20 Jahre Mutter-Kind-Zentrum am Vivantes Klinikum Neukölln

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Seit 20 Jahren bietet das Mutter-Kind-Zentrum (MKZ) am Vivantes Klinikum Neukölln die komplette Versorgung rund um die Geburt und die Behandlung von Kindern und Jugendlichen auf höchstem medizinischen Niveau.

65.349 Geburten gab es dort in den vergangenen 20 Jahren. Das entspricht der Bevölkerung einer ganzen deutschen Kreisstadt. Die Kinderklinik mit eigener Notaufnahme versorgt jährlich 2.800 Patient*innen stationär und weitere 20.000 ambulant. Das Jubiläum bildet den Anlass, die Erfolgsgeschichte und die Zukunftsperspektiven der Einrichtung gleichermaßen zu beleuchten.

Geburtsmedizin der höchsten Versorgungsstufe

Die Geburtsmedizin des Mutter-Kind-Zentrums verfügt über eine intensivmedizinische Ausstattung der höchsten Versorgungsstufe für Neu- und Frühgeborene (Level 1) sowie eine Kinder- und Jugendmedizin. 
Begleitet werden auch Mütter mit Hochrisiko¬schwangerschaften, deren Kinder sehr unreif geboren werden und teils mit deutlich weniger als 1000 Gramm Geburtsgewicht zur Welt kommen. Schwangerschaften mit Kindern, die Organfehlbildungen aufweisen, werden vor und nach der Geburt von Geburtshelfer*innen, Neonatolog*innen und Kinderchirurg*innen behandelt. 
Im Jahr 2023 wurde ein Hebammenkreißsaal als erweiternde Ergänzung für Frauen mit unauffälligem Schwangerschaftsverlauf eröffnet, die sich eine natürliche, selbstbestimmte und sichere Geburt wünschen. In diesem ersten Hebammenkreißsaal in Berlin kam am 23.11.2023 das erste Baby zur Welt.

Ellen Haußdörfer, Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege in der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind großzuziehen und es braucht auch sehr viel Profession. 20 Jahre MKZ - das steht für Verlässlichkeit in der Versorgung, die auch in Zukunft sehr wichtig ist.“

Interdisziplinäre Zusammenarbeit Tür an Tür

Die Geburtsmedizin unter der Leitung von PD Dr. Dietmar Schlembach und der ärztlichen Leiterin des Kreißsaals Dr. Babett Ramsauer sowie die Kinder- und Jugendmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Raile arbeiten interdisziplinär mit der Kinder- und Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie unter der Leitung von Prof. Dr. Steven Warmann zusammen, der für Vivantes und die Charité tätig ist. Auch eine Kinderradiologie, die von Oberärztin Alexandra Gertz geleitet wird, gehört zum breiten Angebot des Mutter-Kind-Zentrums. 

PD Dr. Dietmar Schlembach, Chefarzt der Geburtsmedizin: „Als eine der größten geburtshilflichen Kliniken Deutschlands legen wir besonderen Wert auf die interdisziplinäre und interprofessionelle Betreuung von Schwangeren und werdenden Müttern. Insbesondere für eine umfassende Begleitung von Schwangeren mit Risiken und Problemen - vor, während und nach der Geburt - zur bestmöglichen Versorgung von Mutter und Kind, ist unser Perinatalzentrum Level I überregional bekannt.“

Prof. Dr. Steven Warmann, Chefarzt der Klinik für Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie: „Die enge Zusammenarbeit von Charité und Vivantes ist ein großer Gewinn für unsere jungen Patient*innen. Neben der allgemeinen Kinderchirurgie bieten wir die Behandlung solider Tumoren an, Operationen des Kurzdarmsyndroms und chronischen Darmversagens sowie in der Shunt-Chirurgie bei portaler Hypertension.“

Zertifizierte Kinderdiabetologie für den Berliner Süden

Ein medizinischer Schwerpunkt des Mutter-Kind-Zentrums ist die Kinderdiabetologie. Das von der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) zertifizierte Vivantes Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche bietet eine sektorenübergreifende Behandlung, die auch Telemedizin beinhaltet und das gesamte familiäre Umfeld in die Behandlung einbezieht.

Prof. Dr. Klemens Raile, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin: „Diabetes betrifft das ganze Familiensystem – wir schulen Kinder mit Typ-1-Diabetes und ihre Sorgeberechtigten so, dass sie die Behandlung im Alltag selbstständig meistern können und begleiten sie dabei auch ambulant weiter.“

Enge Zusammenarbeit hat Tradition

Gebaut wurde das Mutter-Kind-Zentrum vor zwanzig Jahren, 2005 erfolgte der Umzug des Perinatalzentrums und der Geburtsmedizin vom Mariendorfer Weg in die Rudower Straße. Das Perinatalzentrum wird heute von den Oberärzten Dr. Mikosch Wilke und Hagen Bayer geleitet.

Neben dem Bettenhaus gibt es Untersuchungs- und Behandlungsbereiche. Dazu gehören die pädiatrische Intensivtherapie, die Stationen für Säuglinge, Klein- und Schulkinder sowie für Schwangere, die vor der Geburt einen Krankenhausaufenthalt benötigen. Im angrenzenden Funktionsbau befindet sich die Notaufnahme für Kinder.
Unmittelbar angegliedert an das Mutter-Kind-Zentrum sind das Zentrum für Sozial- und Neuropädiatrie und weitere Spezialeinrichtungen, die gerade auch bei gehäuft vorliegenden sozialproblematischen Verhältnissen in ihrer Ausrichtung familien- und kinderzentriert arbeiten. So hat sich die Zusammenarbeit mit dem Kindergesundheitshaus e.V. seit Jahren bewährt, das Projekt „Babylotsen“ und die Vivantes Kinderschutzambulanz, letztere senatsfinanziert und von Vivantes von Beginn an unterstützt. 

Gleich neben dem Mutter-Kind-Zentrum befindet sich das Vivantes Klinikum Neukölln als Krankenhaus der Maximalversorgung, in dem alle medizinischen Fachbereiche, wie Gynäkologie, Nierenheilkunde, Augenheilkunde oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Unfallchirurgie in Notfällen hinzugezogen werden können.

Jubiläumsveranstaltung am 04. Juli 2025

Anlässlich des Jubiläums fand am 04. Juli 2024 ein Fachsymposium statt, bei dem auch Referent*innen aus der ehemaligen Leitung des Mutter-Kind-Zentrums sprachen. In den Vorträgen wurden Einblicke in die letzten 20 Jahre gegeben sowie Zukunftsvisionen für die Bereiche Perinatalmedizin, Pränataldiagnostik, Neonatologie, Pädiatrie und Kinderchirurgie. Es ging um die neue Rolle der Hebamme in der Geburtshilfe und um digitale Perspektiven wie Telemedizin sowie die Idee eines Kindercampus als vernetzter Versorgungs- und Lernort.