
Neurorehabilitation & Zentrum für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte
Klinikum Spandau
In der Klinik für Neurorehabilitation & im Zentrum für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte bieten wir eine moderne und evidenzbasierte neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation für Menschen nach akut erworbenen Hirnschäden an.
Übersicht der Neurorehabilitation und des Zentrums für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte in Spandau
Wir begleiten Menschen auf der Intensivstation während der Beatmungsentwöhnung, und anschließend mit oder ohne weitere Überwachungsnotwendigkeit direkt auf unseren Stationen bis zur Verlegung in die nächste Phase der Erholung. Darüber hinaus können wir Ihnen im ambulanten Verlauf spezialisierte Unterstützung zum Erhalt des Rehabilitationsverlaufs in unserer Ambulanz mit allen therapeutischen Angeboten (inklusive Robotik) anbieten. In allen Fragen der Rehabilitation können Sie sich vertrauensvoll an uns wenden.
„Unsere Rehabilitationsklinik vereint fachliche Expertise in der Behandlung schwerer neurologischer Erkrankungen, etwa bei Schlaganfällen, zerebralen Blutungen und Schädel-Hirn-Trauma, mit einem menschlichen Ansatz und enger Vernetzung mit anderen Berliner Versorgern. Wir stehen in dieser schwierigen Zeit an Ihrer Seite.“

Medizinisches Angebot und Impressionen
Ihre Rehabilitation

Eine Verletzung oder Erkrankung des Nervensystems verändert das Leben eines Menschen und des familiären Umfeldes oft in wenigen Sekunden.
In unserer Klinik für Neurofrührehabilitation und dem Zentrum für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte vertreten wir die Ansicht, dass man bereits auf der Intensivstation auch mit der Rehabilitation anfangen sollte. Wir haben uns auf die Betreuung schwerst-betroffener Patient*innen nach neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen spezialisiert, und begleiten Menschen von der Beatmungsentwöhnung an. Wir bieten intensivmedizinische Überwachung in Kombination mit einem erfahrenen interdisziplinären-multiprofessionellem Team, das über viele Jahre eine große Expertise der besonderen Bedürfnisse dieser Patienten-Gruppe entwickelt hat. Somit können wir neben kompetenter ärztlicher Betreuung und spezialisierter Pflege auch frühzeitig das volle therapeutische Spektrum mit Neuropsychologie, Logopädie, Physio- und Ergotherapie für unsere Patient*innen anbieten.
Typische Erkrankungen, die einer Neurofrührehabilitation in unserer Klinik bedürfen sind
- Schlaganfälle
- Hirnblutungen, Subarachnoidalblutungen
- Hypoxien nach Reanimation
- Schädel-Hirn-Trauma und Wirbelsäulenverletzungen (Querschnittsyndrome)
- Infektiöse oder autoimmune Entzündungen des Nervensystems (Meningitis, Encephalitis, Multiple Sklerose)
- Anfallserkrankungen (Status epilepticus)
- Bewegungserkrankungen (Morbus Parkinson)
- Polyneuropathien (Guillain-Barré Syndrom, CIDP)
- Tumorerkrankungen
In Deutschland gliedert sich die stationäre Behandlung dieser Erkrankungen in Phasen:
Phasen A & B – stellen die intensivmedizinische Behandlung mit Notwendigkeit zur Überwachung am Monitor und durch fachliches Personal in der Akutversorgung (Phase A) bzw. der Frührehabilitation (Phase B) dar. Diese Behandlung bieten wir vor Ort an.
Phase C, D & E – Die Betroffenen sind nicht mehr überwachungspflichtig, sollen aber erworbene Kompetenzen weiter ausbauen (Phase C), Ihre Einschränkungen mindern (Phase D) oder spezifisch die Teilhabe am Arbeitsleben verbessern können (Phase E). Patienten können von unserer Klinik direkt in entsprechende Abteilungen weiter verlegt werden.
Phase F – Bei stagnierendem Rehabilitationserfolg und anhaltend hohem Pflegebedarf ist manchmal die Verlegung in eine Einrichtung zur aktivierenden Langzeitpflege notwendig. Wir begleiten ggf. den Prozess der Überleitung in eine entsprechende Einrichtung mit notwendigen Rezeptierungen und Übergabegesprächen und –protokollen für einen reibungslosen Übergang.
„Die Behandlung unserer Patient*innen erfolgt in einem Team, bestehend aus Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräften und hat stets den ganzheitlichen Blick auf die Lebenssituationen der Patient*innen im Blick, der nicht an den Sektorengrenzen in unserem Gesundheitssystem endet!“

