Der Aufsichtsrat von Vivantes hat den Jahresabschluss für 2025 bestätigt. Deutschlands größtes kommunales Krankenhausunternehmen liegt bei der Umsetzung seines ambitionierten Neuausrichtungs- und Sanierungskonzepts deutlich über Plan. So konnte das Defizit stärker als geplant verringert werden, die Zahl der Behandlungen und der Umsatz stiegen deutlich. Ungewiss ist bisher, wie sich die von der Bundesregierung geplanten, massiven Kürzungen in der Krankenhausfinanzierung auf den künftigen Verlauf der Sanierung auswirken werden.
In den Krankenhäusern von Vivantes wurden 2025 insgesamt 583.339 Fälle behandelt -377.061 ambulant und 206.278 stationär. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Zählt man die Vivantes MVZ dazu, waren es sogar 756.452 Fälle. Die Zahl der Operationen stieg um vier Prozent auf 95.611. Die stationären Pflegeeinrichtungen mit 2.632 Plätzen rechneten 830.566 Pflegetage ab, zwei Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Konzern-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 11 Prozent von 1,662 auf 1,842 Milliarden Euro. Das Unternehmen investierte in Neubau und Sanierung seiner Kliniken insgesamt 151 Millionen Euro, 17 Millionen mehr als im Vorjahr. Der größte Teil der Investitionen, 91 Millionen, stammte aus Eigenmitteln. Das Jahresergebnis weist einen Verlust von 121 Millionen Euro aus und liegt damit um 14 Millionen Euro besser als der Planansatz.
Die Ressorts der Geschäftsführung wurden 2025 neu zugeschnitten: Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Geschäftsführung ist nun neben dem Klinikmanagement auch für den Bereich Finanzmanagement verantwortlich. Dorothea Schmidt bleibt Geschäftsführerin Personalmanagement. Adelheid Jakobs-Schäfer erweitert die Geschäftsführung seit Juli als Leiterin des Geschäftsführungsbereichs Bau, Infrastruktur und Service.
Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Vivantes Geschäftsführung: „Mit einer gemeinsamen Anstrengung aller Beschäftigten konnten wir einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Sanierung unseres Unternehmens gehen. Doch nun drohen uns drastische Einschnitte in der Krankenhausfinanzierung. Sobald das Gesetz zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorliegt, werden wir mit unseren Gremien und unserem Gesellschafter neu bewerten müssen, wie die Einsparungen sich auf die Sanierung von Vivantes auswirken und wie wir damit umgehen.“
Vivantes bleibt weiterhin als Arbeitgeber attraktiv und konnte auch im vergangenen Jahr neue Arbeitskräfte an sich binden. Ende 2025 arbeiteten und lernten 20.649 Menschen bei Vivantes – 469 mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte der Belegschaft - 10.505 Personen – ist im Pflege- und Funktionsdienst tätig. Gemeinsam mit den Beschäftigten erarbeitete der Konzern eine neue Arbeitgebermarke. Sie wirbt mit dem Claim: „Unser Job ist das Leben“ für die Arbeit bei Deutschlands größtem kommunalen Klinikunternehmen. In 2025 stieg der Anteil von Chefärztinnen bei Vivantes auf 28 Prozent, bei Oberärztinnen auf 46 Prozent und bei Geschäftsführenden Direktorinnen auf 40 Prozent. Mit dem Frauenanteil in Führungspositionen liegt Vivantes sehr deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt.
Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement: „Vivantes ist und bleibt ein attraktiver Arbeitgeber und der größte Ausbildungsbetrieb in der Berliner Gesundheitswirtschaft. Das tragen wir nun auch mit unserer neuen Arbeitgebermarke in die Berliner Stadtgesellschaft. Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 56.000 Bewerber*innen für eine Beschäftigung bei Vivantes interessiert. Diese Zahl spricht für sich, ist aber kein Grund sich auszuruhen. Daher arbeiten wir stetig weiter an der Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen, zum Beispiel durch die konsequente Digitalisierung aller Personalserviceangebote und Dienstplanthemen für unsere Beschäftigten im Rahmen von Viva Personal und VivaPlan.“
Nicht nur Pflegekräfte und Ärzt*innen machen ein Krankenhaus aus. Mit der Berufung von Adelheid Jakobs-Schäfer in die Geschäftsführung wird die strategische Bedeutung der unterstützenden Dienstleistungs- und Servicebereiche noch einmal deutlich stärker betont. Sie sind integraler Bestandteil des Klinikbetriebs, tragen zum Behandlungserfolg bei und werden aus den Erlösen der Fallpauschalen finanziert. Wie der gesamte Konzern, befinden sich auch diese Bereiche in einem starken Wandel.
Adelheid-Jakobs-Schäfer, Geschäftsführerin Geschäftsführung Bau, Infrastruktur und Service: „Unsere Kliniken sind der Motor der Versorgung – hier wird die wirtschaftliche Basis erwirtschaftet. Aber sie funktionieren nur, wenn die Dienstleistungsbereiche stabil liefern: Ob Logistik, Einkauf, Facility Management, Bau, Energiemanagement, Reinigung, Speisen- und Wäscheversorgung, Patientenbegleitservice oder Aufbereitung von Medizinprodukten, sie sind Teil der Versorgungskette. Die Organisationen sind teilweise nicht mehr zeitgemäß und bedürfen einer Modernisierung. Das Programm AUFWIND bildet den gemeinsamen Transformationsrahmen für die Dienstleistungsbereiche der Vivantes. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit strukturell und nachhaltig zu sichern.“
Vivantes 2025 in Zahlen und Fakten:
• 8 Klinika und ein Fachkrankenhaus für Geriatrie
• 1,842 Mrd. € Umsatz
• 1,361 Mrd. € Personalaufwand
• 375 Mio. € Materialaufwand
• 150,9 Mio. € Investitionen, davon 90,6 Mio. € Eigenanteil
• -121,4 Mio. € Jahresergebnis
Pflege, Medizin und Qualität:
• 756.452 Fälle, davon
o 377.061 ambulant,
o 206.278 stationär und
o 173.113 Fälle in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)
• 5.928 Betten (davon 1.605 Psychiatrie und 148 Ida-Wolff-Krankenhaus für Geriatrie)
• 5,6 Tage durchschnittliche Verweildauer
• 10.589 Babys kamen 2025 bei Vivantes zur Welt
• 150 von Fachgesellschaften zertifizierte Kliniken und interdisziplinäre Zentren
Mitarbeiter*innen:
• 20.649 Beschäftigte, davon
• 10.505 Beschäftigte in Pflege und Funktionsdienst
• 1.333 Auszubildende in 15 Berufen
• 134 Nationen
Vivantes Tochterunternehmen:
• 18 Pflegeeinrichtungen und 4 Kurzzeitpflege-Einrichtungen mit insgesamt 2.362 Plätzen und 830.566 Pflegetagen im Vivantes Forum für Senioren
• Ambulante Rehabilitation mit 220 Plätzen und 46.076 Behandlungstagen in den Abteilungen Orthopädie, Kardiologie, Onkologie und Neurologie
• Gastronomie mit 9 Bistros, 3 Shops und 4 Cafés versorgt Mitarbeitende, Patient*innen und Bewohner*innen der Pflegeeinrichtungen mit 7,4 Mio Mahlzeiten im Jahr.
• 13 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit mehr als 80 Facharztpraxen und 400 Beschäftigten darunter 130 Fachärzt*innen und Psychotherapeut*innen sowie 173.113 Behandlungsfällen
• VivaClean Nord und Süd reinigten insgesamt 663.052 m² Gebäudeflächen und pflegen 910.300 m² Grünanlagen.
Den vollständigen Geschäftsbericht mit Jahresabschluss für das Jahr 2025 finden Sie hier:
Vivantes Geschäftsbericht 2025 | Vivantes


