
Endometriose – häufig, aber oft unerkannt
Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Eine frühzeitige Diagnose hilft, Beschwerden zu lindern.
Endometriose frühzeitig erkennen und gezielt behandeln
Endometriose kann Schmerzen, Zyklusstörungen und einen unerfüllten Kinderwunsch verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Behandlung helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine gutartige, aber oft chronisch verlaufende Erkrankung, die lange Zeit in der Bevölkerung nur wenig bekannt gewesen ist. Dabei sind etwa 10 bis 20 Prozent aller Frauen im Alter von 15 bis 45 Jahren betroffen.
Sie entsteht, wenn sich Schleimhautgewebe aus der Gebärmutterhöhle im Bauchraum absiedelt. Dies kann typischerweise am Bauchfell, an den Eierstöcken und Eileitern, der Harnblase oder dem Darm passieren. Endometrioseherde unterliegen dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone und können in Abhängigkeit vom Zyklus bluten, sich entzünden, vernarben und Verwachsungen im Bauch oder Eierstockzysten bilden.
Symptome bei Endometriose

Je nach Lokalisation der Endometrioseherde können vielfältige Symptome auftreten. Am häufigsten wird von verstärkten Schmerzen kurz vor und während der Regelblutung berichtet. Weitere mögliche Beschwerden sind:
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen und Blutbeimengung beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen
- Zyklusabhängig wechselnde Neigung zu Verstopfung oder Durchfall
- Chronische Unterbauchschmerzen
- Ungewollte Kinderlosigkeit
Häufig steht die Ausprägung der Endometriose nicht im Zusammenhang mit der Stärke der Beschwerden. Auch kleine Herde können zu ausgeprägten Symptomen führen und umgekehrt.
„Endometriose kann den Alltag und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, Beschwerden ernst zu nehmen, eine sorgfältige Diagnostik zu ermöglichen und gemeinsam einen passenden Behandlungsweg zu finden.“

Endometriose: Diagnostik & Behandlung
Ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und die gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall bringen oft schon entscheidende Hinweise darauf, ob eine Endometriose vorliegt. Wir können dies bei einer diagnostischen Bauchspiegelung in Vollnarkose, bei der wir Gewebeproben entnehmen und analysieren, abklären. Hierbei können auch gleich Herde und Zysten entfernt und Verwachsungen gelöst werden. Dadurch bessern sich die Beschwerden häufig schon deutlich. Zudem kann auch die Gebärmutterhöhle gespiegelt und bei unerfülltem Kinderwunsch die Eileiter auf Durchgängigkeit geprüft werden.
Endometriose wird langfristig mittels hormoneller Therapie behandelt. So kann zum Beispiel die Pille durchgehend eingenommen oder eine Hormonspirale eingelegt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass die Endometrioseherde wachsen oder sich neu bilden. Kombiniert mit guter Schmerztherapie und zusätzlichen Techniken wie Akupunktur, Tai-Chi oder Yoga erreichen wir meist eine lange beschwerdefreie Zeit.
