Die Hüft-OP: Notwendigkeit, Ablauf, Vorbereitung und danach

Wann ist eine Hüft-OP notwendig? Wie läuft eine Hüft-OP ab? Diese und weitere Fragen gehen Ihnen sicherlich durch den Kopf, wenn Ihnen nahegelegt wurde, sich perspektivisch mit einer Hüft-OP auseinanderzusetzen. 

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Gut informiert zur Hüft-OP

Hier finden Sie übersichtlich und verständlich die häufigsten Fragen rund um die Hüftoperation, den Ablauf der Behandlung sowie die Zeit vor und nach dem Eingriff.

Wann ist eine Hüftgelenksoperation (Hüft-TEP) notwendig?

Eine Hüft-OP kann notwendig sein, wenn das Hüftgelenk durch einen Unfall stark beschädigt oder durch Verschleiß stark abgenutzt ist. Eine Hüftgelenk-OP ist die letzte Option, wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Einlagen, Bandagen, Nahrungsergänzung oder Sport über längere Zeit keine Schmerzlinderung mehr bringen und die Lebensqualität nachhaltig eingeschränkt ist. Dieses Vorgehen ist auch in den Leitlinien unserer Fachgesellschaft so hinterlegt.

„Wir operieren minimal-invasiv. Sie profitieren dabei von einer schonenden Operation, weniger Schmerzen, einer schnelleren Mobilisation und einem meist auch kosmetisch hervorragenden Ergebnis. “
Zitat von: Chefarzt des Endoprothetikzentrums und der Klinik für Unfallchirurgie & Orthopädie, Klinikum KaulsdorfPosition: Dr. Olaf Meyer

Schmerz, Bewegungseinschränkung und Reduktion der Lebensqualität sind natürlich aber subjektive Kriterien, die jeder unterschiedlich empfindet. Daher entscheidet ebenfalls Ihr Aktivitätsanspruch, Ihre individuelle Lebensweise und die Aktivitäten, die Sie gerne wieder machen möchten. Erst die Summe all dieser Faktoren bestimmt die Empfehlung zur weiteren konservativen Therapie oder eben zu einer Operation.

Wie ist der Ablauf einer Hüft-OP?

Der Ablauf einer Hüft-OP unterteilt sich in mehrere Schritte.

Besteht die Indikation zur Operation, beraten wir Sie in einem persönlichen Vorbereitungsgespräch zu allen relevanten Punkten der Operation. Dies beinhaltet den richtigen Zeitpunkt der Operation, die Wahl des Operationszuganges, Berücksichtigung individueller Begebenheiten, Wahl des Implantates und der Verankerung. In diesem Gespräch haben Sie ebenfalls die Möglichkeit all Ihre Fragen zu stellen.

Vor der Operation sind natürlich vorbereitende Untersuchungen erforderlich, um Sie so sicher und schonend wie möglich behandeln zu können. Dazu zählt eine Blutentnahme, ein EKG, Röntgenaufnahmen und ein Gespräch mit dem Narkosearzt. Eine Eigenblutspende wird heute nicht mehr empfohlen, da die Wahrscheinlichkeit eine Bluttransfusion zu benötigen deutlich unter 10% liegt. Diese Untersuchungen erfolgen überwiegend ambulant, um die Aufenthaltsdauer in der Klinik zu verkürzen. Sind alle Befunde in Ordnung, steht einer Operation nichts mehr im Wege.

Mit einem speziellen Computerprogramm wird vor dem Eingriff die exakte Position und die richtige Prothesengröße individuell geplant. Dabei kann auf anatomische Besonderheiten Rücksicht genommen werden und das für Sie optimale Implantat festgelegt werden. Diese für jeden maßgeschneiderte Implantation wird vorab genau simuliert. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Die Narkose kann sowohl als Rückenmarksbetäubung, als auch als eine schonende Allgemeinnarkose stattfinden. Bei der Operation selbst wird das Hüftgelenk schonend eröffnet und der abgenutzte Hüftkopf sparsam entfernt. Im Anschluss werden Gelenkpfanne sowie Oberschenkelknochen für die Aufnahme der Prothesenteile vorbereitet und die Prothese implantiert. Der eigentliche Eingriff dauert in der Regel ca. 60 Minuten. Hierbei ist jedoch nicht die Zeit entscheidend, sondern die Überzeugung des OP-Teams „das optimale Ergebnis für Sie erreicht zu haben.“

Minimal-invasive Hüft-TEP (Totalendoprothese)

In der Operationstechnik hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Während früher die für die Funktion des Hüftgelenkes entscheidenden Muskeln durchtrennt wurden, ist es heute möglich, mit Hilfe spezieller Instrumente und Spezialisierung der Operateure die hüftgelenksnahen Muskeln bei der Implantation eines künstlichen Gelenkes vollständig zu erhalten. Sie profitieren dabei von einer schonenderen Operation, weniger Schmerzen, einer schnelleren Mobilisation und einem meist auch kosmetisch hervorragenden Ergebnis. Diese Operationstechnik ist der Standard bei allen unseren Endoprothetik-Spezialisten.

