Informationen für Betroffene von psychischen Erkrankungen

Sie haben das Gefühl, Ihre aktuelle Lebenssituation lässt sich nicht bewältigen? Erfahren Sie, wie Sie eine psychische Krise erkennen und wo Sie Unterstützung bei Vivantes erhalten. 

Akute psychische Krise oder Suizidgedanken? Suchen Sie die Notaufnahme auf.

Suchen Sie bei einer akuten psychischen Krise oder Suizidgedanken bitte unverzüglich die nächstgelegene Notaufnahme auf. Wenn möglich, informieren Sie eine vertraute Person, damit sie Sie begleiten kann.

Eine Krise erkennen

Unter einer Krise wird der Verlust des seelischen Gleichgewichts verstanden, den ein Mensch verspürt, wenn er mit Ereignissen und Lebensumständen konfrontiert wird, die er im Augenblick nicht bewältigen kann, da sie seine individuellen Bewältigungsstrategien überschreiten.

Veränderung als Auslöser einer Krise

Plötzlich veränderte Lebensbedingungen, langanhaltende belastende Lebensbedingungen sowie mehrheitlich auch ein bestehendes innerpsychisches Ungleichgewicht sind häufig auslösend für eine Krise. In einer Krisensituation erlebt sich ein Mensch in einem Zustand tiefer emotionaler Erschütterung. Häufig stehen Gefühle von Angst und Hilflosigkeit im Vordergrund. Auch kommt es zu einer Infragestellung bisheriger Werte und Ziele. Den üblichen Anforderungen des Alltags wird nicht mehr standgehalten, was zu weiteren finanziellen und sozialen Schäden führen kann.

Stationäre Krisenintervention

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten der Krisenintervention. Der Berliner Krisendienst ist rund um die Uhr erreichbar. Der Berliner Krisendienst ist in sechs Regionen mit neun Standorten für alle Berliner Bezirke präsent. Hilfesuchende können mit den Beratern telefonisch Kontakt aufnehmen oder den nächstgelegenen Standort aufsuchen, um vor Ort ein Gespräch zu führen – ohne Voranmeldung, kostenlos und auf Wunsch anonym. Der Krisendienst übernimmt die Vermittlung passender Beratungs- und Selbsthilfeangebote ebenso wie die Vereinbarung von Folgegesprächen.

Das Ziel der stationären Krisenintervention ist Hilfe zur Selbsthilfe, und zwar zu aktiver konstruktiver und innovativer Bewältigung und zu einer Wiedergewinnung selbstständiger Handlungsfähigkeit. Zunächst wird die Situation gemeinsam mit dem Patienten analysiert sowie Bewältigungsmöglichkeiten und Ressourcen exploriert. Zur Problembearbeitung gehört im Zuge der Problemanalyse eine Zieldefinition. Teil dieses Prozesses ist auch die Möglichkeit zur emotionalen Entlastung. Gleichzeitig wird mit dem Patienten die Rückkehr in den Alltag vorbereitet und der Transfer des Gelernten sowie weitere Hilfsmöglichkeiten besprochen.

Jeder hat in seinem Leben schon Krisen gemeistert - sie sind normaler Bestandteil fast jeden Lebens. Wenn aber die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, kann eine stationäre Kriseninterventionsbehandlung hilfreich sein. Neben dem entlastenden Abstand zu der überfordernden Situation bietet sie psychotherapeutische Gesprächsmöglichkeiten, Austausch mit anderen Menschen, die nach Lösungen suchen sowie konkrete sozialarbeiterische Beratung und Information. Die meist kurze (ca. 7-10 Tage) dauernde Behandlung wird überregional angeboten und findet auf einer kleinen, offen geführten Station statt.

Alkoholprobleme: Vom Vergnügen zum Verlangen

Wenn aus Vergnügen Verlangen wird, oder aus Genuss ein Muss und Alkohol eine immer größere Rolle in Ihrem Alltag spielt, sind Sie vielleicht in eine Situation geraten, die Ihnen zu entgleiten droht. Alkohol zu trinken, gehört weit verbreitet zum ‚guten Ton’. Es gibt viele Gründe und Anlässe, miteinander anzustoßen. Die anderen trinken ja auch! "9,5 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. […] Etwa 1,3 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie - oft erst viel zu spät nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit."(Quelle: Pressemitteilung, 6.6.13 Bundesministerium für Gesundheit)

Schädliche Nebenwirkungen von Alkohol

Wer regelmäßig Alkohol trinkt, kennt schädliche Nebenwirkungen, wie zitternde Hände, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen, Kopf- und Gliederschmerzen. Versteckt sich nicht vielleicht hinter manch einem Magen-Darm-Problem eigentlich ein Kater? Ob sich aus einem schädlichen Konsum eine Abhängigkeitserkrankung entwickelt, ist schicksalhaft. Aus Schicksal wird wieder Selbstbestimmung, wenn Sie sich für einen therapeutisch begleiteten Weg entscheiden.

Nehmen Sie Kontakt zu der Vivantes FachklinikIhres Bezirks auf. Wir helfen Ihnen berlinweit, durch kompetente Beratung, qualifizierte Entzugsbehandlungen und bieten eine wohnortnahe Rehabilitation in der Hartmut-Spittler-Fachklinik in Schöneberg an.

Trauma-Folgestörungen: Dem Trauma entgegenwirken

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens eine traumatische Situation, beispielsweise einen Unfall, Naturkatastrophe oder andere Unglücksfälle, die in den meisten Fällen von ihnen überwunden werden, ohne dass sich daraus eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt.

Außergewöhnliche bzw. extreme Belastungserfahrungen können in bestimmten Fällen die betroffenen Personen allerdings in ihren persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten so überfordern, dass kurz- oder längerfristige seelische Erkrankungen entstehen. Anhaltende Schlafstörungen, unwillkürliches Wiedererleben / Erinnern der traumatischen Situation oder gesteigerte ängstliche Unruhe können auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten.

Um dieser vorzubeugen oder bereits bestehende Störungsbilder fachgerecht zu behandeln, wird neben der stationären Krisenintervention ein psychotherapeutisches Behandlungsangebot in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) vorgehalten, dessen Art und Umfang individuell vereinbart wird.

Selbsthilfe: Rat auf Augenhöhe

In Selbsthilfegruppen findet man Rat auf gleicher Augenhöhe, das bedeutet Betroffene unterstützen Betroffene. Nach einer schwerwiegenden Diagnose oder wenn man lernen muss, mit einer seelischen Erkrankung zu leben, suchen viele Patientinnen und Patienten den Rat von Menschen, die in einer vergleichbaren Situation sind. Das Erfahrungswissen dieser Menschen hat für viele einen hohen Stellenwert.

Auf einer anderen Ebene als mit einem Arzt oder Psychotherapeut können Betroffene ihre Erfahrungen und den Umgang damit austauschen und ganz offen auch über Themen sprechen, die mit professionellen Helfern nicht so einfach zu besprechen sind, z.B. Nicht-Einnahme von Medikamenten, Verhalten gegen den ärztlichen Rat usw. Hier kann die Sicht von "Gleichgesinnten" sehr hilfreich sein.

Ob man sich in einer Selbsthilfegruppe gut aufgehoben fühlt, oder ob einen das Sprechen über die eigene Erkrankung oder die von anderen Menschen eher belastet, muss man selbst herausfinden.