Starkes Team für Ihre Behandlung

Therapeutische Bereiche
Die Frührehabilitation beginnt in unserer Klinik auf der Intensivstation mit täglichen chefärztlichen Visiten. Ziel unser Therapien ist die Wiedererlangung und der Erhalt der Handlungsfähigkeit im alltäglichen Leben.

Die Frührehabilitation beginnt in unserer Klinik auf der Intensivstation mit täglichen chefärztlichen Visiten, die durch ein multidisziplinäres Team aus Fachärzt*innen der Anästhesie, Neurologie und Neurochirurgie geführt werden. In enger Abstimmung mit dem Weaningzentrum der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie begleiten wir Patient*innen zur Unabhängigkeit von der künstlichen Beatmung. Das ärztliche, pflegerische und atmungstherapeutische Team rund um Herrn Dr. Ruf hat verfügt seit Jahren eine hohe Expertisein den besonderen Weaningbedürfnissen neurologischer Patient*innen.
Die Pflegenden spielen eine besondere Rolle im Rehabilitationsprozess. Neben der Fachkompetenz in neurologisch-neurochirurgischen Krankheitsbildern, Intensivmedizin, Hygiene und Neurorehabilitation müssen sie über eine besondere Sensibilität verfügen. Sie sind oft die primären Ansprechpartner für Patient*innen und Angehörige und stellen in besonderem Maße den ganzheitlichen Ansatz der Behandlung dar. Sie führen eine aktivierende, therapeutische Pflege durch und fördern die Körperwahrnehmung des Patienten durch verschiedene Verfahren wie die basale Stimulation, Kinästhetik und spezielle Lagerungstechniken. Das Primary Nursing System (Bezugspflege) erleichtert den Patient*innen die Orientierung und sichert die Kontinuität der Pflegeplanung. Die enge Zusammenarbeit mit allen Therapeut*innen und den Ärzt*innen ist ein besonderes Kennzeichen der Rehabilitationspflege.

Die Wiedererlangung und der Erhalt der Handlungsfähigkeit im alltäglichen Leben, die größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Hilfe und Hilfspersonen steht im Mittelpunkt der Ergotherapie. Die Behandlung orientiert sich an den wichtigen Alltagsfunktionen und soll Aktivitäten des täglichen Lebens (Essen, Ankleiden, Körperpflege) anbahnen, wenn möglich normalisieren oder Kompensationen mit Patient*innen und Angehörigen erarbeiten. Die Ergotherapeut*innen unterstützen die Kontaktaufnahme mit der Umwelt durch eine multimodale Stimulation, durch vertraute Alltagshandlungen wie Waschen und Anziehen. Sie fördern die Wahrnehmung visueller, motorischer, sensorischer und emotionaler Reize. Aus einem breiten Spektrum an Therapiekonzepten wie Affolter und Perfetti, Spiegeltherapie, Snoezelen, Robotik und tiergestützter Therapie erstellen sie einen individuellen Behandlungsplan. Für kognitive Störungen entwickeln sie Trainingsprogramme in Zusammenarbeit mit den Neuropsycholog*innen.

Die Musiktherapie arbeitet bei Patienten mit stimmlichem und instrumentalem Medium, aber auch mit Musikaufnahmen, um Patient*innen je nach Phase der Erkrankung in ihrer Vigilanz zu stärken, Sprache zu verbessern, die Aufmerksamkeit und Konzentration zu fördern, aber auch um rhythmisiert das Gehen zu fördern. Sie kann beruhigen und seelisch ausgleichen, um eine schwere Erkrankung psychisch besser zu verarbeiten. Dabei führt der therapeutische Weg vom reinen Hören der Musik in Einzelbehandlung über aktives Improvisieren des Patienten in Zweiersitzung (mit Therapeut*in) hin zu Gruppenimprovisationen, um die Patient*innen wieder in Handlung zu führen. Angehörige werden immer über den Stand der Entwicklung des Patienten informiert und gegebenenfalls in die aktive Musiktherapie mit einbezogen.