Was passiert genau nach der Operation?

Unmittelbar nach Ihrer Hüftgelenk-Operation werden Sie noch für eine Weile im Aufwachraum beobachtet.  Dort haben wir die Möglichkeit, Ihr Wohlbefinden genau zu überwachen und können bei Unwohlsein oder Schmerzen sofort eingreifen. Sobald Sie sich stabil und wohlfühlen – das ist meist nach 30 bis 120 Minuten der Fall – bringen wir Sie zurück auf Ihre Station.

Noch am Tag der Operation starten wir mit Ihrer schrittweisen Mobilisierung, unterstützt von unseren erfahrenen Vivantes Physiotherapeut*innen.

Wie lange bleibt man nach der Hüft-OP im Krankenhaus?

Sie sind 5 Tage bei uns

Nach Ihrer Hüftgelenk-OP bleiben Sie in der Regel fünf Tage im Krankenhaus. Während dieser Zeit überwachen wir Ihre Genesung sorgfältig und arbeiten gemeinsam mit Ihnen an Ihrer Rehabilitation, um die Beweglichkeit und Funktion Ihres neuen Gelenks sicherzustellen. Unsere Physiotherapeut*innen lernen Sie bereits vor der OP kennen. Sie üben schon Im Vorfeld mit Ihnen und besprechen mit Ihnen die wesentlichen Punkte, die für Ihre Beweglichkeit und Eigenständigkeit wichtig sind.

Sie sind sehr schnell in der Lage aufzustehen

Bei uns stehen Sie in der Regel bereits am OP-Tag, spätestens am ersten Tag nach der Operation gemeinsam mit Pflege oder Physiotherapie wieder auf. Dies wird sowohl durch unsere schonenden Operationsverfahren und eine sehr gute Schmerztherapie ermöglicht.

Prinzip der umgehenden Mobilisation

Das Prinzip der umgehenden Mobilisation ist sehr wichtig für eine schnelle Heilung nach einer Hüftoperation. Das Risiko von Komplikationen wird so erfolgreich reduziert. Jeder Tag im Bett ist ein verlorener Tag! Bei uns liegen Sie nicht mehrere Tage einfach im Bett, sondern werden sofort aktiv.

Die Vivantes Physiotherapeut*innen über bis zur Ihrer Entlassung alle alltäglichen Bewegungen wie z.B. Sitzen, Aufstehen, Gehen, Treppensteigen, Heben.

Bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus

Sie bleiben in der Regel 5 Tage bei uns und sind bei der Entlassung in der Lage, sicher längere Strecken zu gehen und Treppen selbstständig zu bewältigen.

„Jeder Tag im Bett ist ein verlorener Tag! Bei uns liegen Sie nicht mehrere Tage einfach im Bett, sondern werden sofort aktiv.“
Zitat von: Rolf SkibbaPosition: Fachkoordinator Physiotherapie Klinikum Spandau

Wie lange dauert die Heilung der Operationswunde?

Die Heilung der Operationswunde nach einer Hüft-OP dauert in der Regel 10 bis 14 Tage.

Welche Risiken hat die Operation?

Durch unsere erfahrenen Endoprothetik-Spezialisten, die schonenden minimalinvasiven Techniken, mit denen operiert wird, und die akribische Vorbereitung um die OP herum, ist die Komplikationsrate sehr niedrig.  95 Prozent der Betroffenen sind nach der OP schmerzfrei und zufrieden. Wie jede Operation birgt aber auch eine Hüftgelenk-OP Risiken. Dazu zählen eine Nachblutung, Wundheilungsstörungen, Thrombosen und selten Infektionen. Neben dem seltenen Auftreten sind die meisten dieser Komplikationen sehr gut behandelbar. Um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist, bleiben Sie in der Regel fünf Tage stationär bei uns. Hier erfolgen alle notwendigen Kontrollen, um Ihnen eine sichere und bestmögliche Genesung zu ermöglichen.

Wie bereite ich mich am besten auf eine Hüft-OP vor?

Eine gute Vorbereitung auf Ihre Hüft-OP kann entscheidend für den Heilungsverlauf und Ihre Genesung sein. Hier sind einige wichtige Schritte und Maßnahmen, die Sie ergreifen können:

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Überprüfen Sie Ihren Ernährungsstatus: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützt Ihre Kraft und verhindert Komplikationen. Vor Ihrer Operation werden Ihr Gewicht und Ihre Größe ermittelt, und Sie werden gebeten, einen Ernährungsfragebogen auszufüllen. Falls nötig, werden Sie an einen Ernährungstherapeuten oder eine Ernährungstherapeutin verwiesen.

Sportliche Aktivitäten

Durch die Arthrose selbst verlieren viele Patient*innen über die Zeit an Muskelmasse, was die Regeneration nach der Operation beeinträchtigen kann. Durch eine gezielte Vorbereitung mit sportlichen Aktivitäten können Sie diesem Verlust vorbeugen.

