Vivantes und die Gewerkschaft ver.di haben heute erneut ergebnislos über einen neuen Tarifvertrag für die Vivantes Tochtergesellschaften verhandelt. In der nunmehr 9. Verhandlungsrunde bot das Unternehmen als Alternative einen Tarifvertrag zur Überbrückung mit einer mittleren Laufzeit an, um den Beschäftigten nun endlich spürbare Entgeltsteigerungen zu ermöglichen. Darüber hinaus warb Vivantes für den Abschluss einer Prozessvereinbarung, mit welcher nach der Überbrückungszeit der weitere Verhandlungsweg zum TVöD skizziert werden könnte. Beeinflusst wurde der Termin dadurch, dass ver.di sich nach einer temporären Auseinandersetzung über die durch die Gewerkschaft zugesagte Notdienstbesetzung in der Zentralsterilisation nicht mehr in der Lage sah, weiter zu verhandeln.
Seit Beginn der Verhandlungen am 14. Januar 2026 hat Vivantes mehrfach substanzielle Angebote für deutliche Entgeltsteigerungen und zudem eine stufenweise Angleichung der Entgelttabelle auf 100 Prozent TVöD unterbreitet. Ver.di hat bisher keines der Angebote angenommen. Vivantes appelliert daher erneut an die Gewerkschaft, die bislang ergebnislosen Gespräche konstruktiv fortzuführen. Ziel müsse es sein, zeitnah zu einer tragfähigen Lösung zu gelangen, die sowohl den Interessen der Beschäftigten als auch den sich nun durch das GKV-Stabilisierungsgesetz dramatisch verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Krankenhaussektors gerecht wird.
Vivantes-Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt: „Unsere Botschaft war heute erneut, dass wir unseren Beschäftigten nun endlich substanzielle Entgeltverbesserungen ermöglichen und zu einem tragfähigen Tarifabschluss kommen wollen. Dass ver.di die Verhandlungen aufgrund einer temporären Auseinandersetzung zu einer selbst zugesagten Notdienstbesetzung aussetzt, ist insofern wirklich schwer nachvollziehbar. Unser konkret mit Zahlen unterlegtes Angebot zu unterbreiten, war uns insofern heute leider nicht mehr möglich. Das bedauern wir im Sinne unserer Beschäftigten sehr. Wir erwarten nun, dass ver.di sich gemeinsam mit uns auf den Weg in echte Verhandlungen begibt. Jede weitere Verzögerung verkleinert den finanziellen Spielraum für einen nachhaltigen Abschluss weiter. Wir jedenfalls stehen nach wie vor für konstruktive Verhandlungen bereit – für unsere Beschäftigten, für Vivantes und für Berlin!"
Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 750.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor – ohne Einschnitte beim Entgelt oder betriebsbedingte Kündigungen.
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