
Alles Wissenswerte zur Kniegelenk-OP: Vorbereitung, Durchführung und danach
Sie leiden unter schwerer Arthrose und denken über eine Kniegelenks-OP nach, die Ihre Mobilität und Lebensqualität wieder verbessern wird? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Kniegelenks-OP.
Wie wird eine Kniegelenks-OP durchgeführt?
Jede Operation wird im Vorfeld sorgfältig geplant. In der Untersuchung werden alle relevanten Strukturen auf Intaktheit und Funktion geprüft. Zur Planung der Operation erfolgen kurz vorher spezielle Röntgenaufnahmen. Mit einem speziellen Computerprogramm wird vor dem Eingriff die das für Sie individuell am besten passende Implantatmodell, die exakte Position und die richtige Prothesengröße bestimmt und die Kniegelenks-OP simuliert.
„Mit einem speziellen Computerprogramm wird vor dem Eingriff das für Sie individuell am besten passende Implantatmodell, die exakte Position und die richtige Prothesengröße bestimmt und die Kniegelenks-OP simuliert.“


Bei der Operation wird in Regionalbetäubung oder Allgemeinnarkose das Kniegelenk unter bestmöglicher Schonung aller angrenzenden Strukturen eröffnet, die abgenutzten Gelenkflächen an Oberschenkelknochen und Schienbein sparsam abgetragen und für die Aufnahme der Prothesenteile vorbereitet.
Mit sogenannten Probekomponenten wird der korrekte Sitz und das ideale Gelenkspiel und Stabilität sorgfältig getestet, bevor dann das endgültige Implantat eingesetzt und sicher fixiert wird. Die Verankerung im Knochen erfolgt mit Knochenzement. Dieser bietet nachweislich die beste Haltbarkeit und das Gelenk ist prinzipiell sofort nach der OP belastbar.
Die korrekte Wiederherstellung einer geraden Beinachse ist ein zentraler Teil der Operation und wird bereits in der Computerplanung an den vorher erstellten Röntgenbildern mit geplant. Dadurch werden die durch die Arthrose verursachten Fehlstellungen wieder korrigiert und damit auch wieder eine regelrechte Funktion ermöglicht. Auch die angrenzenden Gelenke profitieren davon, denn sie sind häufig durch die vorhandene Fehlstellung ebenfalls belastet.
In der Regel dauert die Operation von einer Knieprothese zwischen 60-90 Minuten, wobei die OP-Zeit nicht unser Kriterium ist. Die OP dauert so lange, bis das OP-Team zufrieden ist und das optimale Ergebnis erreicht hat.
Grundsätzlich sind die Risiken bei dieser Operation sehr gering. Zu den allgemeinen Risiken einer Knie-OP gehören Bluterguss, Infektionen, Blutgerinnsel, Nervenschäden oder Thrombose. Zu den spezifischen Komplikationen zählt man Lockerung, Instabilität und Fehlfunktion. Neben dem seltenen Auftreten sind die meisten dieser Komplikationen sehr gut behandelbar. Um sicher zu stellen, dass alles in Ordnung ist, bleiben Sie in der Regel fünf Tage stationär bei uns. Hier erfolgen alle notwendigen Kontrollen, um Ihnen eine sichere und bestmögliche Genesung zu ermöglichen.
Was passiert genau nach der Knie-OP?

Direkt nach der Knieprothesen-OP betreuen wir Sie im Aufwachraum. Hier können wir sehr gut nach Ihrem Wohlbefinden schauen und auf Unwohlsein oder Schmerz sofort reagieren. Sobald Sie sich gut fühlen (in der Regel nach 30 -120 min.) werden Sie wieder zurück auf die Station gebracht. Noch am Operationstag beginnt Ihre schrittweise Mobilisierung mit Unterstützung von unseren Vivantes Physiotherapeut*innen. In der Regel werden Sie von der Person betreut, die Sie bereits vor der Operation kennengelernt haben.
Wie lange bleibe ich nach der Knie-OP im Krankenhaus?

Ihr Kranhausaufenthalt dauert 5 Tage
Nach einer Kniegelenk-OP bleiben Sie in der Regel fünf Tage im Krankenhaus. Während dieser Zeit wird die Genesung überwacht und mit Ihnen zusammen an Ihrer Rehabilitation gearbeitet, um die Beweglichkeit und Funktion des neuen Gelenks zu fördern. Unsere Physiotherapeut*innen sind direkt an Ihrer Seite.
Prinzip frühzeitige Mobilisation
Das Prinzip einer frühzeitigen Mobilisation trägt zu einer schnellen Heilung nach einer Knie-OP bei. Denn anstatt nach einer Knieoperation mehrere Tage im Bett zu liegen, hilft eine zeitnahe Mobilisation bei der Genesung und vermindert das Risiko von Komplikationen. Bei uns stehen Sie in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation schon wieder auf. Dies wird auch durch die schonenderen Operationsverfahren ermöglicht.
„Jeder Tag im Bett ist ein verlorener Tag! Bei uns liegen Sie nicht mehrere Tage einfach im Bett, sondern werden sofort aktiv.“