Ein guter Ernährungs- und Muskelzustand liefert eine günstige Ausgangsbasis vor Ihrem operativen Eingriff. Indem Sie sich sowohl ernährungsphysiologisch als auch körperlich optimal auf die OP vorbereiten, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine schnelle und erfolgreiche Genesung nach Ihrer Operation.

 

Wie kann ich mich auf die Zeit nach dem Eingriff vorbereiten?

Um sich auf die Zeit nach Ihrer Hüft-OP vorzubereiten, sollten Sie zuhause einige Maßnahmen treffen. Stellen Sie sicher, dass möglichst keine Stolperfallen vorhanden sind und legen Sie Hilfsmittel wie Gehstützen bereit (soweit vorhanden). Es ist auch ratsam, Unterstützung für die ersten Tage nach der Operation zu organisieren.

Falls Sie bereits im Vorfeld Probleme oder Bedenken bezüglich der Zeit nach der Operation haben, sprechen Sie uns bitte an. Oft können wir bereits im Vorfeld Vorkehrungen treffen oder die Planung Ihrer Rehabilitation entsprechend anpassen. So stellen wir sicher, dass Sie bestmöglich auf die Zeit nach dem Eingriff vorbereitet sind.

Wir empfehlen Ihnen, Zahnsanierungen rechtzeitig und mit genügend Vorlauf vor Ihrer Hüftgelenks-Operation durchführen zu lassen. Die Hüft-OP ist ein Eingriff der zum Zeitpunkt des bestmöglichen Gesundheitszustandes erfolgen sollte. Sollte nach der Operation unabhängig vom Zeitpunkt ein zahnärztlicher Eingriff notwendig werden, informieren Sie bitte unbedingt Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin darüber, dass Sie ein künstliches Gelenk haben. Es ist ratsam, bei Zahnbehandlungen ein prophylaktisches Antibiotikum einzunehmen, um Sie vor einer Infektion optimal zu schützen.

Ein künstliches Hüftgelenk wird eingesetzt, um Ihnen wieder Aktivität und Lebensqualität zurückzugeben. Daher begrüßen wir einen aktiven Lebensstil und auch sportliche Aktivitäten. Sobald die Muskulatur vollumfänglich aufgebaut und funktionsfähig ist, können Sie ohne Einschränkungen aktiv sein. Aufgrund der möglichen Abnutzung des Gelenkes bei größeren Belastungen gibt es jedoch grundsätzlich Aktivitäten/Sportarten die eher empfohlen werden und andere weniger. Empfohlene Sportarten sind gelenkschonende Sportarten mit gleichmäßigen, fließenden Bewegungen, ohne Stoßbelastungen:

Beispiele: Radfahren (Fahrrad mit tiefem Einstieg benutzen), Nordic-Walking, Wandern, Schwimmen (kein Brustbeinschlag), Aquagymnastik oder Skilanglauf.

Bei sehr gutem Muskelstatus und technisch effizienter Umsetzung sind natürlich auch andere Sportarten möglich, jedoch potentiell mit einem erhöhten Verletzungsrisiko und einem erhöhten Verschleiß des Implantates verbunden:

Beispiele: alle Sportarten, die Drehungen oder Stoßbelastungen forcieren, wie etwa Tennis, Squash, Badminton, Ski Alpin sowie solche, die mit einer hohen Verletzungsgefahr durch einen Ball, Gegner oder Mitspieler einhergehen, wie zum Beispiel Kampf- oder Ballsportarten

Fragen Sie am besten Ihre behandelnden Ärzt*innen und Therapeut*innen, ob Sie die eine oder andere Lieblingssportart treiben dürfen.

Gibt es eine Reha nach der Operation?

Ja, nach einer Hüftgelenkoperation ist eine Rehabilitation entscheidend und genauso wichtig wie die Operation selbst. Diese Rehabilitation beginnt bereits direkt im Krankenhaus während Ihres stationären Aufenthalts durch unsere Physiotherapeuten*innen. Nach Ihrer Entlassung erfolgt die weitere Rehabilitation, die sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB), um Ihre Beweglichkeit zu verbessern und Ihre Muskulatur zu stärken. Unser Sozialdienst wird diese Rehabilitationsmaßnahme bereits vor der Operation mit Ihnen besprechen und planen.

Terminvereinbarung mit und ohne Überweisung

Terminvereinbarung Klinik

Sie haben eine Überweisung von Ihrer Orthopädin oder Ihrem Orthopäden mit der Empfehlung für eine Gelenkersatz-Operation. Selbstzahler / Privatversicherte benötigen für den Termin keine Überweisung.

Terminvereinbarung Facharztpraxis

Sie benötigen eine orthopädische Untersuchung und Beratung? Dann vereinbaren Sie einen Termin in den Vivantes Facharztpraxen.

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