Vivantes bekräftigt Angebot: 100 Prozent TVöD Entgelt für Tochtergesellschaften und intensive Verhandlungen

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Kein Verständnis für Streik in wirtschaftlich sehr angespannter Lage.

Die Tarifverhandlungen für die Vivantes-Tochterunternehmen wurden am 3. Februar mit der Gewerkschaft Ver.di fortgesetzt. Vivantes bekräftigte in diesen nochmals sein bereits zum Verhandlungsauftakt vorgelegtes Angebot. Danach sollen die Tabellenentgelte in nur vier Jahren mittels eines Stufenplans vollständig an den TVöD angeglichen werden. Mit dem aktuellen Angebot von Vivantes liegen die Entgeltniveaus der Beschäftigten bereits in 2026 um bis zu neun Prozent über denen der vergleichbaren Tochtergesellschaft Charité Facility Management (CFM). Ungeachtet dessen hat ver.di dieses als „unzureichende Verhandlungsgrundlage“ zurückgewiesen und ruft zu Warnstreiks auf.

Dazu erklärt die Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt: „Vivantes hat bereits zum Verhandlungsauftakt im Januar 2026 ein substanzielles und detailliertes Angebot vorgelegt. Für unsere Beschäftigten bedeutet das alleine in diesem Jahr durchschnittlich 6,8 Prozent mehr Entgelt, für Mitarbeiter*innen in den unteren Entgeltgruppen sogar 8 Prozent. In Stufen würden die Löhne dann bis 2030 das Niveau von 100 Prozent TVöD erreichen.“

Schmidt bekräftigt nochmals die Gesprächsbereitschaft von Vivantes und weist auf die wirtschaftlich schwierige Lage des Unternehmens hin: „Wir haben bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass wir jederzeit zu konstruktiven und intensiven Verhandlungen bereit sind. Unser jetziges Angebot beinhaltet ein Entgeltvolumen von rund 50 Millionen Euro. Das ist ein finanzieller Kraftakt für ein Unternehmen, das sich mitten in einer tiefgreifenden Sanierung befindet. Ein solches Angebot als nicht verhandlungsfähig zurück zu weisen gefährdet die Tochtergesellschaften und Vivantes insgesamt. Wir können die Gewerkschaft nur nochmals auffordern, sich konstruktiven Verhandlungen auf Basis unseres umfangreichen Angebotes nicht länger zu verschließen. Unsere Hand ist weiterhin und jederzeit ausgestreckt – für unsere Beschäftigten, für Vivantes und für Berlin.“

Das bedeutet das Vivantes Angebot schon ab Mai 2026

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft oder Küchenhilfe

  • 1. Beschäftigungsjahr: 2.546,14 €
  • 6.  Beschäftigungsjahr: 2.784,96 €
  • 13. Beschäftigungsjahr: 3.002,44 €

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft im OP oder Servicemitarbeiter*in

  • 1. Beschäftigungsjahr: 2.716,88 €
  • 6. Beschäftigungsjahr: 2.958,33 €
  • 13. Beschäftigungsjahr: 3.147,42 €

Betriebshandwerker*innen (Elektro, SHK)

  • 1. Beschäftigungsjahr: 3.196,13 €
  • 6. Beschäftigungsjahr: 3.572,21 €
  • 13. Beschäftigungsjahr: 3.849,98 €

Ver.di hatte die Tarifverträge für die Vivantes Tochterunternehmen nach vier Jahren Laufzeit fristgerecht zum Ende des Jahres 2025 gekündigt. Sie gelten für rund 2.200 Beschäftigte in Gastronomie, Logistik, Reinigung, Technik Rehabilitation und den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Tarifverträge beinhalten bereits heute in großen Teilen die Regelungen des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst für Krankenhäuser TVöD BT-K. Dies gilt sowohl für den Manteltarifvertrag als auch für Eingruppierung und Entgelte der Beschäftigten.

Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 730.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits um 110 Millionen Euro bis 2029 vor.

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