Für die erste Zeit werden zur Sicherheit beim Gehen Unterarmgehstützen genutzt, welche über Ihre zuständige Station organisiert werden. Das können einfache Stützen oder auch ein Gehwagen (Rollator) sein. Je nachdem, womit Sie sich gut und sicher fühlen.
Nach der Knieoperation trainieren Sie von Anfang an, vor allem die vollständige Streckung. Ihre Gehstrecke wird sich schrittweise von Tag zu Tag verbessern.
Physiotherapeut*innen sind an Ihrer Seite
Dabei wird Ihnen Ihr Vivantes Physiotherapeut oder Ihre Vivantes Physiotherapeutin behilflich sein. Ab dem dritten Tag können Sie schon längere Strecken zurücklegen und beginnen sogar schon Treppen zu steigen. Zur Entlassung sind Sie in der Lage sicher längere Strecken zu gehen und Treppen selbstständig zu bewältigen.
Wie lange dauert die Heilung der Operationswunde?
Die Heilung der Operationswunde nach einer Kniegelenk-OP dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Es ist wichtig, die Wunde sauber und trocken zu halten und die ärztlichen Anweisungen zur Wundpflege zu befolgen. Die Entfernung des Nahtmaterials wird nach 10-14 Tagen empfohlen.
Weitere häufige Fragen zur Kniegelenk-OP
Die Vorbereitung auf eine Kniegelenk-OP umfasst mehrere Schritte: Eine gründliche medizinische Untersuchung, ggf. Kontrolluntersuchungen bestehender anderer Erkrankungen, eventuell notwendige Anpassung der Medikamente, sowie physiotherapeutische Übungen zur Stärkung der umliegenden Muskulatur. Liegen andere Probleme wie Wunden, Entzündungen oder Zahnprobleme vor, sollten diese vor einer Knieoperation auf jeden Fall behandelt werden.
Für die Vorbereitung ist es außerdem wichtig, Ihren aktuellen Ernährungsstand zu prüfen. Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist wichtig, um den Körper optimal auf die Operation vorzubereiten und Reserven anzulegen. Oft verlieren Patient*innen nach der Operation an Muskelmasse, was die Regeneration ungünstig beeinflusst. Hier können Sie jedoch gezielt vorbeugen.
Für die Zeit nach der Kniegelenk-OP sollten Sie Ihr Zuhause entsprechend vorbereiten: Sicherstellen, dass keine Stolperfallen vorhanden sind, Hilfsmittel wie Gehstützen bereitlegen und eventuell Hilfe für die ersten Wochen organisieren. Sollten Sie bereits im Vorfeld Probleme nach der Operation erahnen, sprechen Sie uns an. Oft ist es möglich, bereits im Vorfeld Vorkehrungen zu treffen oder in der Planung der Rehabilitation darauf Rücksicht zu nehmen.
Es wird empfohlen, Zahnsanierungen rechtzeitig und mit Abstand vor der Kniegelenk OP durchzuführen. Nach der OP sollten invasive zahnärztliche Eingriffe für einige Wochen vermieden werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Sollten im späteren Verlauf zahnärztliche Maßnahmen notwendig werden, ist es wichtig Ihren Zahnarzt*ärztin darauf aufmerksam zu machen, dass sie ein künstliches Gelenk haben. Es ist empfohlen, bei jeder größeren Zahnbehandlung ein prophylaktisches Antibiotikum einzunehmen.
Nach einer Kniegelenk-OP können die meisten alltäglichen Aktivitäten problemlos wieder aufgenommen werden. Gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren und Wandern sind meist möglich und empfohlen. Die Operation wird unter anderem genau deshalb durchgeführt, damit Sie wieder aktiv sein können! Extremere Sportarten mit hoher Belastung sind nur bei sehr gut trainierter Muskulatur möglich, können aber zu einer erhöhten Abnutzung führen. Daher werden diese eher nicht empfohlen. Fragen Sie gerne Ihr Behandlungsteam, ob eine Ihnen wichtige Aktivität oder Sportart möglich ist.
Ja, nach der Kniegelenks-OP ist eine Rehabilitation entscheidend und ebenso wichtig, wie die OP selbst. Begonnen wird diese Rehabilitation im Krankenhaus direkt nach der OP und während des stationären Aufenthaltes. Nach Entlassung erfolgt die weitere Reha, die sog. Anschlussheilbehandlung (AHB), um die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskulatur zu stärken. Unser Sozialdienst bespricht und plant mit Ihnen diese Reha-Maßnahme bereits vor der Operation.







