Übersicht der Klinik für Allgemeinpsychiatrie in Reinickendorf
In der Klinik für Allgemeinpsychiatrie wird das gesamte psychiatrische Spektrum behandelt von akuten bis chronischen Krankheitsbildern.
Leistungsspektrum
Wir behandeln das gesamte psychiatrische Spektrum. Das bedeutet, dass wir sowohl
- akute psychotische Krankheitsbilder, hinter denen sich sowohl körperliche als auch
- seelische Krankheiten verbergen können,
- suchtmedizinische Fragestellungen,
- Psychiatrie des älter werdenden Menschen (Gerontopsychiatrie) als auch
- bipolare und schizophrene Störungen diagnostizieren und entsprechende Therapiekonzepte anbieten.
Es ist für alle Beteiligten immer einfacher, mittels ärztlicher Einweisung in die Klinik zu kommen, selbstverständlich halten wir aber auch 24/7 einen ärztlichen Notfalldienst bereit.
Eine besondere Expertise haben wir im Bereich der sogenannten ‚affektiven Störungen‘, das bedeutet, dass wir uns in der Diagnostik und Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen (z.B. Panikstörung, generalisierte Angsterkrankung) und bipolaren Störungen besonders gut auskennen.
Jede*r unserer Fachärzte*innen hat mindestens einen Schwerpunktbereich: Geriatrie, Suchtmedizin, Traumatherapie, psychosomatische Medizin, komplexe psychische Krankheitsbilder (z.B. schizophrene Störungen), Sozialpsychiatrie, seelische Frauengesundheit – dementsprechend sind unsere Stationen auch aufgebaut. Lediglich im Akutbereich ‚mischen‘ sich verschiedene Krankheitsbilder, sobald wie möglich erfolgt jedoch die Verlegung auf entsprechend spezialisierte Stationen. Analog dazu sind auch unsere Tageskliniken und Ambulanzen strukturiert.
- Notfallpsychiatrie und Krisenintervention (Station 1.1.)
- Chronifiziert verlaufende psychische Erkrankungen (Station 1.2.)
- Gerontopsychiatrischen Krankheitsbildern (Station 2)
- Komplex verlaufende psychische Erkrankungen (sog. severe mental illness Patient*innen, Station 3)
- Affektiven Störungen (Station 4)
- Psychosomatischen Erkrankungen (Station 4)
Zu jeder dieser stationären Einheiten gehören eine Tagesklinik und eine psychiatrische Institutsambulanz, sodass die Patienten*innen während aller Phasen der Erkrankung in Behandlung bleiben können.
Die klinische Psychiatrie verstehen wir als eine Fachrichtung, die sich sowohl aus der somatischen Medizin, der Neurobiologie, aus der Psychopathologie und der modernen Psychologie und Psychotherapie ableitet.
Während aller stationären Therapien liegt der Fokus auf Psychotherapie und einer speziell auf die vorliegende Erkrankung abgestimmte Pharmakotherapie. Dabei wird, wo immer möglich, Polypharmazie vermieden (mehrere Medikamente vor allem aus einer Gruppe, also z.B 2 Antidepressiva, oder mehrere Neuroleptika).
Der individuelle Therapieplan, der natürlich auch auf die Schwere der akuten Episode Rücksicht nimmt, wird zusammen mit den Patienten*innen besprochen.
Die Klinik für Allgemeinpsychiatrie bietet:
- Einzel- und Gruppenpsychotherapie
- Psychoedukation
- soziales Kompetenztraining
- Entspannungstherapien
- Musiktherapie
- Qui Gong
- Ergotherapie
- Theatertherapie und
- sportliche Aktivitäten
Nach der Behandlung besteht eine enge Vernetzung mit den Tageskliniken und den Institutsambulanzen im Ambulatorium des Departments für Seelische Gesundheit.
