Psychotherapie: Die Behandlung der Seele

In der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen nimmt die Psychotherapie eine grundlegende Rolle ein. Innerhalb der Therapie kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung, bspw. die Verhaltenstherapie.

Was ist Psychotherapie?

Wörtlich übersetzt bedeutet Psychotherapie „Behandlung der Seele“ bzw. Behandlung seelischer Probleme. In der Psychotherapie werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und behandelt. Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen mit Krankheitswert, dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge, Psychosen oder psychosomatische Erkrankungen. Auch werden psychotherapeutische Maßnahmen als Ergänzung zu medizinischer Behandlung eingesetzt. Psychotherapie ist eine gezielte Behandlung einer psychischen Krankheit. Die Behandlung soll auf ein bestimmtes Ziel bezogen und somit zeitlich begrenzt sein.

Ihre persönliche Bereitschaft zur Psychotherapie hat großen Einfluss auf den Therapieerfolg. Je größer Ihre Motivation ist, sich mit Ihren Problemen auseinander zu setzen und daran zu arbeiten, desto besser sind Ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie.

Psychotherapeutische Verfahren

Psychotherapie findet im stationären, im teilstationären sowie im ambulanten Setting statt. Der Behandlungsrahmen wird je nach individuellen Möglichkeiten und individueller Ausprägung der Störung festgelegt. Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten zurzeit Therapien in einem der folgenden drei Verfahren: 

  1. die Verhaltenstherapie, 
  2. die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie 
  3. die analytische Psychotherapie.

Was ist Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie umfasst eine Gruppe von Behandlungsverfahren, die auf experimentalpsychologischen Erkenntnissen, insbesondere der Lernforschung, basieren. Die Grundidee ist, dass störungsbedingtes Verhalten erlernt wurde und auch wieder verlernt werden kann, bzw. dass angemessenere Denk- und Verhaltensweisen erlernt werden können.

Verhaltenstherapie setzt an den prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Problembedingungen an, ist ziel- und handlungsorientiert und stellt "Hilfe zur Selbsthilfe" dar.

Bei welchen Beschwerden kann die Verhaltenstherapie eingesetzt werden?

Verhaltenstherapeutische Methoden werden bei vielen psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt:

Wie "funktioniert" Verhaltenstherapie?

Da sich eine Vielzahl verschiedener verhaltenstherapeutischer Methoden entwickelt hat, gibt es nicht ein einziges verhaltenstherapeutisches Standardverfahren. Üblicherweise steht jedoch am Beginn einer verhaltenstherapeutischen Behandlung eine Verhaltens- und Problemanalyse, in der die Probleme des Patienten in Abhängigkeit zu ihren aufrechterhaltenden Bedingungen und im Hinblick auf ihre Konsequenzen untersucht werden. Ein weit verbreitetes Vorgehen ist dabei die Verhaltensanalyse nach F. Kanfer, das so genannte SORKC-Modell. Diese Verhaltensanalyse bezieht neben der Untersuchung von Reiz-Reaktions-Zusammenhängen auch Gefühle, Gedanken und körperliche Prozesse mit ein.

Nach der Verhaltens- und Problemanalyse erfolgt gemeinsam mit dem Patienten die Bestimmung und Konkretisierung der Therapieziele, aus denen der Therapeut die einzusetzenden Interventionen auswählt und in Rücksprache und mit Zustimmung des Patienten einsetzt.

Verhaltenstherapien werden in unseren Berliner Einrichtungen durchgeführt. 

Ergotherapie in der Psychiatrie

Ergotherapie – abgeleitet vom griechischen „ergon“ (Tat, Handlung, Werk) – ist eine ganzheitliche Therapieform, die den handelnden Menschen ins Zentrum stellt. Ergotherapie geht davon aus, dass Tätigsein und gesellschaftliche Teilhabe menschliche Grundbedürfnisse sind und dass gezielt eingesetzte Betätigung therapeutische und gesundheitsfördernde Wirkung hat.

Im Rahmen der Ergotherapie werden, je nach Behandlungsschwerpunkt, handwerklich-gestalterische Mittel, Arbeiten am Computer oder alltagsorientierte Betätigungen angeboten. Hierbei stehen das eigene Kompetenzerleben und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit im Vordergrund.

Ziele von Ergotherapie

Das wesentliche Ziel einer ergotherapeutischen Behandlung ist es, ein Maximum an Lebensqualität zu sichern und eine größtmögliche Selbständigkeit in allen Bereichen der persönlichen, häuslichen und beruflichen Lebensführung zu erreichen. In der Psychiatrie bedeutet das vor allem:

  • Regulierung von Trieb, Motivation und Belastbarkeit
  • Förderung sozialer Kontakte
  • Verbesserung des Selbstwerts und der Selbsteinschätzung
  • Abbau von Ängsten und Aggressionen
  • Verbesserung der Konzentration und Merkfähigkeit
  • Förderung von Ausdauer, Flexibilität und Eigenständigkeit in der Tagesstrukturierung

Ergotherapie findet sowohl in Gruppen, als auch in Einzeltherapien statt und wird in ihrer Zielführung individuell auf den Patienten abgestimmt.