Klinische und interventionelle Neuroradiologie

Klinikum Neukölln

Das Institut für klinische und interventionelle Neuroradiologie des Vivantes Klinikums Neukölln befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems, das heißt mit dem menschlichen Gehirn und Rückenmark, seinen Hüllen und versorgenden Gefäßen.

Eine der modernsten Neuroradiologien Berlins

Das Institut für klinische und interventionelle Neuroradiologie bietet Ihnen das gesamte diagnostische und interventionelle Methodenspektrum an. Wir arbeiten sowohl für unseren Standort Neukölln im Rahmen des Neurozentrums als auch standortübergreifend für den gesamten Vivantes Konzern. Darüber hinaus betreibt unser Institut ein tele-neuroradiologisches Netzwerk.

Technische Ausstattung

Im Verbund mit dem Institut für Radiologie und interventionelle Therapie stehen hochmoderne Großgeräte der neuesten Generation zur Verfügung, die für die neuroradiologisch-funktionelle Bildgebung und Intervention optimiert sind: ein 128-Zeilen-Computertomograph, zwei 1,5-Tesla-Magnetresonanztomographen sowie eine mono- und eine biplane Angiographieanlage.

Diagnostikverfahren unseres Instituts für klinische und interventionelle Neuroradiologie

Einen Schlaganfall oder Hirninfarkt diagnostizieren wir mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Für die Akutbehandlung werden zusätzlich die CT-Angiographie und CT-Durchblutungsmessung eingesetzt. Die Magnetresonanz-Diffusionsbildgebung, mithilfe derer wir die Bewegungen von Wassermolekülen sichtbar machen können, ergänzt das Methodenspektrum.

Spezielle Untersuchungsverfahren der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) erlauben eine bessere Differenzierung von tumorösen und degenerativen Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) zur Planung einer effektiven und schonenden Therapie sowie zur Kontrolle des Therapieergebnisses. Unter anderem kommen bei uns folgende Verfahren zum Einsatz:

  • MR-BOLD-Imaging zur Lokalisation verschiedener funktioneller Hirnareale: Bildliche Darstellung von Gewebe anhand der aktivitätsabhängigen Änderung des Blutsauerstoffgehalts

  • CT- und MRT-Durchblutungsmessungen zur Einschätzung der Gefäßversorgung

  • MR-Diffusionsbildgebung zur Darstellung von Leitungsbahnen und Nervensträngen: Beurteilung von Gewebe anhand der Stärke und Richtung der Bewegung von Wassermolekülen

  • MR-Spektroskopie: Mit der Wasserstoff-Spektroskopie werden gewebespezifische Moleküle und Metabolite  in form von Karten oder in vordefinierten Arealen gemessen: zur Differenzierung und Einschätzung der biologischen Aktivität verschiedener Hirntumoren und zur Diagnostik und Verlaufskontrolle degenerativer und metabolischer (stoffwechsbedingter) Erkrankungen des ZNS.

Mit speziellen Methoden der Magnetresonanztomographie kann der Liquorfluss (der Fluss des Nervenwassers) in der Schädelhöhle und dem Rückenmarkskanal sichtbar gemacht und gemessen werden. Die Diagnostik dient zur Differenzierung verschiedener Formen der Liquorzirkulationsstörung, zum Beispiel beim sogenannten Wasserkopf (Hydrozephalus) oder Zysten der Spinnengewebshaut (Arachnoidalzysten), die einen Teil der Hirnhaut darstellt sowie zur Kontrolle therapeutischer Eingriffe (Shunt-Operationen).

Mit speziellen Mikrospulen lassen sich anatomische Substrukturen des Augapfels (Bulbus) und der Nachbarstrukturen der Augenhöhle (Orbita) mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersuchen und krankhafte Veränderungen detaillierter diagnostizieren.

Die komplexe bildgebende Diagnostik von Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS) erfolgt im Institut für klinische und interventionelle Neuroradiologie mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Darüber hinaus kommen funktionell bildgebende Verfahren wie BOLD-Imaging und die Diffusionsbildgebung mit der Fibertracking-Methode, Durchblutungsmessungen (Perfusionsmessungen) mittels CT und MRT sowie die MR-Spektroskopie zum Einsatz. Stark durchblutete Tumore werden operationsvorbereitend oder alternativ mittels Gefäßverschluss (Embolisation) behandelt. 3D-Datensätze aus CT und MRT bilden zudem die Grundlage für die Neuronavigation. Dabei handelt es sich um ein computergestütztes Operationsverfahren aus der Neurochirurgie, das die Planungen von Eingriffen sowie die intraoperative räumliche Orientierung ermöglicht.

