Vivantes legt Angebot vor: Fokus auf 100% TVöD Entgelt für Tochtergesellschaften und Gesundheitstarifvertrag

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Konzentration aller Kräfte auf Verhandlungen an jedem zweiten Werktag.

Heute begannen die Verhandlungen über die Fortführung des Tarifvertrags für die Vivantes-Tochterunternehmen mit der Gewerkschaft Ver.di. Vivantes legte bereits zum Verhandlungsauftakt ein substanzielles Angebot vor. Dieses beinhaltet im Schwerpunkt die stufenweise Angleichung der Tabellenentgelte an den TVöD bis 2030. Darüber hinaus sind weitere Komponenten vorgesehen, wie beispielsweise die Vereinbarung eines Gesundheitstarifvertrages. Um zügig zu einer Einigung zu gelangen, schlägt Vivantes zudem intensive Verhandlungen im Zwei-Tages-Rhythmus vor. Flankierend hält der Konzern eine Regelung zu einer temporären Friedenspflicht für sinnvoll.
 
Ver.di hatte die Tarifverträge für die Vivantes Tochterunternehmen nach vier Jahren Laufzeit fristgerecht zum Ende des Jahres 2025 gekündigt. Sie gelten für rund 2.200 Beschäftigte in Gastronomie, Logistik, Reinigung, Technik Rehabilitation und den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Tarifverträge beinhalten bereits heute in großen Teilen die Regelungen des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst für Krankenhäuser TVöD BT-K. Dies gilt sowohl für den Manteltarifvertrag als auch für Eingruppierung und Entgelte der Beschäftigten.

Alle Kräfte bündeln für eine gute Gesundheitsversorgung Berlins

Das nun von Vivantes vorgelegte Angebot sieht eine weitere, stufenweise Steigerung des Entgeltniveaus bis zum 1. Januar 2030 vor - auf dann 100 Prozent des TVöD-K. Bereits in diesem Jahr bedeutet das Vivantes-Angebot für die Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelttabelle um insgesamt 6,8%. Vivantes schlägt zudem vor, die Verhandlungen ab dem 19. Januar kontinuierlich an jedem zweiten Werktag zu führen. Eine flankierende Vereinbarung über eine Friedenspflicht soll wechselseitige Arbeitskampfmaßnahmen vermeiden, damit die Gespräche in einer konstruktiven und sachorientierten Atmosphäre verlaufen und alle Kräfte auf die Verhandlungen und eine rasche Einigung konzentriert werden können.

Dazu erklärt Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement bei Vivantes:
„Wir bieten unseren Beschäftigten in den Tochterunternehmen bereits heute sehr gute Arbeitsbedingungen und sichere Arbeitsplätze und wollen dies auch künftig tun. Mit dem im heutigen Verhandlungsauftakt vorgelegten Angebot setzen wir den bereits seit mehreren Jahren eingeschlagenen Weg zur Angleichung an den TVöD konsequent fort. Vivantes steht wie alle Berliner Krankenhäuser vor existenziellen Weichenstellungen. Berlin hat zudem in den vergangenen Tagen schmerzlich erfahren, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur und Gesundheitsversorgung für die Stadt ist. In dieser Situation sollten wir gemeinsam an einem Strang ziehen und in zügigen, fairen und konstruktiven Verhandlungen sehr zeitnah eine tragfähige Lösung finden. Wir sind dazu bereit - für unsere Beschäftigten und für Berlin!"     

Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 730.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes, strukturelles Defizit. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Dieses sieht die stufenweise Verringerung des Defizits um 110 Millionen Euro bis 2029 vor.