Akut- und Notfallpsychiatrie
Die psychiatrische Notfall-Station im Humboldt-Klinikum ist für die Versorgung aller psychiatrischen Notfälle des Bezirks Berlin-Reinickendorf da.
Der Notfall- und Kriseninterventionsbereich (Station 1.1) im Humboldt-Krankenhaus dient dazu, schwere psychische Erkrankungen, die mit Eigen- oder Fremdgefährdung einhergehen, zu behandeln. Ziel ist, dass die spezifische weiterführende Therapie zeitnah möglich ist.
Häufig treten im Rahmen der psychiatrischen Notfall- und Krisenbehandlung schwierige Situationen auf. Um diese zu entspannen, Patienten*innen und Mitarbeitende zu schützen, und eine sichere Behandlungsumgebung zu schaffen, sind alle Mitarbeiter*innen speziell in Deeskalation geschult.
Diesem speziellen Teil der Station 1 fällt die Behandlung eher chronisch verlaufender, aber mit schweren akuten Krankheitsschüben einhergehenden seelischen Erkrankungen zu.
Das Setting ist vor allem komplementärtherapeutisch ausgerichtet, das heißt, hier wird der Schwerpunkt auf
- Wiedereingliederung in den Alltag,
- (Wieder)erlangung sozialer Kompetenzen und
- die Regelung der Grundversorgung (Wohnsituation, Finanzielles) gelegt.
Unter den Begriffen ‚Notfallpsychiatrie‘, psychische Krise‘, ‚akuter Schub‘ kann sich sehr viel verbergen: von der Intoxikation mit Alkohol oder Drogen über ängstigende psychotische Symptome (z.B. Stimmen hören, sich verfolgt oder bedroht fühlen, selbst wenn alle versichern, das sei nicht so, Dinge im Radio oder Fernsehen auf sich beziehen…), Angstattacken mit Herzrasen und Atemnot, dass man denkt, man hat einen Herzinfarkt, obwohl das schon 10 Mal abgeklärt wurde, Selbstmordgedanken oder -pläne, ein erfolgter Selbstmordversuch, akute Verwirrtheitszustände oder Verhaltensänderungen bei Demenzkranken, enthemmte Zustände mit nicht mehr kontrollierbarem, aggressiven oder schädigenden Verhalten – die Liste ist lang.
All diese Zustandsbilder werden bei uns sorgfältig diagnostiziert und entsprechend behandelt. Dieses geschieht in unserem Kriseninterventionsbereich der Station 1.
Ein psychiatrischer Notfall ist immer ein belastendes Ereignis für die Betroffenen und deren Umfeld.
Im Zusammenhang mit der Notfallpsychiatrie gibt es viele Ängste. Einige davon würden wir gerne nehmen, denn eine psychiatrische Klinik ist weder ein Gefängnis noch ein Ort für psychisch erkrankte Straftäter, sondern Teil eines Krankenhauses, in dem nach modernen Gesichtspunkten behandelt wird.
Psychotische, bipolare & schizoaffektive Störungen
Bei komplexen psychischen Krankheitsbildern kommt es besonders auf eine klare Diagnostik und eine engmaschige ärztliche Versorgung an – genau darauf ist die ABS-Station im Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf spezialisiert.
Auf der Station 3 werden die Patienten*innen behandelt, bei denen die ganz akute Symptomatik zwar abgeklungen ist, bei denen aber dennoch eine intensive medizinisch-ärztliche Versorgung erforderliche ist. Auch Patienten*innen mit
- komplexen psychischen Krankheitsbildern,
- häufigen Rückfällen,
- langwierigen Verläufen und
- psychosozialen Herausforderungen werden hier behandelt.
Auf dieser Station geht es neben der Anpassung der Medikation vor allem um die enge Kooperation mit dem Sozialdienst und mit den versorgenden Einrichtungen im Bezirk.
