Verhandlungen mit ver.di über Tarifvertrag für Tochtergesellschaften werden fortgesetzt

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Vivantes bietet 100 Prozent TVöD-Entgelt und kürzere Arbeitszeit

Die Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die Vivantes-Tochterunternehmen mit der Gewerkschaft ver.di sollen spätestens am 6. März fortgesetzt werden. Darauf verständigten sich die Tarifpartner heute. Vivantes hatte in der heutigen 3. Verhandlungsrunde ein nochmals deutlich verbessertes Angebot vorgelegt. Dieses sieht weiterhin vor, die Tabellenentgelte in nur vier Jahren vollständig an den TVöD anzugleichen. Zudem bietet Vivantes eine Wechselschichtzulage in Höhe von 250 Euro im Monat. Ab 2028 sollen die Erfahrungsstufen aus dem TVöD übernommen werden, die Entgelte steigen dann in Abhängigkeit von den Beschäftigungsjahren nochmals schneller. Weiterhin bietet Vivantes ab 2028 eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden. Das Angebot führt schon in diesem Jahr zu Steigerungen von bis zu 8% und liegt mehr als 10% über dem vergleichbaren Tarifvertrag für die Charité Facility Management GmbH (CFM). 

Dazu Vivantes Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt: „Unser Angebot bedeutet für unsere Beschäftigten bereits in diesem Jahr erhebliche Entgeltsteigerungen. Über einen Stufenplan könnten wir das geforderte 100%-Tabellenentgelt des TVöD in nur vier Jahren erreichen. Darüber hinaus haben wir heute weitere essentielle Angebote zu einer Angleichung an den TVöD gemacht."
Schmidt erinnert erneut an die wirtschaftlich äußerst angespannte Lage von Vivantes: „Mit unserem Angebot gehen wir an die Grenze dessen, was unser Unternehmen aus eigener Kraft wirtschaftlich leisten kann. Wir befinden uns nach wie vor in einer Sanierung, da Vivantes weiterhin ein Defizit von mehr als 120 Millionen Euro jährlich verzeichnet. Dieses Defizit zu verringern, ist überlebenswichtig für das gesamte Unternehmen und die Grundlage dafür, dass wir die Gehälter der Beschäftigten unserer Tochtergesellschaften stufenweise anheben und deren Arbeitsplätze erhalten können. Wir stehen nach wie vor bereit für eine schnelle Einigung, bestenfalls bereits in den nächsten Tagen - für unsere Patient*innen, für unsere Beschäftigten und für Berlin.“

Konkrete Beispiele: Was das Angebot ab Mai 2026 bedeutet

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft oder Küchenhilfe
1. Beschäftigungsjahr: 2.546,14 €
6.  Beschäftigungsjahr: 2.784,96 €
13. Beschäftigungsjahr: 3.002,44 €

Eine Reinigungskraft oder Küchenhilfe im 1. Berufsjahr würde damit 196,37 € mehr im Monat verdienen als bisher.  

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft im OP oder Servicemitarbeiter*in
1. Beschäftigungsjahr: 2.716,88 €
6. Beschäftigungsjahr: 2.958,33 €
13. Beschäftigungsjahr: 3.147,42 €

Eine Reinigungskraft im OP oder Servicemitarbeiter*in oder Küchenhilfe im 1. Berufsjahr würde damit 202,83 € mehr im Monat verdienen als bisher.

Betriebshandwerker*innen (Elektro, SHK):
1. Beschäftigungsjahr: 3.196,13 €
6. Beschäftigungsjahr: 3.572,21 €
13. Beschäftigungsjahr: 3.849,98 €

Ein*e Betriebshandwerker*in im 1. Berufsjahr würde damit 224,71 € mehr im Monat verdienen als bisher.

Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 730.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor.

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