Psychosomatische Erkrankungen

Psychosomatische Medizin bedeutet nicht, dass Beschwerden „nur psychisch“ oder „eingebildet“ sind. Vielmehr geht sie davon aus, dass Körper, Psyche und Lebensumstände sich gegenseitig beeinflussen. Ziel ist es, diese Zusammenhänge zu verstehen und daraus eine individuelle, ganzheitliche Behandlung abzuleiten.

Psychosomatische Medizin: Den Menschen als Ganzes im Blick

Körper und Psyche stehen in enger Wechselwirkung. Körperliche Beschwerden können das seelische Wohlbefinden beeinflussen, ebenso können psychische Belastungen Auswirkungen auf den Körper haben. Die psychosomatische Medizin betrachtet deshalb nicht einzelne Symptome, sondern den Menschen in seiner gesamten Lebenssituation. Sie verbindet medizinische, psychologische und soziale Aspekte, um Beschwerden besser zu verstehen und gemeinsam passende Behandlungswege zu entwickeln.

Viele Menschen erleben körperliche Beschwerden, für die sich trotz sorgfältiger medizinischer Diagnostik keine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Andere leiden an einer körperlichen Erkrankung, deren Auswirkungen weit über die körperlichen Symptome hinausgehen und das emotionale Erleben, den Alltag oder das soziale Leben stark beeinflussen. Beides kann mit erheblichem Leidensdruck verbunden sein.

Gründe für eine psychosomatische Behandlung

Zu den häufigen Gründen für eine psychosomatische Behandlung gehören anhaltende Erschöpfung, chronische Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Symptome, Schwindel oder andere körperliche Beschwerden, die den Alltag dauerhaft beeinträchtigen. Ebenso begleiten wir Menschen, die im Zusammenhang mit einer chronischen oder schweren körperlichen Erkrankung psychische Belastungen entwickeln – beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rheumatologischen Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Haut- oder Darmerkrankungen oder nach einer Krebserkrankung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Schmerzen beeinflussen häufig Bewegung, Schlaf, Beruf, Beziehungen und Lebensqualität. Gleichzeitig können Belastungen wie Stress, Ängste oder depressive Symptome die Schmerzwahrnehmung verstärken. Ziel der Behandlung ist es, diese Zusammenhänge verständlich zu machen, individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln und die Lebensqualität trotz anhaltender Beschwerden nachhaltig zu verbessern.

Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten und kombiniert – je nach Situation – verschiedene therapeutische Bausteine. Dazu gehören ärztliche und psychotherapeutische Gespräche, körperorientierte Verfahren, Entspannungs- und Bewegungstherapie sowie sozialtherapeutische Unterstützung. Gemeinsam werden persönliche Ressourcen gestärkt und Wege entwickelt, den Alltag wieder selbstbestimmter zu gestalten.

Ganzheitliches Behandlungsangebot bei Vivantes

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche. Durch die interdisziplinäre Vernetzung innerhalb des Vivantes Netzwerks können körperliche und psychische Aspekte einer Erkrankung gemeinsam betrachtet und Behandlungsschritte gut aufeinander abgestimmt werden. So entsteht ein ganzheitliches Behandlungsangebot, das den Menschen in seiner individuellen Situation in den Mittelpunkt stellt.