Therapieverfahren unseres Instituts für klinische und interventionelle Neuroradiologie

Unter neurovaskulären Erkrankungen verstehen wir Erkrankungen des Blutgefäßsystems von Gehirn und Rückenmark. Unser Methodenspektrum umfasst alle eröffnenden und verschließenden Therapien bei Erkrankungen der versorgenden arteriellen und venösen Gefäße mittels Kathetertechnik. Dazu zählen vor allem:

  • Stent- und Ballongestützte Angioplastie zur Behandlung von Gefäßverengungen

  • Intraarterielle Lysetherapie und mechanische Thrombektomie bei akuten Gefäßverschlüssen: Direkt in das verschlossene Gefäß werden entweder auflösende Medikamente eingebracht, oder das Verschlussmaterial (Thrombus, Embolus) wird eingefangen und entfernt.

  • Verschluss (Embolisation) von Aneurysmen (krankhafte Erweiterung von Blutgefäßen), Gefäßmissbildungen und arterio-venösen Fisteln oder von stark durchbluteten Tumoren der Kopf-Halsregion und Wirbelsäule

Die Therapieplanung erfolgt im Neurozentrum in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit.

In enger Zusammenarbeit mit den Kliniken des Neurozentrums und des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Neurochirurgie werden periradikuläre Therapien (PRT) und Facettenblockaden CT-gestützt durchgeführt.

Bei einer periradikulären Therapie (PRT) werden Medikamente und /oder cortisonhaltige Mittel lokal an der Nervenwurzel eingesetzt, die für die Schmerzen verantwortlich ist. Die Nervenwurzel wird entweder durch einen Bandscheibenvorfall oder durch Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule bedrängt.

Die Facettenblockade ist eine Schmerzbehandlung bei symptomatischem Verschleiß von Wirbelgelenken. Dabei werden schmerzstillende Medikamente direkt an die kleinen Wirbelgelenke injiziert oder in chronischen Fällen die Schmerzleitung dauerhaft unterbrochen (Thermokoagulation).

Bei Liquorunterdrucksyndrom durch Verlust von Nervenwasser über Hirnhautdefekte im Wirbelsäulenbereich wird ein Defektverschluss mit Injektion von Eigenblut an den Defekt erreicht.

Leistungsstatistiken der Neuroradiologie in Neukölln

Leistungsstatistiken zu Untersuchungen in der Neuroradiologie in Berlin-Neukölln

Art der Untersuchung 2016 2017 2018 2019 2020
cCT-Untersuchung 15.412 14.921 15.448 16.105 14.480
- davon CT-gestützte Punktionen zur Schmerztherapie 784 686 582 756 577
MRT-Untersuchung zerebrospinal 6.243 5.561 5.503 5.824 5.629
Katheterangiographie zerebrospinal 1.111 1.151 1.098 1.012 1.108
- davon endovaskuläre Eingriffe/Interventionen 428 499 487 457 542
Sonstige 351 348 311 256 215
gesamt 23.177 21.981 22.360 23.197 21.495

Leistungsstatistiken zu endovaskulären Eingriffen/Interventionen in der Neuroradiologie in Berlin-Neukölln

Art der endovaskulären Eingriffe/Interventionen 2016 2017 2018 2019 2020
Mechanische Rekanalisation - Schlaganfall 139 218 212 208 206
Stent-PTA - extrakranielle Gefäßstenose 48 68 58 70 67
Stent-PTA - intrakranielle Gefäßstenose 14 9 21 15 25
GDC/Flow Diverting - intrakranielles Aneurysma 111 86 92 92 116
Spasmolyse - Vasospasmus bei aSAB 44 37 55 33 43
Embolisation - Gefäßfehlbildung 57 64 42 31 62
Embolisation - Tumor, sonstige 15 17 7 8 23
gesamt 428 499 487 457 542

Neuroradiologische Zusatzangebote in Neukölln

Ein Institut für klinische Neuroradiologie wird nicht an all unseren Standorten vorgehalten. Damit Patientinnen und Patienten jedoch überall unsere neuroradiologische Expertise zugute kommt, ist unser Institut Bestandteil von zwei Tele-Radiologie-Netzwerken. Über das interne Netzwerk können sich die Kolleginnen und Kollegen in anderen Vivantes-Kliniken mit uns in Verbindung setzen und beispielsweise bei der Diagnostik Unterstützung in Echtzeit erhalten. Das Institut für klinische und interventionelle Neuroradiologie ist auf diese Weise mittels eines einheitlichen Bildarchivsystems standortübergreifend für alle Vivantes-Kliniken tätig.