Das Therapie-Angebot auf Station 3 im Humboldt-Krankenhaus ist bedarsforientiert und besteht vor allem aus sozio- und komplementärtherapeutischen Maßnahmen, u.a.
- Ergo-,
- Kunst-,
- Bewegungs-,
- Sport-,
- Musik- und
- Theatertherapie sowie
- Maßnahmen der Teilhabe.
Ferner legen wir viel Wert auf Wiedereingliederung der Patient*innen in das „richtige“ Leben und unterstützen sie dabei.
Selbstverständlich sorgen wir auch dafür, dass die Medikation – so viel wie nötig, so wenig möglich – angepasst wird. In psychologischen Therapiegesprächen werden aktuelle Probleme, die zur Krankheit oder einem Rückfall geführt haben, besprochen und individuelle Krisenpläne erarbeitet.
Die Klinik für Allgemeinpsychiatrie im Department für Seelische Gesundheit im Humboldt-Klinikum ist Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen und von ihr als spezialisierte Einrichtung zertifiziert. Neben unserem stationären Angebot kann die Behandlung in einer spezialisierten Tagesklink oder Ambulanz fortgeführt werden. Zu uns kommen Patient*innen aus ganz Deutschland.
Auch nicht so ‚eindeutige‘ bipolare Erkrankungen wie
- Diagnostik Bipolar-II
- Diagnostik Bipolar-III
- Mischzustände
- Rapid Cycling mittels Life Chart
können unsere Ärzt*innen und Therapeut*innen sicher diagnostizieren und therapieren.
Die Erkrankungen des Psychosespektrums diagnostizieren wir ebenso mit differentialdiagnostischem Ansatz und nicht aufgrund eines kurzen Querschnitteindrucks.
Affektive Störungen
Das Zentrum für affektive Störungen der psychiatrischen Station 4 im Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf ist auf die Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen und bipolaren Störungen spezialisiert.
Von affektiven Störungen spricht man, wenn Stimmungsveränderungen krankhaft werden – sich also von ganz normalen Stimmungsschwankungen unterscheiden. Dies kann sich in depressiv-gehemmten Phasen oder in manisch-gehobenen Stimmungslagen äußern. Wechseln sich manische und depressive Phasen ab, spricht man von einer bipolaren Störung.
Affektive Störungen können akut oder chronisch, einmalig oder wiederkehrend sein.
Welche Formen der affektiven Störungen gibt es?
- Depressionen
- Angsterkrankungen
- Bipolare Störung
- Ausführliche Diagnostik
- Erstellung eines individuellen Therapieplanes mit psychotherapeutischen, medikamentösen und anderen (Kunst- Musik-, Theater-) Elementen
- Planung der weiteren Therapie nach dem Aufenthalt auf der Station
Wichtig: Bitte beachten Sie, dass das Humboldt-Klinikum ein Akutkrankenhaus und keine Psychotherapieklinik oder Reha-Einrichtung ist. Deswegen ist die stationäre Therapie zeitlich begrenzt. Wir streben eine schnellstmögliche Wiedereingliederung an und unterstützen Patienten*innen dabei durch stationsersetzende Angebote.
Angehörigengespräche
Eine psychische Erkrankung führt im Verwandten- und Freundeskreis der Betroffenen oft zu Veränderungen im Alltag, die bei Angehörigen mit belastenden Gefühlen (Erleben von Hilflosigkeit, Trauer, Ärger) einhergehen können.
Unsere Angehörigengruppe stellt ein Angebot dar, das Sie durch Aufklärung über verschiedene psychische Erkrankungen sowie den Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen entlasten kann.
Im Rahmen der Psychoedukation wird Wissen zu den verschiedenen Krankheitsbildern (u.a. Symptome, Frühwarnzeichen, Behandlungsmöglichkeiten) vermittelt. Dies beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene im Krankheitsverlauf sowie mit der eigenen Selbstfürsorge.
Anschließend besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Angehörigen zum jeweiligen Thema der Sitzung auszutauschen.