Die Logopäd*innen sind spezialisiert auf die Behandlung schwerer Schluckstörungen und ein individuell angepasstes Trachealkanülenmanagement. Verschiedene Verfahren der Dysphagie-Therapie (u.a. facioorale Therapie nach Kay Coombes) werden regelmäßig durch die spezielle fiberoptische Endoskopie (FEES) evaluiert. Ziele sind die Entwöhnung von der Trachealkanüle und der orale Nahrungsaufbau.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Therapie der Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie. Zum Einsatz kommen u.a. technische Verfahren wie die elektrische Stimulation. Für einen Kommunikationsaufbau werden bei Bedarf computergestützte Kommunikationshilfen angepasst. Auch hier werden die Angehörigen intensiv angeleitet, einbezogen und unterstützt.

Die frühe, schrittweise Mobilisation und Aktivierung von schwer betroffenen Patient*innen nach langer Liegezeit im Koma oder nach Schlaganfall stellt besondere Anforderungen an die Physiotherapie. Spezialist*innen mit hoher Fachkompetenz und besonderem Einfühlungsvermögen steht die gesamte Palette der etablierten Methoden (Bobath, PNF, Botulinumtoxin, Redression etc) und der gerätegestützten Verfahren (Erigo, Standy, Motomed, Gangtrainer, Exoskelette) zur Verfügung. Komplementäre Therapien wie Shiatsu und Feldenkrais fördern insbesondere die ganzheitliche Körperwahrnehmung. Jede*r Patient*in erhält ein individualisiertes Trainingsprogramm, das regelmäßig eingeschätzt und angepasst wird.

Die Neuropsychologen*innen als Teil des multiprofessionellen Teams sind von Beginn an in die Behandlung und Therapieplanung involviert. Zentral ist dabei neben der Anamnese und Verhaltensbeobachtung die Diagnostik der so genannten kognitiven Funktionen. Dazu gehören Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Wahrnehmungsleistungen und komplexe Denkprozesse, die das Planen, Reflektieren und Steuern von Handlungen möglich machen. Im Verlauf werden spezielle Stimulations- und Trainingsmethoden angewandt, um eingeschränkte kognitive Funktionen und vorhandene Ressourcen gezielt zu fördern. Die Psychologen*innen begleiten und unterstützen die Patienten*innen im Umgang mit dem einschneidenden Ereignis und der ersten Konfrontation mit ihren Symptomen. Viele Patienten*innen realisieren die Hirnverletzung erst im Verlauf der Rehabilitation, sodass die sensible Heranführung durch geschulte Therapeuten*innen von besonderer Bedeutung für den Krankheitsverlauf ist. Uns ist besonders wichtig, dass die Angehörigen in den Rehabilitationsprozess einbezogen werden, gut aufgeklärt werden und bei Bedarf die passenden internen und externen Ansprechpartner*innen erreichen.
Mehr über die Abteilung Neuropsychologie am Klinikum Spandau erfahren

Die Mitarbeiter*innen des Sozialdienstes unterstützen Patient*innen und ihre Angehörigen bei Fragen zu Folgemaßnahmen wie Rehabilitations- und Pflegemöglichkeiten und koordinieren den Kontakt zu Behörden, Einrichtungen und Kostenträgern, um eine optimale Absicherung während der Behandlung und nach der Entlassung aus der Klinik sicherzustellen.
Hauptaufgaben sind die sozialrechtliche und psychosoziale Beratung und Begleitung der Patienten und deren Angehörigen. In enger Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal, Therapeut*innen und Ärzt*innen unterstützen sie Patient*innen und ihre Angehörigen bei ihrer Entscheidungsfindung und zeigen Möglichkeiten der weiteren Versorgung und Betreuung auf.
„Unsere Abteilung verfügt über eine hohe Expertise in der Behandlung mit Botulinumtoxin in allen neurologischen Indikationen.“

Spezifische Verfahren
Unseren Patienten steht eine breite neurophysiologische und sonographische Diagnostik zur Verfügung und eine viele spezifische therapeutische Verfahren.