Über ein externes Netzwerk können uns außerdem noch weitere radiologisch-neuroradiologische Einrichtungen der ambulanten und stationären Versorgung Bilddaten übermitteln. Diese Möglichkeit wird vor allem genutzt, um bei Befunden eine zweite Meinung einzuholen.

Forschung und Wissenschaft

Das Institut für klinische und interventionelle Neuroradiologie des Vivantes Klinikums Neukölln nimmt an nationalen und internationalen klinischen Multizenterstudien teil. Dort beschäftigen wir uns unter anderem mit der Behandlung von Hirntumoren sowie der Multiplen Sklerose.

Mit der Firma Siemens kooperieren wir zu Evaluation des Softwaretools syngo iFlow. Diese Technologie wird bei verschiedenen Projekten zur Beurteilung der Hirndurchblutung angewendet. Konnte man bisher zur Visualisierung wie schnell sich Kontrastmittel innerhalb der Gefäße ausbreitet lediglich eine Schwarz-Weiß-Filmsequenz erzeugen, kann man nun in den farbigen Syngo-iFlow-Bildern erkennen, wann das Kontrastmittel in welchen Gefäßen ankommt. Diese Technik hat eine Vielzahl von klinischen Anwendungen bei der Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen.

Weiterbildung und Lehre

Unser Institut bietet vielfältige Möglichkeiten der Weiterbildung für Weiterbildunsgassistentinnen und WEiterbildungsassistenten der Radiologie sowie der Weiterbildung im Schwerpunkt Neuroradiologie und Neurointervention. Das Institut ist als DeGir-Weiterbildungseinrichtung für die endovaskulären Therapiemodule E und F zertifiziert und

Der Institutsleiter verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung im Schwerpunkt Neuroradiologie (3 Jahre) und im Fachgebiet Radiologische Diagnostik (1 Jahr).
 

Leitung der Klinik für klinische und interventionelle Neuroradiologie

Kontaktperson: PD Dr. med. Volker Heßelmann
Chefarzt

Kontakt

Kontaktperson: Mariam Hefni
Leitende Oberärztin

Kontakt

Kontaktperson: Silke Gley
Chefarztsekretariat

Kontakt

E-Mail:
Telefon:030 130 14 3861
Fax:030 130 14 3861

Kontaktperson: Margareta Gramlich
Chefarztsekretariat

Kontakt

E-Mail:
Telefon:030 130 14 3861
Fax:030 130 14 3863

Kontakt & Sprechstunden

Bei dringenden Fällen, wenden Sie sich an die Rettungsstelle. Wenn Sie eine allgemeine Anfrage haben, rufen Sie unser über den allgemeinen Kontakt an oder stellen Sie eine schriftliche Anfrage.

Unser Sekretariat finden Sie in Haus 30, Ebene 0.

Klinische und interventionelle Neuroradiologie

(030) 130 14 3861

im Vivantes Klinikum Neukölln
Rudower Straße 48
Haus 30
12351 Berlin Neukölln

S 41, 45, 46, 47 bis Neukölln weiter mit U 7 oder Bus 171 Klinikum Neukölln, Fußweg über Kolibri- und Kormoranweg

U 7 bis Parchimer Allee oder Britz-Süd weiter mit Bus M 46Klinikum Neukölln, Rotschwanzweg, Kolibriweg

Mit dem Auto:
von Norden: BAB A113 Abfahrt Späthstraße
von Süden: BAB A113 Abfahrt Späthstraße
weiter zur Rudower Straße 48, 12351 Berlin

In der näheren Umgebung des Klinikum Neukölln stehen Ihnen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Allgemeiner Kontakt

Telefon: (030) 130 14 3861

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Kooperation mit dem Neurovaskulären Netzwerk Berlin-Brandenburg

Kooperation mit dem Cancer Center Berlin-Neukölln