Wann: Montags, 15 Uhr. Dauer 50 Minuten. Die Termine finden 1x monatlich statt und werden psychotherapeutisch angeleitet.
Sie können regelmäßig oder nur an einzelnen Terminen teilnehmen.
Wo: Ambulatorium für Seelische Gesundheit, Waldstraße 86 – 90, 13403 Berlin, Raum 27
Bei Interesse an einer Teilnahme melden Sie sich bitte per E-Mail an:
Unsere Veranstaltungen
Leitung der Klinik für Allgemeinpsychiatrie
Unsere Oberärzt*innen der Klinik für Allgmeinpsychiatrie
- Spyridoula Zargani (spyridoula.zargani@vivantes.de), Station 4
- Dr. Artemis Kyriakareli (artemis.kyriakareli@vivantes.de), Tagesklinik chronische Depression
Allgemeiner Kontakt
Telefon: 030 130 12 2100
E-Mail: department-seelischegesundheit.huk@vivantes.de
Adresse und Anfahrt
Vivantes Humboldt-Klinikum
Am Nordgraben 2
13509 Berlin-Reinickendorf
Wir gehören zum Department für Seelische Gesundheit im Humboldt-Klinikum
Leitung des Departments: Prof. Dr. Stephanie Krüger

Kliniken
Ambulatorium: Ambulanzen
- Ambulanz komplexe psychiatrische Erkrankungen
- Ambulanz Gerontopsychiatrie
- Ambulanz Motivation Sucht, Doppeldiagnosen
- Allgemeinpsychiatrische Ambulanz
- Ambulanz Bipolare Störungen
Ambulatorium: Zentren
Ambulatorium: Tageskliniken
- Tagesklinik chronische Depression
- Tagesklinik Psychosomatik
- Tagesklinik Motivation Sucht, Doppeldiagnosen
- Tagesklinik akute Depression
- Tagesklinik Angststörungen
- Tagesklinik Bipolare Störungen
- Tagesklinik 50plus
Ambulatorium: Weitere
Unser Department wird im kooperativen Miteinander in der Rettungsstelle und in allen Bereichen des Klinikums häufig zu Rate gezogen, weil wir in der Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie, in der Psychosomatik, Gerontopsychiatrie/Geriatrie, Palliativmedizin, Sucht- und Schmerzmedizin medizinische Querschnittsdisziplinen sehen. Wir kooperieren eng mit anderen Krankenhäusern, Rehakliniken, niedergelassenen Ärzten aller Fachgebiete, Psychotherapeuten, komplementären Einrichtungen der Gemeindepsychiatrie, mit Ausbildungsinstituten und Universitäten.
- Wir bilden unsere Assistenzärztinnen und Assistenzärzte umfassend aus.
- Man lernt viel.
- Durch unsere störungsspezifische Struktur lernen Sie die einzelnen Krankheitsbilder intensiv kennen.
- Unsere Hierarchien sind flach – Oberärztinnen und Oberärzte sind immer ansprechbar.
- Wir legen viel Wert auf medizinisch-psychiatrische, aber auch psychotherapeutische Behandlungen in spezialisierten Teams.
- Wir legen Wert auf Zusammenarbeit mit Psychologeninnen und Psychologen, den Pflegemitarbeiterinnen und Pflegemitarbeitern, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie unseren komplementären Diensten.
- Wir unterstützen unsere Assistenteninnen und Assistenten bei der psychotherapeutischen Weiterbildung durch unsere Kooperationspartner, aber auch durch viele eigene Aktivitäten.
- Wir sind akademisch und wissenschaftlich aktiv.
- Unsere klinikinternen Fortbildungen vermitteln sowohl Basiswissen als auch neue Trends in der Psychiatrie und Psychologie.
- Durch die Standardisierung unserer Abläufe versuchen wir uns ständig zu verbessern.










