Berliner Epilepsiezentrum

Humboldt-Klinikum

Das Berliner Epilepsiezentrum Vivantes ist von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie zertifiziert.

Medizinisches Angebot

Hilfe beim epileptischen Anfall und bei chronischer Epilepsie

Als Teil der Klinik für Neurologie am Vivantes Humboldt-Klinikum können im Berliner Epilepsiezentrum einerseits Menschen, die mit einem erstmaligen epileptischen Anfall meist über die Rettungsstelle in unsere Klinik kommen, mit modernsten technischen Möglichkeiten untersucht werden, um bereits zu diesem Zeitpunkt eine korrekte diagnostische Einordnung vornehmen zu können.

Andererseits finden auch Menschen mit lange bestehender chronischer Epilepsie in unserem interdisziplinären Team sowohl optimale medizinische Behandlung als auch therapeutische und psychosoziale Unterstützung. Dies erfolgt im Rahmen ambulanter Behandlungsangebote sowohl in unseren angegliederten Ambulanzen (Medizinische Versorgungzentren MVZ) in Reinickendorf und in Kreuzberg als auch bei einer stationären Behandlung im Humboldt-Klinikum.

„Epilepsie ist die häufigste chronische Erkrankung des Nervensystems, die auch junge Menschen betrifft.“
Zitat von: Prof. Dr. med. Bettina SchmitzPosition: Leitung der Klinik für Neurologie am Humboldt-Klinikum

Wir begleiten Sie bei Epilepsie – medizinisch und menschlich

Epileptische Anfälle sind ein sehr häufiges neurologisches Phänomen, und Epilepsien gehören zu den wichtigsten neurologischen Erkrankungen. Menschen jeden Alters können davon betroffen sein, und neben den epileptischen Anfällen und deren Behandlung gibt es oft auch psychosoziale Herausforderungen im Umfeld der Erkrankung.

Als Teil der Klinik für Neurologie am Vivantes Humboldt-Klinikum richtet sich unser Angebot an Menschen, die sich mit Epilepsie und anderen anfallsartigen Ereignissen bei uns vorstellen. Wir möchten sowohl unseren Patientinnen und Patienten als auch den behandelnden ärztlichen Kolleginnen und Kollegen helfen, wichtige Fragen zu Epilepsie und epileptischen Anfällen schnell und eindeutig zu beantworten.

Wichtige Fragen zu Epilepsie und epileptischen Anfällen

Handelt es sich bei dem Ereignis um einen epileptischen Anfall?
Liegt eine Epilepsie vor? Um welches Epilepsiesyndrom handelt es sich?
Hat die paroxysmale Störung eine andere Ursache?
Welche individuelle Behandlung ist für den jeweiligen Patienten am besten geeignet?
Hierfür stehen sowohl ambulant als auch stationär unterschiedliche Behandlungsangebote zur Verfügung.

Medizinisches Angebot des Berliner Epilepsiezentrums in Reinickendorf

Ambulante Beratung und Untersuchung sowie die stationäre Behandlung mit Langzeit-Video-EEG und der Epilepsie-Komplexbehandlung stellen unser medizinisches Angebot dar.

In unseren Ambulanzen an den Standorten Humboldt-Klinikum in Reinickendorf und Klinikum Am Urban in Kreuzberg bieten wir täglich ambulante fachärztliche Sprechstunden rund um das Thema Epilepsie an.

1. Spezifische Anfalls- und Epilepsieanamnese

2. Diagnostik

  • Routine-EEG
  • Cerebrales MRT (3T) nach Epilepsie-Protokoll
  • Laboruntersuchungen
  • Genetische Diagnostik
  • Ambulantes Langzeit-EEG

3. Therapie

  • Medikamentöse Ersteinstellung
  • Therapieumstellung bei unzureichender Anfallskontrolle oder Unverträglichkeit der Medikamente
  • Nicht-medikamentöse Behandlungsansätze wie Vagus-Nerv-Stimulation oder extrakranielle subkutane Fokusstimulation
  • Indikationsprüfung für Epilepsiechirurgie
  • Angebote zur Teilnahme an Studien mit neuen Medikamenten

4. Beratung

  • Allgemeine Beratung bei Erstdiagnose Epilepsie
  • Spezielle Beratung zu den Themen Ausbildung, Beruf, Schwangerschaft
  • Verkehrsmedizinische Begutachtung für Menschen mit Epilepsie

Terminvereinbarung ambulant

Im stationären Bereich bieten wir Langzeit-Video-EEG-Untersuchungen im Rahmen einer professionellen Epilepsiediagnostik an.