Unseren Patienten steht eine breite neurophysiologische und sonographische Diagnostik zur Verfügung:
- Somatosensorisch-evozierte Potentiale (SEP)
- Motorisch-evozierte Potentiale (MEP)
- Elektroencephalographie (EEG)
- Elektroneurographie („Nervenleitgeschwindigkeit“, ENG/NLG)
- Elektromyographie (EMG)
- Bewegungsanalyse
- Duplexsonographische Darstellung der intra- und extrakraniellen Gefäße
- Schluckdiagnostik mittels FEES
- Liquordiagnostik
Durch die Einbettung im Klinikum Spandau und dem übergeordneten Vivantes-Netzwerk können wir auch weitere hochspezialisierte diagnostische und therapeutische Leistungen anderer Fachabteilungen vorhalten. (Urodynamik, Hör- und Sehtests, Broncho-, Gastro, und Koloskopien, kardiologische Funktionsdiagnostik, etc.). Einen besonderen Stellenwert hat hierbei das Zentrum für Ernährungsmedizin in Spandau. Gerade in der wichtigen Phase der Rekonvaleszenz ist eine ernährungsmedizinische Begleitung hochrelevant.
Uns stehen eine Reihe apparativer Therapie-Verfahren zur Verfügung, um den Effekt der Rehabilitation zu erhöhen:
- Funktionelle Elektrostimulation
- Transkranielle Gleichstromstimulation
- Transkutane Rückemnmarksstimulation
- Robotik-Ambulanz mit Endeffektor-Systemen, stationären und mobilen Exoskeletten

Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks können neben der Schwäche auch zu Spastizität betroffener Körperregionen führen. Spastizität kann den Rehabilitationsverlauf behindern und langfristig zu weiteren schweren Komplikationen führen. Ein zentraler Bestandteil des multimodalen und patientenzentrierten Spastikmanagements im Vivantes Klinikum Spandau ist die besondere Expertise für eine Behandlung mit Botulinum-Neurotoxin (BoNT). BoNT führt zu einer Abnahme dieser häufig schmerzhaften und funktionsbehindernden Muskeltonusstörung, verhindert Komplikationen, lindert Schmerz und fördert die Beübbarkeit gelähmter Körperabschnitte. Weitere Indikationen für BoNT in der Rehabilitation sind u.a. vermehrter Speichelfluss oder fokale Dystonien.

Zu eskalierten Therapieverfahren im multimodalen Konzept zur Behandlung der schweren Spastizität gehört die Gabe des antispastisch wirksamen Medikaments Baclofen direkt an dessen Wirkort im Rückenmark. Nach Indikationsstellung und sorgfältiger Testung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Baclofen durch eine Injektion in den Spinalkanal kann in enger Zusammenarbeit mit den neurochirurgischen Kliniken bei Vivantes die Implantation einer Pumpe zur intrathekalen Baclofentherapie (ITB) erfolgen. Über eine unter der Haut liegende Pumpe können niedrige und nebenwirkungsärmere Dosierungen mit hoher Wirksamkeit verabreicht werden, um schwere Spastizität effektiv zu behandeln. Die Einstellung der Pumpe erfolgt im ITB-erfahrenen Ärzt*innenteam der Klinik.
Darüber hinaus ist bei Patient*innen nach neurochirurgischen Erkrankungen oder Eingriffen gelegentlich die Ableitung von Liquor cerebrospinalis („Nervenwasser") notwendig. Hierfür ist gerade nach frisch implantiertem Ablaufsystem eine wiederholte Anpassung des Ventils und bildgebende sowie klinische Kontrolle der Einstellungen unabdingbar. Diese Feinabstimmung kann im Rahmen der Rehabilitation an unserem Haus mit erfolgen und erspart den Patient*innen Verlegungen in die chirurgischen Akut-Häuser.
Für Patientinnen und Patienten
Die Neurorehabilitation am Vivantes Klinikum Spandau begleitet Patient*innen vom stationären Start bis zur ambulanten Weiterbehandlung, sicher, individuell und wohnortnah. Wir starten früh auf der Intensivstation und bieten individuelle Betreuung, Robotiktherapien wie Lokomat, Ekso GT, G-EO sowie Neuropsychologie ambulant alltagsnah.
Stationäre Behandlung
Die Frührehabilitation beginnt in unserer Klinik bereits auf der Intensivstation.

