Heute haben Vivantes und ver.di ihre Verhandlungen über einen Tarifvertrag über die Tochtergesellschaften fortgesetzt. Vivantes erläuterte in diesem Termin ausführlich die durch das angekündigte Sparpaket der Bundesregierung erheblich verschlechterten finanziellen Rahmenbedingungen. Danach würden sich ab kommendem Jahr die Erlöse von Vivantes um mindestens 70 Millionen Euro verringern. Da auch die konzerninternen Dienstleistungen der Vivantes-Tochtergesellschaften vollumfänglich aus den von den Krankenkassen gezahlten Fallpauschalen finanziert werden müssen, reduziert sich der finanzielle Spielraum für einen Tarifabschluss immens. Um den Beschäftigten dennoch schnelle Entgeltsteigerungen anbieten zu können, bot Vivantes heute an, mit ver.di auch über einen Tarifvertrag mit kurzer Laufzeit zu sprechen.
Dazu erklärt die Geschäftsführerin Personalmanagement von Vivantes, Dorothea Schmidt: „Unser finanzieller Spielraum hat sich durch die angekündigten drastischen Kürzungen für Krankenhäuser erheblich verengt. Dennoch wollen wir den Beschäftigten unserer Tochtergesellschaften noch in diesem Jahr eine Entgeltsteigerung anbieten. Angesichts sich rasch wandelnder politischer und finanzieller Rahmenbedingungen haben wir daher heute den Abschluss eines Tarifvertrags mit kurzer Laufzeit angeboten, ohne damit das Ziel der Angleichung an das Entgeltniveau des TVöD aus den Augen zu verlieren. Unsere Hand für Verhandlungen ist und bleibt ausgestreckt. Ich appelliere an ver.di, diese Hand doch im Interesse aller Beschäftigten endlich zu ergreifen!"
Vivantes hatte bereits im Oktober 2025 die Aufnahme der Verhandlungen vorgeschlagen und im Januar 2026 ein sehr weitgehendes Angebot vorgelegt. Dieses sah für die 2.200 Beschäftigten der Tochtergesellschaften bereits in diesem Jahr Entgeltsteigerungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine stufenweise Angleichung an 100% des TVöD-Tabellenentgelts bis 2030 vor. Im siebten Verhandlungstermin am 16. April hatte Vivantes dieses Angebot nochmals erhöht und eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro vorgeschlagen. Ver.di hat alle diese Angebote umgehend abgelehnt.
Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 750.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor – ohne Einschnitte beim Entgelt oder betriebsbedingte Kündigungen.
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