Langzeit-Video-EEG (72 Stunden)

  • Klärung der Frage, ob es sich bei den beschriebenen Ereignissen um epileptische Anfälle handelt
  • Abgrenzung gegenüber anderen paroxysmalen Ereignissen wie z.B. Synkopen, dissoziativen Anfällen, Schlaf-assoziierten Störungen usw.
  • Zuordnung des Epilepsiesyndroms
  • Detektion von unbemerkten Anfallsereignissen, insbesondere von nächtlichen Anfällen
  • Kontrolle des Behandlungserfolgs der Therapie

Epilepsie-Komplexbehandlung

  • Medikamentöse Einstellung bei therapieschwierigen Patientinnen und Patienten mit unbefriedigender Anfallskontrolle oder Nebenwirkungen unter der bisherigen Therapie
  • Diagnostik und Therapie physischer und psychischer Einschränkungen im Rahmen der Erkrankung oder Therapie
  • Unterstützung bei psychosozialen und beruflichen Belastungen sowie psychiatrischen Komorbiditäten
  • Beratung von Menschen mit Epilepsie und deren Angehörigen zu verschiedenen Lebensbereichen wie Ausbildung, Beruf, Schwangerschaft und vieles mehr

Terminvereinbarung stationär

Viele Frauen mit Epilepsie wünschen sich ein Kind, sind aber unsicher, ob ihre Erkrankung für sie selbst oder ihr Kind mit besonderen Risiken einhergeht. Es gibt in der Regel keinen Grund, warum eine Frau mit Epilepsie keine Kinder bekommen sollte.

Epilepsie ist eine sehr häufige und in vielen Fällen chronische Erkrankung. Das Team der Klinik für Neurologie im Vivantes Humboldt-Klinikum besteht aus qualifizierten Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten und behandelt Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Neurologie und ist auch besonders spezialisiert auf Schwangere mit Epilepsie.

Etwa eine von 200 Frauen hat eine aktive Epilepsie. Durch die verbesserten Behandlungsbedingungen sind die meisten epilepsiekranken Frauen heute in der Lage, ein ganz normales Leben mit unwesentlichen oder nur leichten Einschränkungen zu führen – auch wenn sie nicht frei von Anfällen sind und wenn sie Medikamente zur Anfallskontrolle einnehmen müssen. Viele Frauen mit Epilepsie wünschen sich ein Kind, sind aber unsicher, ob ihre Erkrankung für sie selbst oder ihr Kind mit besonderen Risiken einhergeht. Sie fürchten, dass sich die Epilepsie unter der Schwangerschaft verschlechtert, dass das Kind durch Antiepileptika oder Anfälle geschädigt wird, dass eine normale Geburt nicht möglich ist, dass sie nicht stillen können oder dass ihre Anfallsbereitschaft vererbt wird.

Eine Schwangerschaft sollte geplant werden

Es gibt in der Regel keinen Grund, warum eine Frau mit Epilepsie keine Kinder bekommen sollte. In der Mehrzahl verlaufen Schwangerschaften bei Frauen mit Epilepsie komplikationslos. Um mögliche Risiken durch die Anfälle oder die Behandlung zu verringern, sollte eine Schwangerschaft idealerweise geplant werden. Alle Frauen mit Epilepsie sollten deshalb frühzeitig mit ihrem Neurologen über das Thema Schwangerschaft sprechen.

Wenn Sie Beratung wünschen, vereinbaren Sie einen Termin in unseren neurologischen Vivantes Arztpraxen.