Die Frührehabilitation beginnt in unserer Klinik auf der Intensivstation mit täglichen chefärztlichen Visiten, die durch ein multidisziplinäres Team aus Fachärzt*innen der Anästhesie, Neurologie und Neurochirurgie geführt wird. In enger Abstimmung mit dem Weaningzentrum der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie begleiten wir Patient*innen zur Unabhängigkeit von der künstlichen Beatmung. Das ärztliche, pflegerische und atmungstherapeutische Team rund um Dr. Ruf hat sich hierbei über die letzten Jahre eine hohe Expertise in den besonderen Weaningbedürfnissen neurologischer Patient*innen erarbeitet.
Sofern keine intensivmedizinische Überwachung mehr notwendig ist, wird die Frührehabilitation auf unserer Station 21 fortgesetzt. Manche Patient*innen können direkt hier ihre Rehabilitation antreten, für viele ist dies ab Entfernung der Trachealkanüle möglich. Die spezifischen Therapien der Physio-, Ergotherapie und Logopädie, sowie die neuropsychologische Behandlung werden im selben Umfang fortgesetzt, aber laufend an die wechselnden Bedürfnisse bei steigender Selbstständigkeit angepasst. Selbstverständlich erfolgt weiterhin die ärztliche und pflegerische Behandlung, sodass die Versorgung während dieser akuten Krankheitsphase weiterhin auch medizinisch abgesichert ist.
Nach Entwöhnung von der Beatmung besteht oft weiterhin ein intensivmedizinischer Überwachungsbedarf, sei es wegen einer Bewusstseinsstörung, einer einliegenden Trachealkanüle oder instabiler Kreislaufverhältnisse. Auf unserer Station 81 können Patient*innen weiterhin nach allen Regeln der Kunst betreut werden, und gleichzeitig ein Maximum an rehabilitativen Therapien erhalten. Unsere Therapeut*innen sind im Umgang mit den schwersten Verläufen neurologischer Erkrankungen vertraut, und können darum früh und ohne Berührungsängste ein vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Patient*innen aufbauen. Ein ebenerdiger Zugang ermöglicht auch trotz notwendiger Überwachung den Ausflug auf unsere Terrasse, wo zum Teil Therapien auch im Freien erfolgen können.
Ärztlich wird der Bereich neben neurologischer Expertise auch mit internistischen und anästhesiologischen Fachärzt*innen verstärkt, um den besonderen Bedürfnissen unserer schwer kranken Patient*innen gerecht zu werden.
Sie können wahlweise Ihre Früh-Rehabilitation auch auf unserer Komfortstation antreten, sofern kein intensivmedizinischer Überwachungsbedarf mehr besteht. Sämtliche Zimmer verfügen hierbei über Balkone und sind in Ein- oder Zweibett-Ausstattung verfügbar. Hier ist nach Absprache auch die Unterbringung eines Angehörigen im Zimmer möglich. Inhaltlich besteht kein Unterschied in der Anzahl der Therapieeinheiten oder der Intensität Ihrer Therapie.
Ambulante Behandlung
Nach Abschluss der Rehabilitationsmaßnahmen besteht oft ein weiterer Bedarf zur Anschluss-Therapie. In unserer Ambulanz können Sie hier ärztliche und therapeutische Angebote in Anspruch nehmen.
Robotik-Ambulanz
Roboterunterstützte Therapien mit dem Lokomat Pro ermöglichen bei allen neurologischen Störungen der Mobilität ein intensives Training durch eine Gelenkführung der Beine mittels schienendem Exoskelett-Modus schon in frühen Phasen der Neurorehabilitation.
