Vivantes und die Gewerkschaft ver.di haben heute erneut über die Weiterentwicklung des Haustarifvertrags für die Tochtergesellschaften verhandelt. Ziel ist die stufenweise Angleichung der Entgelte an die Tabelle des TVöD. Vivantes legte am 15. Verhandlungstag sein finales Angebot vor und machte deutlich, dass damit die wirtschaftlich verantwortbaren Spielräume endgültig ausgereizt sind. Das vorgelegte Angebot sieht nun die 100%-tige Entgeltangleichung an die Entgelttabelle des TVöD bereits in 2029 vor. Bei einer Umsetzung dieses finalen Angebotes im Juli 2026 würde dies für die Beschäftigten bereits zu Entgeltnachzahlungen von mindestens 1.000 Euro (bei Vollzeit) und zu dauerhaft rund 200 Euro mehr Gehalt pro Monat führen.
Vivantes-Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt: „In den zurückliegenden fünf Monaten haben wir ver.di immer wieder die Hand gereicht. Wir sind mit unseren Angeboten und deren mehrfachen, erheblichen Verbesserungen der Gewerkschaft große und finanziell schmerzhafte Schritte entgegengekommen – und sind weit über das hinaus gegangen, was im Gesundheits- und Sozialbereich bzw. in anderen Branchen mit Tarifsteigerungen von 1,5 bis 2,5 Prozent p.a. aktuell üblich und wirtschaftlich machbar ist. Weder unseren Tochter-Beschäftigten noch der Gesundheitsbranche oder gar der Berliner Bevölkerung ist – bei Zuwächsen in den Entgelttabellen von 7% alleine in 2026 – eine weitere Blockadehaltung oder Verzögerung noch ansatzweise zu vermitteln. Wir hoffen, dass wir spätestens in der kommenden Woche zu tatsächlichen Ergebnissen und einem Abschluss gelangen. Die finanziellen Spielräume, unser jetziges Angebot aufrecht zu erhalten, werden angesichts der drohenden massiven Kürzungen im Kliniksektor mit jeder weiteren Woche geringer."
Seit der ersten Verhandlungsrunde am 14. Januar 2026 hatte Vivantes mehrfach Tarifangebote für eine stufenweise Angleichung der Entgelttabelle auf 100 Prozent TVöD unterbreitet, die sofort deutliche Entgeltsteigerungen und weitere essenzielle Verbesserungen für die Beschäftigten bedeutet hätten. Zu einem gemeinsamen Verständnis über eine geeinte Verhandlungsgrundlage kam es aber erst in der 10. Verhandlungsrunde.
Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 750.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor – ohne Einschnitte beim Entgelt oder betriebsbedingte Kündigungen. Durch das aktuell diskutierte Sparpaket der Bundesregierung drohen weitere Einnahmeverluste von rund 70 Millionen Euro jährlich.
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