Vivantes Klinikum Neukölln würdigt Prof. Irene Boll mit Gedenktafel

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Erinnerung an eine Pionierin der Hämatologie und ehemalige Chefärztin

Prof. Irene Boll war Chefärztin der Abteilung für Hämatologie und Onkologie am damaligen Krankenhaus Neukölln und die erste deutsche Professorin auf diesem Gebiet. Am 29. Oktober würdigt das Vivantes Klinikum Neukölln ihr Wirken mit einem Bild und einer Gedenktafel im Flur der Hämatologie. Anlass ist unter anderem eine aktuelle Promotion über ihr Leben und ihre wissenschaftliche Arbeit. 

Wegweisende Forschung und bessere Patientenversorgung

In den 1950er-Jahren erforschte Irene Boll, wie sich Medikamente gegen Leukämie auf menschliches Knochenmark auswirken, und entwickelte die Knochenmarkkultur weiter. Außerdem baute sie die Mikrokinematographie aus, mit der sich lebende Knochenmarkzellen unter dem Mikroskop filmen und ihre Teilung beobachten lassen. Als erste Wissenschaftlerin beschrieb sie die verlangsamte Zellvermehrung bei Leukämiezellen. Für ihre Forschung zur Bildung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozytopoese) erhielt sie 1964 den Theodor-Frerichs-Preis. Anfang der 1960er-Jahre richtete sie in Neukölln eine für Deutschland vorbildhafte hämatologische und onkologische Ambulanz ein. 1975 wurde sie Chefärztin, 1987 ging sie in den Ruhestand. Der Irene-Boll-Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie verliehen.

„Ein Vorbild für die frühe Offenheit für Inklusion“

Irene Boll wurde 1922 in Berlin geboren. Nach einer schweren Knochenentzündung im Kindesalter blieb sie körperlich behindert. „Meine Vor-Vorgängerin war Frau Prof. Irene Boll, die erste Hämatologie-Professorin in Deutschland. Sie war seit ihrer Kindheit körperlich behindert und ist damit auch ein Vorbild für die frühe Offenheit für Inklusion im Klinikum Neukölln“, sagt Prof. Dr. Maike de Wit, Chefärztin der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin. „Sie setzte sich zudem für eine bessere Versorgung von Krebspatient*innen vor Ort ein und engagierte sich für Tumorkonferenzen, in denen Fachleute gemeinsam über die Behandlung beraten – das machen wir heute noch so. Mit dem Bild und der Tafel möchten wir an ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihr ärztliches Engagement erinnern.“

Hämatologie und Onkologie heute

Die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln behandelt heute Menschen mit Blut- und Tumorerkrankungen. Zum Angebot gehören unter anderem Diagnostik, medikamentöse Therapien, Hochdosistherapien und autologe Blutstammzelltransplantationen sowie die CAR-T-Zell-Therapien. Am Vivantes Klinikum Neukölln ist eines der drei hämatologisch-onkologischen Behandlungszentren von Vivantes. Zum heutigen Spektrum gehören unter anderem das Zentrum für Hämatologische Neoplasien und die CAR-T-Zell-Therapie. Multidisziplinäre Teams aus Medizin, Pflege, Psychologie, Therapie und weiteren Fachbereichen arbeiten gemeinsam an der Versorgung der Patient*innen.

Links

Menschen & Projekte — Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und med. Onkologie e.V.

 

Foto: Nachlass Irene Boll

 

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