Der Lokomat Pro erlaubt ein physiologisches Gangbild, gibt konstant ein Feedback der wichtigsten Gangparameter und der erzielten Patientenleistung - sowohl für den Patienten (Biofeedback) als auch den Therapeuten. Eine Dokumentation von Therapiefortschritten ist einfach möglich. Diese Art der Rückmeldung "belohnt", motiviert und hilft Bewegungsabläufe länger und mit mehr eigenem Einsatz zu trainieren. Dies unterstützt die neuroplastischen Veränderungsmöglichkeiten und damit das Wiedererlernen von Mobilität.
Das Ekso GT ist ein ‚anziehbares‘ sowie batteriebetriebenes Exoskelett (Außenskelett). Es ist primär konzipiert für den Einsatz in der (Neuro-)Rehabilitation und es erlaubt Patienten mit Lähmungen der Beine auf ebener Fläche zu stehen und zu gehen. Besonders nach Verletzungen des Rückenmarks, nach Schlaganfall mit einseitiger Lähmung sowie Schädelhirntrauma, Multipler Sklerose oder bei Kleinhirnschäden ist es hervorragend dazu geeignet, das Stehen und freie Gehen im Raum zu trainieren. Das Ekso bietet dabei die Vorteile eines Steh-, Balance- und Gangtrainers in einem System.
Ziele sind dabei u.a. die Verbesserung von Gehfähigkeit, Gehgeschwindigkeit, Gehstrecke und Balance. Zudem ist es für Patienten extrem motivierend, sich mit dem Ekso GT aufrecht und frei im Raum fortzubewegen. Die hohe Wiederholungszahl von aktiven Schritten fördert die Neuroplastizität und hilft ein deutlich besseres Rehabilitationsergebnis zu erzielen.
Das G-EO-System ist das weltweit modernste Endeffektor-System zur Gangrehabilitation. Neben der Gangrehabilitation unterstützt es das Erlernen des Treppensteigens nach oben und unten durch verschiedene Trainingsprogramme. Das System ist in der Lage, jeden Bewegungsablauf des menschlichen Ganges vollständig zu simulieren. Damit können wir für jeden Patienten ein perfekt maßgeschneidertes Übungsprogramm zusammenstellen. Die integrierte funktionelle Elektrostimulation für bis zu sechs Muskelgruppen unterstützt den Muskelaufbau.
Terminvereinbarung Ambulanz
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an neuroreha.ksp@vivantes.de oder telefonisch
an die 030 130 131600.
Seit 2024 unterstützt das Vivantes Klinikum Spandau die ambulante Versorgung von Menschen, die mit einer neurologischen Erkrankung oder nach einer akuten Hirnverletzung psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollen.
Wenn Sie als Betroffene oder Betroffener nach Abschluss der stationären Rehabilitationsmaßnahmen in Ihr gewohntes Wohn- oder Arbeitsumfeld zurückkehren, sind Sie vielleicht mit verschiedenen Eindrücken konfrontiert.
Vielleicht stellt sich Erleichterung ein, Vertrautem wieder zu begegnen? Vielleicht bemerken Sie auch, dass sich doch vieles ganz anders anfühlt?
Betroffene berichten oftmals von einer reduzierten Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf, von einer schnelleren Ermüdung oder niedrigeren Frustrationstoleranz. Nicht selten entstehen daraus Sorgen um die berufliche Zukunft, die Partnerschaft oder Familie.
Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt mit unserer Neuropsychologischen Ambulanz auf.
Für Angehörige und Betreuer*innen
Wir bedauern die schwere Erkrankung Ihres/Ihrer Angehörigen, und möchten ihm/ihr die bestmögliche Versorgung zukommen lassen. Unsere Station ist zum Schutz der Patient*innen von außen verschlossen. Bitte benutzen Sie die Klingel am Eingang im Foyer.