Epilepsie ist keine Erbkrankheit

Viele Menschen mit Epilepsie überschätzen die Erblichkeit der Erkrankung. In der Regel ist die Beratung zum Vererbungsrisiko durch den behandelnden Neurologen ausreichend. Mit wenigen Ausnahmen sind Epilepsien keine Erbkrankheiten im engeren Sinne. 3% bis 5% aller Kinder von epilepsiekranken Frauen oder Männern entwickeln selber eine Epilepsie (mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gutartige, relativ leicht behandelbare Epilepsie), weil sich über die Gene zwar nicht die Krankheit, wohl aber eine Bereitschaft, in bestimmten Situationen Anfälle zu entwickeln, übertragen kann. Da allerdings auch 1% aller Kinder, deren Eltern keine Epilepsie haben, im Laufe ihres Lebens an Epilepsie erkrankt, ist das Risiko nur leicht erhöht. Mehr als 95% der Kinder epilepsiekranker Eltern erkrankt nicht an einer Epilepsie.

Medikamente vor der Schwangerschaft

Die Auswahl der Antiepileptika wird Ihr Arzt in erster Linie nach der Art Ihrer Epilepsie treffen. Anzustreben ist eine verträgliche Monotherapie (Behandlung mit nur 1 Medikament) mit einer möglichst niedrigen Tagesdosis. Eine Therapie mit verschiedenen Antiepileptika sollte, wenn es möglich ist, vermieden werden. Bei anhaltender Anfallsfreiheit kann man mit dem Arzt besprechen, ob die Medikamente vorsichtig reduziert oder abgesetzt werden können. Es scheint für das Kind günstiger zu sein, wenn der Medikamentenspiegel möglichst wenig schwankt. Das ist der Fall, wenn Antiepileptika in „retardierter“ (verzögerter) Form eingesetzt werden (dann wird die Freisetzung verzögert) oder die Einnahme der Tabletten auf mehrere Tagesdosierungen verteilt wird (so wird eine gleichmäßige Aufnahme aus dem Magen-Darm-System gewährleistet).

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre:

Epilepsie und Kinderwunsch (öffnet PDF)

Leitung des Berliner Epilepsiezentrums

Porträt Bettina Schmitz
Kontaktperson: Prof. Dr. med. Bettina Schmitz
Chefärztin

Kontakt

Kontaktperson: Maxi Dreke
Case Management
Zentrum für Epilepsie

Kontakt

E-Mail:
Telefon:030 130 12 1513
Fax:030 130 12 2247

Unsere Oberärzt*innen im Epilepsiezentrum

Fragen und Antworten

Wir führen derzeit verschiedene Studien zur Indikation Epilepsie durch. Wenn Sie selbst an einer Studienteilnahme interessiert sind oder als Ärztin oder Arzt Patientinnen und Patienten betreuen, die für eine Teilnahme an einer der Studien infrage kommen, wenden Sie sich an unser Studienbüro unter 030 130 12 2218.

Überblick Studien

German Registry of Antiepileptic Drugs in Pregnancy with Epilepsy (GRAPE) ist Teil des Internationalen Schwangerschaftsregisters European Registry of Antiepileptic Drugs in Pregnancy (EURAP).

Das Ziel des Schwangerschaftsregisters ist ein Vergleich der Sicherheit der verschiedenen Antiepileptika für das ungeborene Kind bezüglich der Häufigkeit von kongenitalen Fehlbildungen und von pränatalen Wachstumsverzögerungen. Alle Frauen, die zum Zeitpunkt der Befruchtung Antiepileptika einnehmen, sollen erfasst werden, unabhängig davon, ob die Behandlungsindikation eine Epilepsie oder eine andere Erkrankung ist.

Interessierte Ärztinnen und Ärzte, die Frauen betreuen, die in der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, sind herzlich eingeladen, sich aktiv an EURAP zu beteiligen.

Weitere Informationen, Zwischenergebnisse und Studienmaterial finden Sie unter:
Deutsche Gesellschaft für Epileptologie

  • EURAP ist ein Kooperationsprojekt von Vivantes und der Charité.
  • EURAP wird unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie und UCB Pharma GmbH.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail oder telefonisch unter 030 130 12 2218 bzw. 030 130 12 2246.

Beratungen für Frauen mit Schwangerschaftswunsch bieten wir in unseren Sprechstunden an.

Neurologie bei Vivantes

Ob Schlaganfall, Anfallserkrankungen oder andere neurologische Krankheitsbilder – unsere erfahrenen Teams sorgen für eine sichere Versorgung und individuelle Behandlung.

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