voraussetzung zur Teilnahme an der verhaltenstherapeutischen Weiterbildung am IVB ist eine in Deutschland anerkannte Approbation als Ärztin/Arzt sowie ein bestehendes Weiterbildungsverhältnis bei einem Weiterbildungsbefugten für Psychiatrie und Psychotherapie. 

Das Curriculum des IVB umfasst die von den Ärztekammern Berlin und Brandenburg geforderten Inhalte (Theorie, Gruppenselbsterfahrung, Entspannungsverfahren, Interaktionsbezogene Fallarbeit sowie die psychotherapeutische Behandlung von Patienten unter Supervision)  für den speziellen Psychotherapie-Teil für Ärztinnen und Ärzte, die die Fachrichtung Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Vertiefungsgebiet Verhaltenstherapie absolvieren möchten, und erstreckt sich über mindestens 36 Monate.

Der theoretische Teil umfasst mindestens 100 Stunden. Weiterbildungsinhalte sind die Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie,  Neurosenlehre, Grundlagen der Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie, Therapeutenverhalten, Gesprächsführung, Widerstand in der Therapie, Familientherapie, Verhaltensdiagnostik/Psychodiagnostik, Selbstmanagement, rational-emotive Therapie, Therapieansätze bei schizophrenen Erkrankungen, Therapieansätze bei depressiven Erkrankungen, Behandlung von Angststörungen, Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, Behandlung von psychosomatischen Störungen, Behandlung süchtigen Verhaltens, Behandlung von Alterserkrankungen, Behandlung von Zwangserkrankungen, Gruppenpsychotherapie, Krisenintervention und supportive Verfahren, Konsil- und Liaisonarbeit sowie Entspannungsverfahren.

Die verhaltenstherapeutische Gruppenselbsterfahrung umfasst 150 Stunden, die interaktionsbezogene Fallarbeit 70 Stunden und das Entspannungsverfahren 32 Stunden.

Die ambulante psychotherapeutische Behandlung von Patienten unter Supervision erstreckt sich über insgesamt 240 Stunden. 

Das Institut für Verhaltenstherapie Berlin arbeitet mit Psychiatrischen Kliniken Berlins und Brandenburgs zusammen und bietet alle für die Verhaltenstherapie erforderlichen Weiterbildungsmodule an: Theoretische Grundlagen, Entspannungsverfahren, Interaktionsbezogene Fallarbeit und Selbsterfahrung sowie die psychotherapeutische Behandlung von Patienten unter Supervision.

Module können bei Verfügbarkeit von freien Plätzen auch einzeln belegt werden. Dies gilt jedoch nicht für die Patientenbehandlung. Diese ist nur möglich, wenn die Psychotherapie-Weiterbildung am IVB absolviert wurde.

Die gesamte Weiterbildung ist über einen Zeitraum von drei Jahren geplant. Die theoretische Weiterbildung und Selbsterfahrung finden im ersten Jahr statt. Die theoretischen Lehrveranstaltungen finden in aller Regel am Dienstag statt und beginnen um 17.00 Uhr. Die Gruppenselbsterfahrung findet am Wochenende statt.

Am Ende der theoretischen Veranstaltungen findet eine Zwischenprüfung statt, nach deren erfolgreichem Bestehen die Weiterbildungsbehandlungen unter Supervision beginnen.

Die ambulanten Patienten werden den Weiterbildungskandidaten von der Institutsleitung nach einem Erstgespräch entsprechend ihrem Weiterbildungsstand zugeteilt. Es sind 240 Stunden supervidierte Psychotherapie abzuleisten sowie interaktionsbezogene Fallarbeit. Nach jeder vierten Stunde erfolgt eine Supervision durch einen Supervisor.

Die Kosten für Theorie, Entspannungsverfahren, Interaktionsbezogene Fallarbeit und Gruppenselbsterfahrung belaufen sich auf 6516,00 Euro. Sie werden über die drei Jahre verteilt in monatlichen Raten á 181,00 Euro bezahlt. Hinzu kommt eine Gebühr von 100,- Euro für die Zwischenprüfung.