Wichtig sind Ihre Kontaktdaten für Notfälle. Insbesondere Betreuer*Innen oder Bevollmächtigte müssen wir bezüglich Einwilligungen zu Untersuchungen kontaktieren können. Bitte geben Sie dazu eine (Handy-) Telefonnummer, E-Mail, und wenn möglich auch eine Faxnummer an. Wir möchten Sie bitten, alle Betreuungsvollmachten und Verfügungen, sowie alte Befunde und Arztbriefe mitzubringen.
In den ersten Tagen befinden sich unsere Patient*innenin einer sogenannten Schutzisolation/ Aufnahmeisolation. Diese Maßnahme dient der Vermeidung von Infektionen durch (Krankenhaus-) Keime und ist in der Hygieneordnung vorgeschrieben.
Ihr*e Angehörige*r wird die kommenden Wochen ein individuelles Therapieprogramm erhalten, das an die individuellen Bedürfnisse angepasst wird. Es setzt sich aus aktivierender-therapeutischer Pflege, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, sowie neuropsychologischer Diagnostik und Behandlung zusammen. Darüber hinaus begleiten wir die Rehabilitation ärztlich und werden gegebenenfalls die Medikamente anpassen, Shunt-Einstellungen vornehmen, oder zusätzliche Diagnostik veranlassen.
Wir legen großen Wert auf Ihre Begleitung als Angehörige oder Betreuer*innen und möchten Sie im Verlauf gut über das Krankheitsbild aufgeklärt wissen. Unsere Neuropsychologen*innen nehmen in der Regel bereits in der Kennlernphase Kontakt mit Ihnen auf. Fragen Sie bei Interesse auch gern nach.
Kontakt
Werktags 08:00 bis 17:00 Uhr sind unsere Medizinischen Fachangestellten erreichbar unter
und stehen Ihnen für logistische Fragen und Terminierung von ärztlichen Rückrufen zur Verfügung.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Gründen des Datenschutzes keine telefonische Auskunft über Ihre Angehörigen erteilen dürfen.
Unsere Patient*innen sollen sich auf die Therapien konzentrieren. Daher bitten wir Sie, Ihre Besuche werktags zwischen 15:00 und 19:00 Uhr und an Wochenenden zwischen 12:00 und 19:00 Uhr zu planen, da vorher die Mehrzahl an Visiten, Therapie-Einheiten, Pflegemaßnahmen, und Untersuchungen stattfinden. Es sind dabei täglich zwei Besucher*innen pro Patient*in (mit Ausnahme kleiner eigener Kinder der Patient*innen) möglich.
Bitte bringen Sie Speisen und Getränke nur nach ausführlicher Rücksprache mit unserem medizinischen Personal mit. Oft haben unsere Patient*innen Schluckstörungen und das gut gemeinte Mitbringsel entpuppt sich als Gefahr.
Leitung der Klinik
Unser Oberärzt*innen der Neurorehabilitation und des Zentrums für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte in Spandau
- Dr. med. Katrin Schiemenz katrin.schiemenz@vivantes.de
- Dr. med. Anatol Kivi anatol.kivi@vivantes.de
Allgemeiner Kontakt
Telefon: 030 130 13 16 01
E-Mail: neuroreha.ksp@vivantes.de
Adresse und Anfahrt
Vivantes Klinikum Spandau
Neue Bergstraße 6
13585 Berlin-Spandau
Intensivstation 11
Haus 26, 1. OG
030 130 13 21 11
Besuchszeiten 16 - 19 Uhr
Station 81
Haus 30, EG
030 130 13 50 81
Besuchszeiten Montag bis Freitag 15 - 19 Uhr, Samstag und Sonntag 12 - 19 Uhr
Anfahrt zum Klinikum Spandau
Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
- U7 bis Haltestelle "Rathaus Spandau" oder mit der/dem S5, RE2, RE4, RE6, RB10, RB13, RB14 bis Haltestelle "Bahnhof Spandau"
- Bus 136, 236 ab Bahnhof/Rathaus Spandau bis Haltestelle "Neue Bergstraße", 4 Gehminuten entfernt
- Bus M45 bis Haltestelle "Hügelschanze", 7 Gehminuten entfernt








